Aktuelle Pflanzenschutzinformationen Nr. 25/2026
Wintergetreide-Herbstunkrautbekämpfung
In diesem Jahr ist schon ein Großteil des Wintergetreides angebaut. Je nach Niederschlagssituation laufen auch bereits Unkräuter und Ungräser auf, wobei vielfach noch relativ wenige zu sehen sind – je nach Niederschlagssituation. Strategisch muss jetzt entschieden werden, wie ich vorgehe:
- Welche Kultur habe ich zu behandeln?
- Habe ich Problemungräser (Weidelgräser, Ackerfuchschwanzgras)?
- Habe ich noch flufenacethältige Herbizide (Liste siehe Tabelle im Download, zu verbrauchen sind sie bis 10.12., außer Cadou SC das schon nach dem 5.12. nicht mehr angewendet/gelagert werden darf)?
Wintergerste/Winterroggen
Habe ich Problemungräser und noch flufenacethältige Produkte so sollen diese spätestens mit 240 g/ha Wirkstoff in das Auflaufen der Gräser appliziert werden, auch wenn die Böden relativ trocken sind. Gräser mit 3-4 cm Länge oder bereits bestockte Gräser bei Mulchsaat werden nicht mehr erfasst. Die Behandlung soll bei den trockenen Bedingungen am frühen Morgen bei noch taufeuchtem Boden erfolgen.
Beispiele:
Habe ich keine flufenacethältigen Produkte mehr, wäre die verträglichste Behandlung mit prosulfocarbhältigen Produkten (2400 g/ha Wirkstoff, z.B. Boxer, Cofeno, Fantasia, Jura, Roxy EC, etc.) im Vorauflaufverfahren gewesen. Sind Gerste/Roggen bereits aufgelaufen, dann können prosulfocarbhältige Produkte mit hoher Aufwandmenge (2400 g/ha Wirkstoff) zu Blattaufhellungen führen.
Beispiele:
Im Nachauflaufverfahren steht auch die Kombination aus 1 l/ha Viper Compact + 0,9 l/ha Axial 50 (Ungräser sollen vollständig aufgelaufen sein) zur Verfügung.
Beispiele:
- Mateno (0,35 l/ha Mateno Duo + 0,5 l/ha Cadou SC)
- bei viel Kamille, Klettenalbkraut: 25 g/ha Express SX zumengen
- Carpatus SC/Battle Delta (0,5 l/ha-leichte Böden, 0,6 l/ha schwere Böden)
- 0,5-0,6 l/ha Battle Delta + 0,5 l/ha BeFlex
Habe ich keine flufenacethältigen Produkte mehr, wäre die verträglichste Behandlung mit prosulfocarbhältigen Produkten (2400 g/ha Wirkstoff, z.B. Boxer, Cofeno, Fantasia, Jura, Roxy EC, etc.) im Vorauflaufverfahren gewesen. Sind Gerste/Roggen bereits aufgelaufen, dann können prosulfocarbhältige Produkte mit hoher Aufwandmenge (2400 g/ha Wirkstoff) zu Blattaufhellungen führen.
Beispiele:
- 0,35 l/ha Mateno Duo + 3,0 l/ha Cofeno
- bei viel Kamille, Klettenalbkraut: 25 g/ha Express SX zumengen
- 2 l/ha Trinity + 3,0 l/ha Boxer
- 3 l/ha Jura + 0,5 l/ha BeFlex
- 3 l/ha Jura + 0,6 l/ha Chanon + 1,5-2,0 l/ha Lentipur 500
Im Nachauflaufverfahren steht auch die Kombination aus 1 l/ha Viper Compact + 0,9 l/ha Axial 50 (Ungräser sollen vollständig aufgelaufen sein) zur Verfügung.
Tritt kein Ackerfuchsschwanzgras oder Weidelgras auf, so kann die Behandlung auch etwas später bei Auflaufen bzw. erstem Laubblattpaarstadium der zweikeimblättrigen Unkräuter und feuchten Bodenverhältnissen erfolgen.
Beispiele (mit Flufenacet):
Beispiele (ohne Flufenacet):
Beispiele (mit Flufenacet):
- 0,35 l/ha Mateno Duo + 0,25 l/ha Cadou SC
Beispiele (ohne Flufenacet):
- Mateno Trio Set (0,35 l/ha Mateno Duo + 1,5 l/ha Cofeno)
- bei viel Kamille, Klettenalbkraut: 25 g/ha Express SX zumengen
- 2,0 l/ha Trinity
- breit wirksam
- Carmina Perfekt (1,5 l/ha Carmina 640 + 75 ml/ha Saracen Delta)
- breit wirksam inkl. Kornblume
- 3,0 l/ha Stomp Perfekt (2 l/ha Stomp Aqua + 1,0 l/ha Carmina 640)
- breit wirksam
- 2 (– 3) l/ha Stomp Aqua/Activus SC + 1,5 l/ha Lentipur 500
- Schwächen bei Klettenlabkraut
- 0,75 l/ha Viper Compact + 1,5 l/ha Lentipur 500
Winterweizen/Triticale
Grundsätzlich gilt das oben Gesagte auch für diese Kulturen, jedoch können prosulfocarbhältige Produkte auch in das Auflaufen der Problemgräser ohne Verträglichkeitsprobleme eingesetzt werden. Damit wird auch deren leichte Blattwirkung genutzt.
Allgemeines:
Sind viele Gräser mit senkrecht stehenden Blättern vorhanden, haben Doppelflachstrahldüsen gewisse Vorteile in der Benetzung.
Nach der Anwendung sollen noch 10 bis 14 Tage aktives Wachstum bei Getreide aber auch Unkraut gegeben sein.
Die Verträglichkeit der Produkte kann bei starken Niederschlägen etwas leiden, die Wirkstoffe Diflufenican aber auch Prosulfocarb (z.B. Boxer) können hier zu Aufhellungen führen, die sich aber wieder auswachsen. Wie der letzte Winter wieder bewiesen hat, wird der Wirkstoff Diflufenican bei kalten Temperaturen wenig abgebaut und wirkt auch noch im Frühjahr nach, was aber bei Kulturen mit Wurzeln noch in Nähe der Bodenoberfläche zu Verträglichkeitsproblemen führen kann. Unmittelbar nach der Ausbringung sollen die Nachttemperaturen drei Tage lang nicht unter -3 °C fallen.
Die Tabelle der Herbstherbizide in Getreide kann im Download abgerufen werden.
Blattläuse
Die aktuell kühle Witterung verhindert eine stärkere Aktivität von Blattläusen und Zikaden. Das kann sich aber rasch wieder ändern. Die Aktivität der Tiere beginnt ab Tagestemperaturen über 12°C.
Man findet die Tiere in den jungen eingerollten Blättern oder am Wurzelhals. Im Gegensatz zu Zikaden (diese übertragen das Weizenverzwergungsvirus) fliegen Blattläuse nicht weg, wenn man sich den Pflanzen nähert. Im Gegenlicht erscheinen die Tiere als leicht dunkle Punkte am Blatt – bitte trotzdem genau kontrollieren, da es sich auch um Erdpartikel handeln könnte. Man findet zu Beginn des Zufluges geflügelte Muttertiere, in der Folge sieht man auch viele ungeflügelte Jungtiere. Eine wirtschaftliche Schadensschwelle ist schwer anzugeben, als Richtwert gelten in etwa 10 % Befall. Eine gemeinsame Bekämpfung mit der Unkrautbekämpfung ist bei Getreidepflanzen im 1-Blattstadium nicht optimal, da die Blattläuse/Zikaden erst in gut entwickelte Bestände zufliegen. Ab dem 2 bis 3-Blattstadium und einem Auftreten der Tiere ist eine Behandlung (z.B. gemeinsam mit der Unkrautbekämpfung) mit zugelassenen synthetischen Pyrethroiden (Netzmittel zusetzen, wenn keine gemeinsame Ausbringung mit einem Herbizid) oder dem systemischen Carnadine (Zulassung erst ab dem BBCH 21, d.h. der erste Bestockungstrieb ist sichtbar) möglich. Bei warmer Witterung ist die Wirksamkeit der Pyrethroide nur kurz (3-5 Tage). Carnadine, Pirimor Granulat bzw. Teppeki/Afinto (Übersicht siehe Tabelle auf lk-online) sind länger wirksam. Leider werden die das Weizenverzwergungsvirus übertragenden Zikaden durch die zur Verfügung stehenden Insektizide nicht erfasst.
Nach Analyse des Ausfallgetreides ist dieses heuer weniger stark mit Viren belastet. Wenn jedoch die Witterung im Oktober wieder wärmer werden sollte, dann ist mit einer starken Aktivität der Tiere zu rechnen. Überraschend ist, dass auch viele Pflanzen mit dem Weizenverzwergungsvirus belastet sind. Dieses wird von Zikaden (fliegen vom Bestand auf, wenn man diesen betritt) übertragen.
Die aktuell kühle Witterung verhindert eine stärkere Aktivität von Blattläusen und Zikaden. Das kann sich aber rasch wieder ändern. Die Aktivität der Tiere beginnt ab Tagestemperaturen über 12°C.
Man findet die Tiere in den jungen eingerollten Blättern oder am Wurzelhals. Im Gegensatz zu Zikaden (diese übertragen das Weizenverzwergungsvirus) fliegen Blattläuse nicht weg, wenn man sich den Pflanzen nähert. Im Gegenlicht erscheinen die Tiere als leicht dunkle Punkte am Blatt – bitte trotzdem genau kontrollieren, da es sich auch um Erdpartikel handeln könnte. Man findet zu Beginn des Zufluges geflügelte Muttertiere, in der Folge sieht man auch viele ungeflügelte Jungtiere. Eine wirtschaftliche Schadensschwelle ist schwer anzugeben, als Richtwert gelten in etwa 10 % Befall. Eine gemeinsame Bekämpfung mit der Unkrautbekämpfung ist bei Getreidepflanzen im 1-Blattstadium nicht optimal, da die Blattläuse/Zikaden erst in gut entwickelte Bestände zufliegen. Ab dem 2 bis 3-Blattstadium und einem Auftreten der Tiere ist eine Behandlung (z.B. gemeinsam mit der Unkrautbekämpfung) mit zugelassenen synthetischen Pyrethroiden (Netzmittel zusetzen, wenn keine gemeinsame Ausbringung mit einem Herbizid) oder dem systemischen Carnadine (Zulassung erst ab dem BBCH 21, d.h. der erste Bestockungstrieb ist sichtbar) möglich. Bei warmer Witterung ist die Wirksamkeit der Pyrethroide nur kurz (3-5 Tage). Carnadine, Pirimor Granulat bzw. Teppeki/Afinto (Übersicht siehe Tabelle auf lk-online) sind länger wirksam. Leider werden die das Weizenverzwergungsvirus übertragenden Zikaden durch die zur Verfügung stehenden Insektizide nicht erfasst.
Nach Analyse des Ausfallgetreides ist dieses heuer weniger stark mit Viren belastet. Wenn jedoch die Witterung im Oktober wieder wärmer werden sollte, dann ist mit einer starken Aktivität der Tiere zu rechnen. Überraschend ist, dass auch viele Pflanzen mit dem Weizenverzwergungsvirus belastet sind. Dieses wird von Zikaden (fliegen vom Bestand auf, wenn man diesen betritt) übertragen.
Raps
Erdflöhe
Der Zuflug der Käfer ist bereits abgeschlossen und die Tiere sind bereits in voller Eibablage und der Larvenschlupf ist auch bereits im Gange. Details dazu gibt es auf www.warndienst.at . Die Behandlung der Larven soll bei Überschreiten der Schwellen, d.s. 30-40 % angestochene Blattstiele oder 3-5 Larven/Pflanze mit 0,2 l/ha Carnadine bzw. 0,193 l/ha Benevia oder einem synthetischen Pyrethroid Mitte bis Ende Oktober erfolgen.
Der Zuflug der Käfer ist bereits abgeschlossen und die Tiere sind bereits in voller Eibablage und der Larvenschlupf ist auch bereits im Gange. Details dazu gibt es auf www.warndienst.at . Die Behandlung der Larven soll bei Überschreiten der Schwellen, d.s. 30-40 % angestochene Blattstiele oder 3-5 Larven/Pflanze mit 0,2 l/ha Carnadine bzw. 0,193 l/ha Benevia oder einem synthetischen Pyrethroid Mitte bis Ende Oktober erfolgen.
Das kann gemeinsam mit dem ev. noch notwendigen Wachstumsreglereinsatz erfolgen, vielfach ist dieser jedoch bereits erfolgt, sodass ein eigener Arbeitsgang notwendig ist. Durch einen Einsatz von Carnadine bzw. Benevia Mitte bis Ende Oktober gibt es einen guten Erfolg bei der Larvenbekämpfung. Die meisten Pyrethroide dürfen pro Kultur max. 2 x eingesetzt werden (siehe Tabelle), Carnadine darf nur 1 x eingesetzt werden, Mospilan 20 SG ist im Herbst nicht mehr erlaubt.
Kleine Kohlfliege, Kohlgallenrüssler, Kohlhernie
In früh gesäten Beständen sieht man aktuell einen Befall mit den Maden der Kleinen Kohlfliege. Betroffen sind v.a. nicht mit Insektiziden gebeizte Sorten. Die Maden fressen an der Wurzeloberfläche. Bei geringem Befall sind keine Ertragseinbußen zu erwarten, bei stärkerem Befall kommt zum Umfallen der Pflanzen. Bei ausreichend Feuchtigkeit bilden die Pflanzen neue Wurzeln.
Ähnliche Symptome (blau-violett verfärbte Pflanzen) treten bei Kohlhernie auf, die bei früh gesäten Beständen auf Grund der großen Hitze Ende August/ Anfang September gute Entwicklungsbedingungen hat. Bei Kohlhernie findet man Wucherungen an den Wurzeln. Bei starkem Befall kann es zum Totalausfall der Pflanze kommen.
Runde Knoten an der Wurzel deuten auf den Befall mit dem Kohlgallenrüssler hin. Wenn man die Knoten durchschneidet, findet man eine weiße Larve. Der Befall mit dem Kohlgallenrüssler wirkt sich in der Regel nicht ertraglich aus.