Beispiele meldepflichtiger Schädlinge
Unionsquarantäneschädlinge sind keine "gewöhnlichen" Schädlinge
Zu den Schädlingen, die Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse schädigen können, zählen Organismen unterschiedlichster Formen, zum Beispiel "Krankheitserreger" wie Bakterien, Pilze und Viren, ebenso wie Insekten, Nematoden und Milben.
Die wirtschaftlich bzw. ökologisch bedeutungsvollsten Pflanzenschädlinge sind gesetzlich geregelt, wobei sie je nach Höhe des Schadpotentials verschiedenen Kategorien zugeordnet werden. Die wichtigsten Kategorien sind:
Die wirtschaftlich bzw. ökologisch bedeutungsvollsten Pflanzenschädlinge sind gesetzlich geregelt, wobei sie je nach Höhe des Schadpotentials verschiedenen Kategorien zugeordnet werden. Die wichtigsten Kategorien sind:
- Unionsgeregelte Nicht-Quarantäneschädlinge (UNQS): Diese Schädlinge sind in der EU weit verbreitet. Sie werden jedoch streng reguliert, da sie schwere wirtschaftliche Schäden an Saat- und Pflanzgut verursachen.
- Unionsquarantäneschädlinge (UQS): Diese Schädlinge kommen in der EU entweder gar nicht oder nur lokal begrenzt vor. Ihr Auftreten (auch ein Verdachtfall) ist meldepflichtig. Eine besonders gefährliche Untergruppe sind die Prioritären Quarantäneschädlinge, von denen es aktuell 20 Arten gibt. Bei Funden müssen umgehend Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet werden.
Befallsbeispiel OÖ - Asiatischer Laubholzbockkäfer
Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis, „ALB“) wurde - erstmals in Europa - 2001 in Braunau durch einen aufmerksamen Stadtgärtner entdeckt. Der Bockkäfer wurde vermutlich durch unbehandeltes Verpackungsholz aus Asien eingeschleppt, von ersten Sichtung 2001 bis 2009 wurden in der Stadt Braunau insgesamt 220 befallene Bäume und 270 Käfer gefunden. Nach jahrelangen Bekämpfungs- und Monitoringmaßnahmen gilt der Käfer inzwischen (wie auch an den später entdeckten Befallsorten Gallspach (2012) und St. Georgen bei Obernberg (2013)) als ausgerottet. Die dafür notwendigen Maßnahmen schlugen sich mit rund zwei Millionen Euro zu Buche.
Feuerbakterium
Das Feuerbakterium (Xylella fastidiosa; nicht zu verwechseln mit dem Erreger des Feuerbrandes!) befällt weit über 300 Pflanzenarten. Es wird durch unterschiedliche Pflanzensaft saugende Insekten (z.B. Zikaden) übertragen und kann durch seine massenhafte Vermehrung die Leitungsbahnen seiner Wirtspflanzen verstopfen. Dadurch wird der Wasser– und Nährstofftransport blockiert, die Pflanze stirbt ab.
In Apulien (Italien) sind dem Bakterium bereits tausende Hektar Olivenbäume zum Opfer gefallen, in Österreich wurde das Bakterium bisher noch nicht nachgewiesen.
In Apulien (Italien) sind dem Bakterium bereits tausende Hektar Olivenbäume zum Opfer gefallen, in Österreich wurde das Bakterium bisher noch nicht nachgewiesen.
Japankäfer
Der Japankäfer (Popillia japonica) stammt ursprünglich aus Japan und ist somit bestens an unser Klima (Frost) angepasst. Die Larven (Engerlinge) überwintern im Boden. Der ausgewachsene Käfer ist gesellig (Massenauftreten) und er hat eine Vorliebe für junges Gewebe der unterschiedlichsten Pflanzen. In Japan ist er aufgrund natürlicher Fressfeinde wirtschaftlich unbedeutend, hierzulande könnte er große Ernteausfälle verursachen. In Österreich wurde er erstmals im Jahr 2025 in Vorarlberg nachgewiesen.
Verwechslungsgefahr besteht gegenüber dem heimischen Gartenlaubkäfer. Verdachtsfälle können über die Japankäfer-Meldeplattform eingebracht werden.
Verwechslungsgefahr besteht gegenüber dem heimischen Gartenlaubkäfer. Verdachtsfälle können über die Japankäfer-Meldeplattform eingebracht werden.
Asiatischer Moschusbock
Der Asiatische Moschusbock (Aromia bungii) stammt aus Ostasien und befällt dort Laubgehölze. Seit 2011 ist er in abgegrenzten Gebieten in Europa zu finden, wo er Steinobstbäume schädigt. Bisher wurde er in Österreich noch nicht nachgewiesen.
Die Larven der Käfer sind bis zu 5 cm lang und fressen sich 2 bis 3 Jahre lang durch das Holz, bevor sie sich verpuppen und auf der Suche nach einem Geschlechtspartner den Stamm verlassen. Die den Stamm durchziehenden Larvengänge führen langfristig zu einem Absterben der Bäume.
Die Larven der Käfer sind bis zu 5 cm lang und fressen sich 2 bis 3 Jahre lang durch das Holz, bevor sie sich verpuppen und auf der Suche nach einem Geschlechtspartner den Stamm verlassen. Die den Stamm durchziehenden Larvengänge führen langfristig zu einem Absterben der Bäume.
Weiterführende Informationen
- Japankäfer-Meldeplattform von der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) und dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst (APSD)
- Geregelte Schädlinge - Was ist das? (AGES)
- für Österreich relevante Prioritäre Schädlinge (AGES)
- für Österreich relevante "gewöhnliche" Unionsquarantäneschädlinge (AGES)