Optimales Stallklima in der Schaf- und Ziegenhaltung
Verschiedene Umweltfaktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Schadgase, Staub, Licht und Luftaustausch wirken gleichzeitig auf die Tiere ein. Sind diese Bedingungen ungünstig, begünstigen sie die Entstehung von Krankheiten, insbesondere Schleimhautreizungen, Atemwegserkrankungen und einen erhöhten Infektionsdruck.
Die Temperatur im Stall sollte bei Schafen idealerweise zwischen 5 und 12 °C und bei Ziegen zwischen 8 und 15 °C liegen. Schafe sind kälteresistent und können mit ausreichendem Wollvlies auch niedrige Temperaturen bis etwa −15 °C, unter geschützten Bedingungen sogar bis −20 °C, gut vertragen. Empfindlicher reagieren frisch geschorene Tiere sowie Lämmer, da ihnen der schützende Fett- und Wollanteil fehlt. Für sie sind Temperaturen über 10 °C notwendig. Gleichzeitig stellen hohe Temperaturen eine erhebliche Belastung dar, die oft unterschätzt wird. Bereits ab etwa 25 °C in Kombination mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 % tritt Hitzestress auf, der die Leistung der Tiere deutlich vermindern kann. Eine hohe Luftfeuchtigkeit erschwert zusätzlich die Wärmeabgabe des Körpers, da die Verdunstung eingeschränkt ist. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Luftaustausch. Schafe und Ziegen benötigen eine ausreichende Frischluftzufuhr, ohne dabei schädlicher Zugluft ausgesetzt zu sein. Natürliche Lüftung ist dabei die bevorzugte Methode, da sie zuverlässig, kostengünstig und geräuschlos ist. Ventilatoren sind nur dann sinnvoll, wenn die baulichen Voraussetzungen nicht ausreichen, können jedoch im Sommer zur zusätzlichen Kühlung beitragen.
Schadgase, Luftfeuchtigkeit und Beleuchtung
Stallklima selbst überprüfen
Auch ohne spezielle Messgeräte kann das Stallklima durch einfache Beobachtungen beurteilt werden. Hinweise auf ein schlechtes Klima sind beispielsweise Kondenswasser oder Schimmelbildung, stechender Ammoniakgeruch, stickige Luft, starke Geruchsbelastung, hohe Staubentwicklung, feuchtes Haarkleid der Tiere oder eine erhöhte Atemfrequenz bei Hitze. Eine gute Stallluft hingegen wirkt frisch und ermöglicht ein angenehmes Durchatmen.
Insgesamt ist das Stallklima ein wesentlicher Umweltfaktor, der regelmäßig kontrolliert und angepasst werden muss, da er direkten Einfluss auf Tiergesundheit, Leistungsfähigkeit und letztlich auch auf den wirtschaftlichen Erfolg der Tierhaltung hat.