Aktuelle Pflanzenschutzinformationen Nr. 14/2026
Winterweizen
Der Krankheitsbefall ist weiterhin sehr gering, an einigen Proben (v.a. bei anfälligen Sorten wie z.B. Bernstein) sind an den unteren Blättern Symptome von S. tritici zu sehen (braune Flecke mit schwarzen Sporenbehältern), an drei Proben wurde die kritische Schwelle von 40 % Befall überschritten. An einer Probe gab es einen leichten Mehltaubefall und bei einer Tiberius-Probe waren einige Braunrostpusteln. Andere Krankheiten wurden nicht gefunden.
Fahnenblattbehandlung: Von Carboxamid/Picolinamid-Azol-Kombinationen sind volle Aufwandmengen zu verwenden – außer es gab bereits eine Vorlage oder es wird fix eine Fusariumbehandlung eingeplant – dann soll aber nicht unter 75 % der vollen Aufwandmenge gegangen werden. Zum Einsatz gelangen können z.B. 1,25-1,5 l/ha Ascra Xpro, 1,0 l/ha Elatus Era, 1,5 l/ha Input Xpro (bei stärkerem Mehltauauftreten), 1,5 l/ha Revytrex, 1,8-2,0 l/ha Univoq, 1,5 l/ha Variano Xpro, 2,25 l/ha vom Avastel Pack (1,5 l/ha Pioli + 0,75 l/ha Soratel). Bei sehr gesunden Beständen kann auch überlegt werden, ob nicht eine Kombination aus einem prothioconazolhältigem Produkt (z.B. 0,6 l/ha Joust, 0,5 l/ha Pecari, 0,5 l/ha Protendo 300 EC, etc.) und einem strobilurinhältigen Produkt (z.B. 1,0 l/ha Tazer 250 EC) eingesetzt wird oder Fertigformulierungen wie Daxur (1 l/ha), Delaro Forte (1,5 l/ha), 1l /ha Amistar Gold. Auch Carboxamid-/Azolkombinationen wie Siltra Xpro (1 l/ha) oder Zantara (1,5 l/ha) sind möglich.
Wennbereits eine Behandlung im ES 31/32 durchgeführt wurde, können mind. 75 % der vorhin genannten Aufwandmengen zu verwenden – auch wenn eine Fusariumbehandlung geplant ist sind mind. 75 % der Mengen im Fahnenblatt zu verwenden. Wurde beim ersten Mal mit prothioconazolhältigen Fungiziden (z.B. Pecari 300 EC/Protendo 300 EC, Delaro Forte, Verben, Joust) behandelt, dann wäre es aus resistenzvorbeugenden Gründen optimal, jetzt mit mefentrifluconazolhältigen Produkten zu arbeiten (z.B. Revytrex). Wurden z.B. aber Balaya bzw. Daxur vorgelegt, dann können prothioconazolhältige Produkte (z.B. Ascra Xpro, Elatus Era, Input Xpro, Univoq) eingesetzt werden.
Zu einer ev. notwendigen Fusariumbehandlung gibt es Informationen in den nächsten Aussendungen.
In Anbetracht der vorangegangenen Trockenheit sollte man einen Wachstumsreglereinsatz im Fahnenblatt nur bei sehr üppigen Beständen (dichter Bestand, gute Nährstoffversorgung, lageranfällige Sorte) in Erwägung ziehen. Er soll bis BBCH 39 erfolgen, eine Kombination mit einem Herbizideinsatz ist bei etephonhältigen Produkten (z.B. Cerone 480 SL) nicht möglich – Abstand 5 Tage. Mit Fabulis OD ist eine Kombination lt. Firmenaussagen möglich. Hier sollen die Tagestemperaturen über 12 °C und bei Cerone 480 SL über 15 °C liegen.
Mais
Details zu den einzelnen Produkten gibt es hier.
Soja-Unkrautbekämpfung
Bei einer reinen Nachauflaufstrategie kann die erste Keimwelle mit 7,5 g/ha Harmony SX und 0,8 l/ha Pulsar plus Netzmittel (0,1%ig, mind. 0,25 l/ha) behandelt werden. Beim Auflaufen der zweite Welle ist diese Behandlung zu wiederholen. Es wird nicht empfohlen, ein Produkt gegen Hirse beizumengen, hier ist ein eigener Arbeitsgang ab dem 3-Blattstadium der Hirsen zu machen. Pulsar-produkte haben nur eine leichte Wirkung gegen Hirsen, die Bodenwirkung ist auch gering.
Zu beachten ist auch, dass Pulsar 40 nur einmal in der Saison eingesetzt werden darf, für eine Splitting-Apllikation ist nur Pulsar plus zugelassen. Eine Spritzfolge von Pulsar 40 und Pulsar plus ist daher auch nicht möglich. Pulsar 40 bzw. Pulsar Plus dürfen nur einmal innerhalb von drei Jahren auf derselben Fläche eingesetzt werden
Soja-Wildverbiss
Gegen Tauben wirken Vogelscheuchen nur bedingt, in schwerwiegenden Fällen kann gemäß Federwildverordnung mit der Jägerschaft Kontakt aufgenommen werden.