Steinbrand - ein brennendes Problem im Biolandbau
Weizensteinbrand (Tilletia caries)
Weizensteinbrand (Tilletia caries) gehört zu den gefährlichsten Pflanzenkrankheiten im Biolandbau. Betroffen können folgende Getreidearten sein:
- Weizen (besonders Winterweizen)
- Dinkel
- Hartweizen
- Triticale
- Emmer
- Einkorn
- verschiedene Wild- und Kulturgräser
Wie entwickelt sich der Pilz?
Weizensteinbrand ist hauptsächlich eine samenbürtige Krankheit, der Befall kann jedoch auch vom Boden ausgehen. Wird befallenes Getreide gedroschen, werden die Sporen auf den Boden und auf das restliche Erntegut verteilt. Beim Drusch kann auch ein intensiver Geruch nach Fisch entstehen. Wird das Getreide wieder angebaut, so keimen die Sporen mit dem Saatgut, entweder sie befinden sich im Boden oder sie werden mit befallenem Nachbausaatgut gleichsam "mit angebaut". Das Pilzmyzel durchdringt die Blattscheiden und wächst zum Vegetationspunkt. Statt gesunder Körner bilden sich Brandbutten, die wieder unzählige Pilzsporen beinhalten. Die Sporen des Erregers sind in den Brandbutten in trockenen Zustand jahrzehntelang lebensfähig. In den Boden können die Sporen jedoch auch durch Wirtschaftsdünger (= Mist) übertragen werden, ebenso kann der Wind Steinbrandsporen übertragen. Die Übertragungsdauer der Sporen im Boden beträgt bis zu sechs Jahre. Im Unterschied zum Zwergsteinbrand sind beim Steinbrand die Brandbutten weich und die Ähren nur bis zu 1/3 verkürzt.
Ab wann ist Saatgut nicht mehr empfehlenswert?
Saatgut mit mehr als 20 Steinbrandsporen je Korn oder mit einer Keimfähigkeit von unter 80% stellt ein Risiko für künftige Steinbrandinfektionen des Bestandes dar. Besonders ein langsamer Feldaufgang, geringe Temperaturen und die Aussaat von Wintergetreide können eine Steinbrandinfektion begünstigen. Sommerungen sind tendenziell nicht so stark betroffen.
Wie kann man einem Befall vorbeugen?
- Fruchtfolge
Ackerraine und Randstreifen sollten vor der Blüte gemäht werden, um eine Übertragung der Sporen von Wildgräsern zu vermeiden.
- Bodenbearbeitung
- Saatgut
- Sortenwahl
- Beizung