Fünf Jahre für mehr Lebensqualität am Bauernhof
Auf einem Bauernhof lassen sich Arbeit, Familie und Privatleben oft kaum voneinander trennen. Genau das macht das bäuerliche Leben besonders, kann in schwierigen Phasen aber auch zur Belastung werden. Wirtschaftlicher Druck, Wetterextreme, Konflikte in der Familie, Fragen rund um die Hofübergabe oder persönliche Sorgen wirken häufig gleichzeitig. Seit 2021 unterstützt die Beratungsstelle „Lebensqualität Bauernhof“ Bäuerinnen und Bauern bei persönlichen, familiären und betrieblichen Herausforderungen, allein bis Ende August 2026 in bereits 264 Beratungen.
Allein 2026 wurden bis Ende August bereits 264 Beratungen durchgeführt. Die hohe Nachfrage zeigt, dass das Angebot in der bäuerlichen Bevölkerung angekommen ist. „Auf einem Bauernhof greifen Arbeit und Familie meist direkt ineinander. Wenn dann wirtschaftlicher Druck, Konflikte oder persönliche Sorgen dazukommen, kann die Belastung schnell groß werden. Genau deshalb braucht es eine Anlaufstelle, die die bäuerliche Lebenswelt kennt und unkompliziert unterstützt. Mit ,Lebensqualität Bauernhof‘ haben wir dieses Angebot bewusst bei der Landwirtschaftskammer angesiedelt, weil dort Vertrauen und Nähe zu den Betrieben bereits vorhanden sind. Das macht es leichter, sich Hilfe zu holen“, betont Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.
Auch die Themen, mit denen sich Bäuerinnen und Bauern an die Beratungsstelle wenden, verändern sich. Erstmals stehen 2026 Fragen rund um die Hofübergabe an erster Stelle, gefolgt von Generationenkonflikten und Partnerschaftsthemen.
Wenn Familie und Betrieb aufeinandertreffen
Auf vielen Höfen leben und arbeiten mehrere Generationen eng zusammen. Familie und Beruf lassen sich dabei kaum voneinander trennen. Rollen vermischen sich, Erwartungen treffen aufeinander und Konflikte können sich über Jahre entwickeln. „Kommt zu viel zusammen, ist es schwierig, den Überblick zu behalten und allem gerecht zu werden. Das ist kein Zeichen von Schwäche oder Versagen, sondern eine natürliche Erscheinung, die jeden Menschen treffen kann. Sich externe Unterstützung zu holen, schafft Lösungsräume und eröffnet besonders in Krisensituationen neue Perspektiven für einen gelungenen gemeinsamen Alltag in der Familie und auf den bäuerlichen Betrieben“, betont Landwirtschaftskammer OÖ-Vizepräsidentin Rosemarie Ferstl.