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Maissorten für 2026

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12.01.2026 | von Matthias Kastenhuber, BA

Die Maisernte 2025 zählt zu den besten der vergangenen Jahre. Neben dem hohen Ertragspotenzial moderner Sorten spielte vor allem der Witterungsverlauf eine entscheidende Rolle.

Im Frühjahr 2025 ermöglichte ein trockener April eine problemlose Bodenbearbeitung, Düngung und eine exakte Aussaat. Der kühle Mai bremste die Entwicklung nur geringfügig, bevor warme Temperaturen im Juni das Wachstum deutlich beschleunigten. Den größten Ertragsschub brachten die ergiebigen Niederschläge im Juli – regional bis zu 200 l/m² –, die genau in die Blütephase fielen. Frühfröste im Oktober führten örtlich zu höheren Erntefeuchten, wirkten sich jedoch kaum auf die Erträge aus.
Insgesamt lag 2025 temperaturmäßig im langjährigen Durchschnitt. Im Vergleich zu 2024 war das Jahr kühler, weshalb sich die Erntetermine wieder im üblichen Zeitrahmen befanden.
Maisernte.jpg © LK OÖ/ Kastenhuber
© LK OÖ/ Kastenhuber

Wer schmiert verliert!

Mais reagiert äußerst sensibel auf ungünstige Bodenbedingungen. Umso wichtiger ist es, die Bodenstruktur im Blick zu behalten. Der Grundstein für gute Maiserträge wird bereits im Sommer gelegt – mit einem trockenen Stoppelsturz und einer sauberen, möglichst trockenen Zwischenfruchtaussaat. Bei vorhandenen Strukturproblemen empfiehlt sich der Einsatz angepasster Zwischenfruchtmischungen, etwa mit Meliorationsrettich. Im Frühjahr ist Geduld gefragt: Eine Bearbeitung bei zu feuchten Bedingungen, insbesondere im Saathorizont, wirkt sich negativ auf den Feldaufgang aus und sollte unbedingt vermieden werden.
 

Saatbett vor Saatzeitpunkt!

Unter günstigen Witterungsbedingungen können früh gesäte Bestände durch die längere Vegetationszeit Ertragsvorteile bringen. Dennoch gilt im Maisanbau ein klarer Grundsatz: Das Saatbett ist wichtiger als ein früher Saattermin. Entscheidend ist, dass der Boden ausreichend abgetrocknet ist, um Verschmierungen zu vermeiden. Für einen raschen und gleichmäßigen Feldaufgang sollte die Bodentemperatur bei mindestens 8 °C liegen, optimal sind etwa 10 °C. Zu kühle Bedingungen verzögern den Aufgang und können im ungünstigsten Fall zu Fehlstellen im Bestand führen.
Ebenso bewährt hat sich die Regel „so grob wie möglich, so fein wie nötig“. Ein etwas gröber strukturiertes Saatbett stellt mit modernen Einzelkornsämaschinen in der Regel kein Problem dar und wirkt sich zudem positiv auf die Erosionsanfälligkeit aus.

Mais ist keine Kartoffel

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die richtige Sätiefe. Entscheidend ist, dass das Maiskorn in einer ausreichend feuchten Bodenschicht abgelegt wird. Je intensiver die Bodenbearbeitung vor der Saat erfolgt ist, desto tiefer kann sich diese feuchte Schicht befinden. Optimal liegt die Ablagetiefe bei etwa 3 bis 4 cm. Befindet sich die feuchte Schicht tiefer, sollten Klutenräumer beziehungsweise Räumsterne eingesetzt werden, um dennoch eine saubere Ablage zu gewährleisten. Eine zu tiefe Saat kostet dem Mais unnötig Kraft, da der Keimling einen längeren Weg an die Oberfläche zurücklegen muss – was sich letztlich negativ auf den Ertrag auswirken kann.

Die richtige Sorte

Die Ergebnisse der vergangenen Jahre verdeutlichen, dass es sich nicht empfiehlt, den Anbau auf eine einzelne Sorte zu beschränken. Eine standortangepasste Kombination aus früh- und spätreifen Sorten trägt dazu bei, witterungsbedingte Risiken zu reduzieren. Entscheidend sind dabei eine passende Reifezahl sowie sortenspezifische Merkmale wie zügige Jugendentwicklung, Standfestigkeit, Mykotoxinanfälligkeit und der Korntyp (Zahn- oder Hartmais). Spätreife Sorten können auf guten Standorten höhere Erträge erzielen, erreichen auf weniger wärmebegünstigten Flächen jedoch häufig nicht die notwendige Abreife. Zu späte Sorten sind daher zu vermeiden, da sie in kühlen Herbsten oft nicht ausreifen und Kornfeuchten von über 40 % verursachen können.
 

Körnermaisstandorte im Detail

Die Tabelle fasst die Ergebnisse der fünf Körnermais-Versuchsstandorte der Landwirtschaftskammer zusammen. Sorten, die standortübergreifend konstant Erträge von über 100 Prozent erreichen, sind für den Praxiseinsatz besonders zu empfehlen. Die Versuche zeigen erneut, wie entscheidend eine an die jeweiligen Standortbedingungen angepasste Sortenwahl ist. Vor allem auf kühleren Lagen können spätreife Sorten ihr höheres genetisches Ertragspotenzial häufig nicht ausschöpfen. Frühreifere Sorten punkten hier meist mit einer besseren Jugendentwicklung und einer rascheren Abreife im Herbst.
Detaillierte Versuchsergebnisse sind im Versuchsportal der Landwirtschaftskammer unter https://www.lko.at/versuch abrufbar. Ergänzende Entscheidungshilfen bieten zudem die Ergebnisse der AGES-Sortenversuche.
 
.png © LK OÖ/ Kastenhuber
© LK OÖ/ Kastenhuber
Walding
Am Standort Walding erfolgte die Auswertung getrennt nach drei Reifesegmenten. Im Premiumsegment (RZ 230–250) erzielten ACADEMO (Saatbau Linz; RZ 230) mit 13.830 kg/ha sowie KXC 3335 (KWS; RZ 230) mit 13.709 kg/ha die höchsten Erträge; der Durchschnitt lag bei 13.194 kg/ha. Im mittleren Reifesegment (RZ 270–350) führten ADORNO® (DKC 3805) (Saatbau Linz; RZ 320) mit 14.642 kg/ha und KWS Kaduro (KWS; RZ 300) mit 14.341 kg/ha. Im späten Segment (RZ 370–430) erreichte ALOISIO® (EY 4574) (Saatbau Linz; RZ ca. 380) mit 17.032 kg/ha den höchsten Ertrag, bei einem sehr hohen Durchschnitt von 16.236 kg/ha.
 
Mauthausen
In Mauthausen wurden frühe (RZ 250–290) und späte Sorten (RZ 300–370) getrennt ausgewertet. Im frühen Segment erzielte Cabalio (KWS; RZ 270) mit 16.106 kg/ha den höchsten Ertrag, gefolgt von AMIGO (DKC 3346) (Saatbau Linz; RZ 270) mit 15.266 kg/ha.
Im späten Segment (RZ 300–370) lagen mehrere Sorten ertraglich eng beisammen. WINTERSTONE (Saatbau Linz; RZ 350) erzielte 15.819 kg/ha, gefolgt von P92440 (Pioneer; RZ ca. 350) mit 15.677 kg/ha, BRV2604D (Probstdorfer; RZ 370) mit 15.643 kg/ha sowie KWS Artesio (KWS; RZ 350) mit 15.636 kg/ha.
 
Steinerkirchen an der Traun
Am Standort Steinerkirchen an der Traun lag der Durchschnittsertrag im Reifespektrum von RZ 210–320 bei 12.926 kg/ha. Die höchsten Erträge erzielten EY3747 (RWA; RZ ca. 290) mit 14.062 kg/ha sowie CHEERFUL (RAGT; RZ 300) mit 14.016 kg/ha. Dahinter folgten MICHELEEN (Probstdorfer; RZ 250) mit 13.886 kg/ha und Cabalio (KWS; RZ 270) mit 13.672 kg/ha.
 
Geinberg/Katzenberg
In Geinberg/Katzenberg wurden Sorten mit Reifezahlen von RZ 240 bis 330 geprüft. Der Standort erreichte einen Durchschnittsertrag von 15.403 kg/ha. Die höchsten Erträge lieferten AUGUSTO® (DKC 3856) (Saatbau Linz; RZ ca. 320) mit 16.848 kg/ha sowie P8834 (Pioneer; RZ 330) mit 16.721 kg/ha.
 
Bad Wimsbach-Neydharting
Im Exaktversuch in Bad Wimsbach-Neydharting (RZ 210–320) setzte sich Oklahoma (RWA; RZ 320) klar durch. Die Sorte erreichte einen Parzellenertrag von 18.026 kg/ha sowie einen Praxisertrag von 16.223 kg/ha. Cabalio (KWS; RZ 270) folgte mit 17.220 kg/ha Parzellen- bzw. 15.498 kg/ha Praxisertrag.
 
.png © LK OÖ/ Kastenhuber
© LK OÖ/ Kastenhuber

Silomais im Vergleich

Am Standort Otterbach wurden sehr gute Ergebnisse erzielt. Die höchsten Trockenmasseerträge erreichte Honoreen (RWA; RZ ca. 330). Ebenfalls überzeugten Agrolupo (KXC1164) (KWS; RZ ca. 290), KWS Monumento (KWS; RZ ca. 290) sowie Atlantico (Saatbau Linz; RZ 270). Der durchschnittliche Trockenmassegehalt lag mit 37,7 % im optimalen Bereich; Werte über 40 % erhöhen das Risiko von Verdichtungsproblemen und Fehlgärungen im Silo.
 
Im Exaktversuch in Bad Wimsbach bestätigte Honoreen (RWA; RZ ca. 330) mit 122 Relativprozent seine Spitzenstellung. Sehr gute Leistungen zeigten auch Activo (RAGT; RZ 230), BRV2198B (Probstdorfer; RZ 270) und SY Colloseum (RWA; RZ 290). Der durchschnittliche Trockenmassegehalt betrug hier 30,4 %, was auf den rund zwei Wochen späteren Aussaattermin und die insgesamt spätere Abreife im Vergleich zu Otterbach zurückzuführen ist.
 
Die Detaillierte Versuchsergebnisse sind im Versuchsportal der Landwirtschaftskammer unter https://www.lko.at/versuch abrufbar.
 
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