OÖ Getreideernte 2026 trockenheitsbedingt „klein, aber fein“
Im ersten Halbjahr 2026 hat es im Großteil Oberösterreichs 40 bis 50 Prozent weniger geregnet als im Durschnitt der letzten Jahre. Viele Grünlandbetriebe leiden bereits massiv an Futterknappheit und nicht wenige Rinderbauern könnten gezwungen sein ihren Viehbestand abzustocken. Das gesamte Getreide konnte heuer bereits rund zehn Tage früher eingebracht werden. Bei in Summe unterdurchschnittlichen Erträgen, aber durchwegs hohen Qualitäten, sind die Ackerbauern aufgrund von internationalen Entwicklungen mit sehr hohen Kosten für Dünger und Diesel und relativ niedrigen Getreidepreisen konfrontiert. Im Bioackerbau sind die Erträge erfreulich und dies bei akzeptablen Preisen. Die Ergebnisse im Obst- und Gemüsebau sind aufgrund der ausgeprägten Trockenheit durchwachsen.
"Angespannt ist die Situation für all jene Betriebe, die auf das Grundfutter vom Grünland angewiesen sind. Die Landwirtschaftskammer unterstützt die Betriebe dabei mit gezielten Beratungsschwerpunkten, um die vorhandenen Futterpotenziale bestmöglich zu nutzen. Die Landwirtschaftskammer OÖ unterstützt gemeinsam mit dem Maschinenring tierhaltende Betriebe mit einem umfassenden Service- und Beratungspaket. Ziel ist es, zusätzliche Futterressourcen zu erschließen und verfügbare Futtermittel effizient zu vermitteln. Dazu werden Kooperationen zwischen Ackerbau- und Viehhaltungsbetrieben aktiv unterstützt. Ackerbaubetriebe können Flächen für den Anbau von Futterzwischenfrüchten zur Verfügung stellen und damit tierhaltende Betriebe bei der Futterversorgung unterstützen. Ergänzend dazu bietet die Futtermittelbörse der LK OÖ eine zentrale Vermittlungsplattform. Auch die Bereitstellung von Körnermais zur Silomaisnutzung kann über diese Plattform koordiniert werden", erläutert Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ.
"Weichweizen verlor und Wintergerste gewann wie im bundesweiten Trend, die Körner- und Silomaisflächen blieben gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert. Erfreulich ist, dass Oberösterreich konsequent eine Öl- und Eiweißstrategie verfolgt und gegen den Bundestrend Sojabohne um weitere zwei Prozent auf 21.500 Hektar, Raps um neun Prozent auf 7.400 Hektar sowie Öl- und Speisekürbisflächen um beachtliche 33 Prozent auf 2.400 Hektar ausweitete", erläutert Helmut Feitzlmayr, Leiter der Abteilung Pflanzenbau in der LK OÖ.