Österreichs Agrarexporte behaupten sich
Die vorläufigen Daten der Statistik
Austria zum österreichischen
Agraraußenhandel zeigen
eine leichte Verbesserung
der Handelsbilanz. Österreichs
Agrarexporte sind im ersten
Halbjahr 2026 leicht auf 8,73
Milliarden Euro gestiegen (+1
Prozent). Gleichzeitig gingen
die Importe zurück, wodurch
sich das Agraraußenhandelsdefizit
im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
um knapp 394
Millionen Euro verringerte.
Die Exportmenge lag mit 5,17
Millionen Tonnen stabil und
leicht über der Importmenge.
Besonders positiv entwickelten
sich die Ausfuhren von Rindfleisch,
Geflügel, fermentierter
Milch, Käse sowie Äpfeln.
Mehr als 80 Prozent der
Ausfuhren gehen in die EU.
Wichtigster Abnehmer bleibt
Deutschland mit 3,35 Milliarden
Euro (38,4 Prozent Anteil),
woraus sich ein Handelsüberschuss
von 283 Millionen Euro
ergibt. Zulegen konnten Italien
(+4,3 Prozent), die Niederlande
(+6 Prozent) und Tschechien
(+9,9 Prozent).
Fleisch und Milch gefragt
Die Rindfleischexporte stiegen
wertmäßig um 12,2 Prozent
auf 366 Millionen Euro,
mengenmäßig um 3,8 Prozent
auf 45.500 Tonnen. Bei Geflügel
nahm die Menge um 10,2
Prozent zu, der Wert um 9,2
Prozent auf 194,7 Millionen
Euro. Käse brachte 459,3 Millionen
Euro (Menge +13 Prozent,
Wert +2,7 Prozent). Fermentierte
Milchprodukte wie
Joghurt und Sauerrahm steigerten
den Umsatz um 20,5 Prozent
auf 180,3 Millionen Euro.
Bei Milch wuchs die Menge um
6,7 Prozent, der Wert sank wegen
stark fallender Preise aber
um 7,4 Prozent auf 211,7 Millionen
Euro. Bei Eiern ging die
Menge um 5,5 Prozent zurück,
der Wert stieg aber um 9,3 Prozent
auf 21,7 Millionen Euro.
Die Obstausfuhren wuchsen
mengenmäßig um 17,8 Prozent,
die Erlöse um 13,9 Prozent
auf 161,1 Millionen Euro.
Gemüse legte bei der Menge
um 19,6 Prozent und beim
Wert um 5,2 Prozent auf 128,3
Millionen Euro zu. Besonders
kräftig erholten sich die
Äpfel: Mit knapp 24.800 Tonnen
wurde um 56,1 Prozent
mehr exportiert, der Wert stieg
um 63,5 Prozent auf 25,3 Millionen
Euro. Bei Getreide nahm
die Menge um 5 Prozent zu, der
Wert sank aber um 7,4 Prozent
auf rund 288 Millionen Euro.
AMA-Marketing-Geschäftsführerin
Christina Mutenthaler-
Sipek sieht darin Chancen
für die Betriebe: „Entscheidend
ist, die hohe Qualität, die nachvollziehbare
Herkunft und die
Leistungen unserer Bäuerinnen
und Bauern auch über die
Landesgrenzen hinaus sichtbar
zu machen und damit langfristig
neue Absatzmöglichkeiten
zu schaffen.“