FAQs: Shamonda-Virus (SHAV)
Allgemeines
Das Shamonda Virus ist ein Virus der Gattung Orthobunyavirus und eng mit dem Schmallenbergvirus verwandt. Das Virus wurde erstmals in Europa im Sommer 2026 nachgewiesen. In Deutschland und den Niederlanden kommen sogar zwei Varianten des Shamonda-Virus vor, die als Shamonda-Virus Europe 1 (SHAV-EU1) und Shamonda-Virus Europe 2 (SHAV-EU2) bezeichnet werden.
Nach derzeitigem Wissensstand besteht kein relevantes Risiko für den Menschen. Dies muss allerdings noch durch weitere Untersuchungen bestätigt werden. Verwandte Viren wie das Schmallenberg-, Akabane- und "klassische" Shamonda-Virus aus Afrika gelten nicht als relevante Zoonoseerreger.
Das vollständige Wirtsspektrum ist derzeit noch nicht bekannt.
Bisher wurden Infektionen insbesondere bei Rindern festgestellt. Für die europäische Variante SHAV-EU1 wurden außerdem bereits Nachweise bei Schafen, Ziegen, Pferden und Alpakas dokumentiert. Daher können grundsätzlich auch andere Tierarten auf einem Betrieb betroffen sein.
Für die zweite derzeit bekannte europäische Variante SHAV-EU2 liegen bislang vor allem Nachweise bei Rindern vor. Aber auch hier könnten weitere Tierarten betroffen sein.
Bisher wurden Infektionen insbesondere bei Rindern festgestellt. Für die europäische Variante SHAV-EU1 wurden außerdem bereits Nachweise bei Schafen, Ziegen, Pferden und Alpakas dokumentiert. Daher können grundsätzlich auch andere Tierarten auf einem Betrieb betroffen sein.
Für die zweite derzeit bekannte europäische Variante SHAV-EU2 liegen bislang vor allem Nachweise bei Rindern vor. Aber auch hier könnten weitere Tierarten betroffen sein.
Ja, laut Berichten wurde das Virus bereits auch bei kleinen Wiederkäuern nachgewiesen.
Ja.
Infektionen mit SHAV wurden inzwischen auch bei Pferden nachgewiesen. Die Bedeutung dieser Infektionen und insbesondere mögliche Zusammenhänge mit klinischen Erkrankungen (v.a. des Nervensystems) werden derzeit noch untersucht.
Infektionen mit SHAV wurden inzwischen auch bei Pferden nachgewiesen. Die Bedeutung dieser Infektionen und insbesondere mögliche Zusammenhänge mit klinischen Erkrankungen (v.a. des Nervensystems) werden derzeit noch untersucht.
Vorkommen und Übertragung
Das Virus wird vermutlich hauptsächlich durch blutsaugende Gnitzen der Gattung Culicoides übertragen. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier, über kontaminierte Gegenstände oder tierische Produkte ist bislang nicht belegt.
Ähnlich wie beim Schmallenberg-Virus gibt es auch beim SHAV eine Übertragung vom infizierten Muttertier auf den Fetus während der Trächtigkeit. Mit welchen Konsequenzen diese Übertragung verbunden ist, wird sich allerdings erst in den folgenden Wochen und Monaten zeigen.
Ähnlich wie beim Schmallenberg-Virus gibt es auch beim SHAV eine Übertragung vom infizierten Muttertier auf den Fetus während der Trächtigkeit. Mit welchen Konsequenzen diese Übertragung verbunden ist, wird sich allerdings erst in den folgenden Wochen und Monaten zeigen.
Das Risiko ist insbesondere während der Aktivitätsperiode der Gnitzen (=Vektoren) erhöht. Warme Witterung begünstigt die Aktivität der Vektoren und damit die Virusübertragung. In Mitteleuropa ist deshalb insbesondere während der Sommer- und Herbstmonate mit einer erhöhten Übertragungswahrscheinlichkeit zu rechnen.
Ursprünglich wurde das Shamonda-Virus erstmals in den 1960er-Jahren in Nigeria beschrieben und später auch in anderen Regionen Afrikas und in Japan nachgewiesen. Woher die aktuell in Europa vorkommenden Shamonda-Varianten stammen und wann bzw. wie sie nach Europa gelangt sind, ist derzeit nicht geklärt. Die europäischen Viren weisen zwar eine enge Verwandtschaft mit bekannten Shamonda-Viren auf, unterscheiden sich aber genetisch von diesen.
Nein. Das Shamonda-Virus wurde 2026 erstmals in Österreich bzw. überhaupt erstmalig in Europa nachgewiesen. Die ersten Nachweise erfolgten im Sommer 2026 in Rinderhaltungen in Österreich. Mittlerweile hat sich das Virus über fast alle österreichischen Bundesländer ausgebreitet.
Seit Sommer 2026 wurde das neuartige Shamonda-Virus in mehreren europäischen Ländern nachgewiesen, wobei zwei unterschiedliche Typen des Virus sich verbreiten. Das deutet auf zwei voneinander unabhängigen Eintragsgeschehen nach Europa hin. Diese Typen werden als SHAV-EU1 und SHAV-EU2 bezeichnet, wobei der erste Typ eher in Frankreich, Süddeutschland, der Schweiz und Österreich zirkuliert, während der zweite Typ sich gerade in Norddeutschland, Belgien und den Niederlanden zu verbreiten scheint.
Die tatsächliche Verbreitung lässt sich derzeit allerdings nicht vollständig bestimmen, da keine europaweit einheitliche Melde- bzw. Überwachungspflicht für SHAV besteht. Die epidemiologische Situation ist dynamisch und kann sich insbesondere während der Gnitzen-Saison rasch verändern.
Die tatsächliche Verbreitung lässt sich derzeit allerdings nicht vollständig bestimmen, da keine europaweit einheitliche Melde- bzw. Überwachungspflicht für SHAV besteht. Die epidemiologische Situation ist dynamisch und kann sich insbesondere während der Gnitzen-Saison rasch verändern.
Erkennen der Erkrankung
Die Symptome sind unspezifisch. Bei Rindern wurden insbesondere folgende Krankheitszeichen beobachtet:
- Fieber
- Durchfall
- reduzierte Futteraufnahme
- Abgeschlagenheit
- deutlicher Milchleistungsrückgang
- respiratorische Symptome
- Lahmheiten
Eine spezifische Behandlung gegen das Shamonda-Virus steht derzeit nicht zur Verfügung. Die Behandlung erkrankter Tiere erfolgt daher symptomatisch und unterstützend, abhängig vom klinischen Zustand. Bei erwachsenen Rindern verläuft die Erkrankung nach bisherigen Beobachtungen häufig selbstlimitierend - das heißt, sie heilt selbst aus.
Da Shamonda nicht als meldepflichtige Tierseuche eingestuft ist, sind die Untersuchungskosten privat zu bezahlen.
Ein positiver SHAV-Nachweis zieht keine amtliche Bekämpfungsmaßnahmen, Betriebssperren oder Verbringungsbeschränkungen nach sich. Erkrankte Tiere müssen nach aktueller Rechtslage, wie bei anderen Krankheiten oder Verletzungen auch, (Tierschutzgesetz!) entsprechend behandelt bzw. versorgt werden. Augenscheinlich kranke Tiere sind außerdem nicht transport- (und vermarktungsfähig).
Trächtigkeit und Fruchtbarkeit
Besonders problematisch ist eine Infektion eines empfänglichen Muttertieres während der empfindlichen Phase der Trächtigkeit. Das Shamonda-Virus kann die Plazenta passieren und den Fetus infizieren. Dadurch können unter anderem folgende Folgen auftreten:
- Abort
- Totgeburt
- Frühgeburt
- angeborene Fehlbildungen
- Veränderungen des Bewegungsapparates
- Veränderungen des zentralen Nervensystems
Das Shamonda-Virus wurde bereits in abortierten Rinderföten nachgewiesen. Der alleinige Nachweis bedeutet allerdings noch nicht, dass das Virus auch für den Abort verantwortlich war. Aufgrund der Ähnlichkeit zum Schmallenberg-Virus, das nachgewiesenermaßen sowohl Aborte, Fruchtbarkeitsstörungen und die typischen missgebildeten Jungtiere verursacht hat, ist eine ähnliche Symptomatik bei Infektionen im empfindlichen Trächtigkeitsfenster mit Shamonda zumindest nicht unwahrscheinlich. Daher sollte bei Aborten, Totgeburten oder missgebildeten Kälber das Shamonda-Virus als Ursache in Betracht gezogen und darauf untersucht werden.
Derzeit ist noch nicht geklärt, ob und in welchem Umfang das Shamonda-Virus fetale Schäden verursacht. Von der Ähnlichkeit zum Schmallenbergvirus und den bisherigen Nachweisen in abortierten Rinderfeten ist eine Schädigung des Fetus aber plausibel. Daher kann auch der Besamungszeitpunkt eine wichtige Rolle spielen - vor allem bei Tieren, die noch keine Shamonda-Virus-Infektion durchgemacht haben.
Das Friedrich-Löffler-Institut weist in einer Information zum Shamonda-Virus darauf hin, dass bei der Planung des Besamungszeitpunkts grundsätzlich berücksichtigt werden könnte, die besonders empfindliche Phase der Trächtigkeit möglichst außerhalb der Gnitzen-Saison zu legen.
Dabei wird beim Rind - in Anlehnung an die Erfahrungen mit dem Schmallenberg-Virus - das besonders empfindliche Zeitfenster von ungefähr Tag 75 bis Tag 175 der Trächtigkeit angenommen.
Wichtig: Dieses Zeitfenster wurde für das neue Shamonda-Virus noch nicht experimentell bestätigt. Es handelt sich daher um eine Orientierung aufgrund der biologischen Verwandtschaft zu Schmallenberg und nicht um eine wissenschaftlich abgesicherte SHAV-spezifische Empfehlung.
Das Friedrich-Löffler-Institut weist in einer Information zum Shamonda-Virus darauf hin, dass bei der Planung des Besamungszeitpunkts grundsätzlich berücksichtigt werden könnte, die besonders empfindliche Phase der Trächtigkeit möglichst außerhalb der Gnitzen-Saison zu legen.
Dabei wird beim Rind - in Anlehnung an die Erfahrungen mit dem Schmallenberg-Virus - das besonders empfindliche Zeitfenster von ungefähr Tag 75 bis Tag 175 der Trächtigkeit angenommen.
Wichtig: Dieses Zeitfenster wurde für das neue Shamonda-Virus noch nicht experimentell bestätigt. Es handelt sich daher um eine Orientierung aufgrund der biologischen Verwandtschaft zu Schmallenberg und nicht um eine wissenschaftlich abgesicherte SHAV-spezifische Empfehlung.
Vorbeugung und Impfung
Nein. Derzeit gibt es keinen Impfungstoff gegen das Shamonda- Virus. Ob und wann ein Impfstoff entwickelt wird, hängt unter anderem von der weiteren Ausbreitung des Virus, seiner klinischen und reproduktionsmedizinischen Bedeutung und den weiteren wissenschaftlichen Erkenntnissen ab.
Da (noch) kein Impfstoff zur Verfügung steht, konzentrieren sich die derzeit möglichen Maßnahmen auf die Kontaktreduktion zu den Hauptüberträgern - der Gnitzen. Mögliche Maßnahmen, um einer Shamonda-Virus-Infektion vorzubeugen sind daher sehr ähnlich zu den Empfehlungen, die bereits bei der Blauzungenkrankheit zum Einsatz gekommen sind:
- Reduktion möglicher Gnitzen-Brutstätten (z.B. Wasserlacken, feuchtes Laub, Gülle, Regentonne etc.) ,
- Kein Weidegang während der Dämmerung (= Hauptaktivitätszeit der Gnitzen)
- Einsatz von Pour-On-Insektenschutzmitteln (dies kann insbesondere bei frühträchtigen Tieren in der Gnitzensaison sinnvoll sein)
- Einsatz von Ventilatoren (erhöhte Luftbewegung erschwert Gnitzen den Anflug aufs Tier)
- Nicht notwendige Stallbeleuchtung nachts/in der Dämmerung ausschalten, sofern möglich
- regelmäßige Insektenbekämpfungsmaßnahmen im Stall