Weizen 2026: Was man zu Markt, Preisen und Sorten wissen sollte
Trockenheit in weiten Teilen Niederösterreichs
Das Jahr 2026 war in Niederösterreich bislang stark von Trockenheit geprägt. Besonders der April verlief außergewöhnlich niederschlagsarm. Laut GeoSphere Austria gehörte dieser zu den trockensten Aprilmonaten seit Beginn der Messungen im Jahr 1858. Aber auch die darauffolgenden Monate waren viel zu trocken. So fehlten im östlichen Weinviertel seit Jahresbeginn bis zu 60 Prozent des langjährigen Niederschlags.
Für den Weizen bedeutete dies eine stark eingeschränkte Bestandsentwicklung. Die Bestände waren ungewöhnlich dünn. Positiv: Lagergetreide war dafür heuer kein großes Thema. Die Trockenheit führte regional zu einer beschleunigten Reife der Bestände. Der Weizendrusch begann im Osten Niederösterreichs gebietsweise bereits Mitte Juni.
Unterschiedliche Erträge
Die Weizenerträge innerhalb Niederösterreichs fielen heuer sehr unterschiedlich aus. Standorte mit besseren Böden und höherem Wasserspeichervermögen kamen deutlich besser durch die Trockenphase als leichte, trockene Standorte. Auch die Unterschiede zwischen günstigen und ungünstigen Vorfrüchten waren heuer deutlich zu sehen. Vorfrüchte mit früher Ernte - etwa Wintergetreide, Kürbis oder Raps - wirkten sich positiv auf den nachfolgenden Weizen aus. Dagegen litt Weizen nach Mais bzw. Zuckerrübe stärker unter der Trockenheit. Beide „Herbstkulturen“ verbrauchen bis zur Ernte große Wassermengen, die der nachfolgenden Kultur fehlen. Zusätzlich hinterlässt Körnermais noch große Mengen an Ernterückständen.
Steinbrand: Auch 2026 wieder Thema
Durch die Trockenheit war der Krankheitsdruck heuer sehr gering. Septoria, Rostkrankheiten, aber auch Fusariumpilze waren somit kein großes Thema. Auch bei den LK Fungizidversuchen wurden nur bescheidene Mehrerträge durch einen Fungizideinsatz erzielt.
Eine Krankheit führte jedoch wieder einmal zu größeren Problemen: Weizensteinbrand. Das stärkere Auftreten dürfte mehrere Ursachen haben. Kühle und feuchte Bedingungen im Herbst 2025 förderten Infektionen durch den Steinbrand. Eine langsame Jugendentwicklung des Weizens verlängert das Zeitfenster für eine Infektion durch den Brandpilz.
Befallene Körner werden bis zur Weizenernte zu sogenannten Brandbutten umgebildet, die mit einem schwarzen Sporenpulver gefüllt sind. Beim Drusch werden diese Sporen freigesetzt und verbreiten den typischen fischartigen Geruch. Dadurch können auch gesunde Körner verunreinigt werden.
Obwohl die Hauptübertragung über das Nachbausaatgut erfolgt, können Brandsporen mehrere Jahre im Boden überdauern. Regionen mit hohem Weizenanteil in der Fruchtfolge zeigen daher häufiger Probleme.
Durch Steinbrand befallene Ware ist nur mehr eingeschränkt als Futtergetreide verwendbar oder in manchen Fällen überhaupt nicht vermarktbar. Zusätzlich entstehen Kosten durch Separierung, Reinigung, Lagerung und den möglichen Ausschluss von Saatgutpartien. Im biologischen Landbau ist das Risiko besonders hoch, da nur wenige und begrenzt wirksame Saatgutbeizen zugelassen sind.
Eine Krankheit führte jedoch wieder einmal zu größeren Problemen: Weizensteinbrand. Das stärkere Auftreten dürfte mehrere Ursachen haben. Kühle und feuchte Bedingungen im Herbst 2025 förderten Infektionen durch den Steinbrand. Eine langsame Jugendentwicklung des Weizens verlängert das Zeitfenster für eine Infektion durch den Brandpilz.
Befallene Körner werden bis zur Weizenernte zu sogenannten Brandbutten umgebildet, die mit einem schwarzen Sporenpulver gefüllt sind. Beim Drusch werden diese Sporen freigesetzt und verbreiten den typischen fischartigen Geruch. Dadurch können auch gesunde Körner verunreinigt werden.
Obwohl die Hauptübertragung über das Nachbausaatgut erfolgt, können Brandsporen mehrere Jahre im Boden überdauern. Regionen mit hohem Weizenanteil in der Fruchtfolge zeigen daher häufiger Probleme.
Durch Steinbrand befallene Ware ist nur mehr eingeschränkt als Futtergetreide verwendbar oder in manchen Fällen überhaupt nicht vermarktbar. Zusätzlich entstehen Kosten durch Separierung, Reinigung, Lagerung und den möglichen Ausschluss von Saatgutpartien. Im biologischen Landbau ist das Risiko besonders hoch, da nur wenige und begrenzt wirksame Saatgutbeizen zugelassen sind.
NÖ Weizenernte 2026: Klein aber fein!
Die heurige Weizenernte kann rückblickend als Jahr mit guter Qualität, aber deutlich schwächeren Erträgen gesehen werden.
Bei den Weizenerträgen zeigen sich in Niederösterreich große regionale Unterschiede. Im Osten bewegen sich die Erträge in einem Bereich zwischen 3,5 und 5,5 t/ha. Während auf Spitzenböden 6,0 t/ha möglich waren, sinken die Mengen auf Extremstandorten auf bis zu 2,0 t/ha. Im niederschlagsreicheren Westbahngebiet sind sogar 8,0 t/ha und mehr möglich. Im Waldviertel liegen die Weizenerträge zumeist dazwischen.
Für Niederösterreich werden bei Weizen bis zu 20 Prozent geringere Erträge erwartet als in einem Durchschnittsjahr. Die Qualität fällt dagegen besser aus (als zunächst befürchtet), da die Kornausbildung vielerorts vor der Hitzewelle abgeschlossen war.
In Niederösterreich ist heuer der Anteil an Weizenpartien von über 14 % Protein sehr hoch. Ein Händler aus dem Industrieviertel berichtet, dass fast 70 % der angelieferten Ware Proteinwerte über 14% besitzt.
Auch die Hektolitergewichte sind sehr hoch und liegen bei Qualitätsweizensorten durchwegs über 80 kg/hl. Landwirte berichten sogar von Spitzenwerten bis 87 kg/hl. Die diesjährige Backqualität wird als gut bis sehr gut eingeschätzt.
Was passiert bei der Kornfüllung?
Die Kornfüllung ist die Phase zwischen der Befruchtung der Blüte und der physiologischen Reife des Korns. In dieser Zeit wird das Korn mit Stärke, Proteinen und anderen Inhaltsstoffen gefüllt. Der größte Teil des späteren Kornertrags entsteht während dieser Phase.
Bei Winterweizen dauert die Kornfüllung je nach Witterung meist 30 bis 50 Tage. Kühle Temperaturen verlängern sie. Hitze und Trockenheit verkürzen sie.
Wenn Weizen beispielsweise Anfang Juni blüht, erfolgt der Großteil der Proteineinlagerung von Mitte Juni bis Mitte Juli. In dieser Zeit muss Stickstoff verfügbar sein, entweder aus der Bodenaufnahme oder durch Umlagerung aus Blättern und Stängeln.
Anders verhält es sich bei der Stärkeeinlagerung ins Korn. Sie erreicht ihr Maximum deutlich später. Aus diesem Grund wird bei Trockenheit die Stärkeeinlagerung stärker gebremst als die Proteineinlagerung. Das Korn bleibt kleiner. Das Tausendkorngewicht ist niedriger.
Der höhere Proteingehalt im Weizenkorn bedeutet also nicht, dass mehr Protein geerntet wurde. Oft ist nur weniger Stärke im Korn vorhanden, was den Proteingehalt im Korn prozentuell erhöht.
Niedriges Tausendkorngewicht und hohes Hektolitergewicht?
Trotz Trockenheit liegen die Hektolitergewichte heuer überraschend hoch. Das Tausendkorngewicht beträgt dafür oft nur 35 bis 45 g. Das ist jedoch kein Widerspruch.
In Trockenjahren reagiert das Tausendkorngewicht meist früher und stärker auf Wasser- und Hitzestress. Durch die verkürzte Kornfüllungsphase entstehen kleinere Körner. Das Hektolitergewicht bleibt dagegen oft noch stabil, solange die Körner zwar kleiner, aber gut ausgeformt sind. Erst bei stärkerem Trockenstress mit vielen schrumpfigen oder schlecht gefüllten Körnern sinkt auch das Hektolitergewicht.
Ein etwas anderer Blick auf dieses Thema: Zwei Partien können dasselbe Tausendkorngewicht haben, aber ein unterschiedliches Hektolitergewicht. Wenn die Körner rau, rissig, unregelmäßig oder ausgewachsen sind, entstehen zwischen den Körnern größere Hohlräume. In einen 100-Liter-Behälter passen dann weniger Kilogramm Weizen, was das Hektolitergewicht absenkt.
Geringere Erntemengen in Europa
Die EU-Weizenernte 2026 wird laut Coceral auf rund 141 Millionen Tonnen Weichweizen geschätzt und liegt damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 150 Millionen Tonnen. Hitzewellen und Trockenperioden, insbesondere Ende Juni, führten in wichtigen Anbaugebieten zu Ertragseinbußen.
Für Frankreich erwartet Coceral mit rund 32 Millionen Tonnen einen Rückgang um etwa 5 % gegenüber 2025. In Deutschland soll die Produktion um rund 6 % sinken, wobei vor allem Ost- und Norddeutschland unter der Trockenheit litten. Für Polen werden rund 13 Millionen Tonnen prognostiziert, etwa 11 % weniger als im ertragsstarken Vorjahr.
Anders ist die Situation in Rumänien: Dank günstiger Niederschläge und Wachstumsbedingungen werden Ertragszuwächse von rund 12 % erwartet. Auch Bulgarien profitierte von guten Bedingungen.
Die EU-27 bleibt 2026 ein bedeutender Weizenexporteur, allerdings dürften die Exportmengen niedriger ausfallen als im Vorjahr.
Wie entwickeln sich die Weizenpreise?
Die Weizenpreise 2026 werden derzeit von zwei Faktoren beeinflusst: Die Ernte in Europa fällt kleiner aus, gleichzeitig besteht durch die sehr gute Ernte 2025 keine Knappheit. Die Versorgung bleibt damit gesichert, auch wenn die Bilanz enger ausfällt als im Vorjahr.
Ein nicht unerheblicher Einflussfaktor ist die Schwarzmeerregion. Die anhaltenden Konflikte und Störungen bei Häfen und Exportwegen in Russland und der Ukraine führen zu höheren Logistikrisiken. Diese Unsicherheiten sorgen für einen Risikozuschlag und stützen die internationalen Weizenpreise.
Zuletzt kam es wieder zu einem deutlichen Preisanstieg an den internationalen Börsen. So konnte der Dezemberkontrakt 2026 an der Euronext (Matif) ein Kursplus von rund 40 €/t erzielen. Zu Redaktionsschluss befand sich die Weizennotierung (Dezemberkontrakt 2026) in einem Bereich von 235 bis 240 €/t.
Erste Kursgewinne zeigen sich auch an der Wiener Produktenbörse. Qualitätsweizen notierte Ende Juli um die 215 €/t excl. wobei die Abstände zwischen den einzelnen Qualitätsstufen sehr gering sind. So notiert Mahlweizen nur 5 €/t unter dem Qualitätsweizen.
Ein nicht unerheblicher Einflussfaktor ist die Schwarzmeerregion. Die anhaltenden Konflikte und Störungen bei Häfen und Exportwegen in Russland und der Ukraine führen zu höheren Logistikrisiken. Diese Unsicherheiten sorgen für einen Risikozuschlag und stützen die internationalen Weizenpreise.
Zuletzt kam es wieder zu einem deutlichen Preisanstieg an den internationalen Börsen. So konnte der Dezemberkontrakt 2026 an der Euronext (Matif) ein Kursplus von rund 40 €/t erzielen. Zu Redaktionsschluss befand sich die Weizennotierung (Dezemberkontrakt 2026) in einem Bereich von 235 bis 240 €/t.
Erste Kursgewinne zeigen sich auch an der Wiener Produktenbörse. Qualitätsweizen notierte Ende Juli um die 215 €/t excl. wobei die Abstände zwischen den einzelnen Qualitätsstufen sehr gering sind. So notiert Mahlweizen nur 5 €/t unter dem Qualitätsweizen.
Die interessantesten Weizensorten
Die Auswahl der Weizensorte hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Anbaugebiet, Bodenbeschaffenheit, Klima und den spezifischen Anforderungen des Marktes. Anbei die interessantesten Sorten für den Anbau 2026.
Qualitätsweizensorten
Arameus (Saatbau): mittlere Länge und Standfestigkeit, etwas höhere Neigung zu Auswuchs, exzellente Qualität (hohe Proteinwerte!), mittlere Gesundheit, Trockengebiet
Aurelius (Saatbau) & Christoph (Probstdorfer SZ): standfeste und ertragsstarke Grannenweizen, sehr auswuchsfest, gesund (Fusarium beachten!), mehrjährig überzeugend bei den LK-Versuchen
Axaro (RWA): Grannenweizen mit exzellenter Kornausbildung (Hektolitergewicht), mittlere Gesundheit, gute Toleranz gegenüber Steinbrand, knapper Proteingehalt, Trockengebiet
Camillus (Saatbau): früher begrannter Qualitätsweizen, kurz und standfest, blattgesund, hohes Hektolitergewicht, Trockengebiet
Exsal (RWA): in Deutschland zugelassener Grannenweizen, standfest und kurz, sehr gesund (auch bei Ährenfusarium), Hektolitergewicht oft etwas knapp, für bessere Böden
Monaco (Probstdorfer SZ): sehr ertragsstabiler Grannenweizen, auswuchsfest, gute Fusariumtoleranz, Braunrost beachten, mehrjährig überzeugend bei den LK-Versuchen im Trockengebiet
Aurelius (Saatbau) & Christoph (Probstdorfer SZ): standfeste und ertragsstarke Grannenweizen, sehr auswuchsfest, gesund (Fusarium beachten!), mehrjährig überzeugend bei den LK-Versuchen
Axaro (RWA): Grannenweizen mit exzellenter Kornausbildung (Hektolitergewicht), mittlere Gesundheit, gute Toleranz gegenüber Steinbrand, knapper Proteingehalt, Trockengebiet
Camillus (Saatbau): früher begrannter Qualitätsweizen, kurz und standfest, blattgesund, hohes Hektolitergewicht, Trockengebiet
Exsal (RWA): in Deutschland zugelassener Grannenweizen, standfest und kurz, sehr gesund (auch bei Ährenfusarium), Hektolitergewicht oft etwas knapp, für bessere Böden
Monaco (Probstdorfer SZ): sehr ertragsstabiler Grannenweizen, auswuchsfest, gute Fusariumtoleranz, Braunrost beachten, mehrjährig überzeugend bei den LK-Versuchen im Trockengebiet
Mahl- und Futterweizensorten
California (Probstdorfer SZ): kurz und standfest, mittlere Gesundheit, hohes Tausendkorngewicht, Waldviertel und Alpenvorland
Ernestus (RWA): standfester und ertragsstarker Mahlweizen, gelbrostresistent (AGES-Note: 1), erhöhte Auswuchsneigung, hohes Hektolitergewicht, Waldviertel
ES Mondial (RWA): ertragsstark und spätreifer Futterweizen, sehr kurz und sehr standfest (AGES-Note: 1), mittlere Gesundheit, Alpenvorland (für intensive Bestandesführung)
KWS Keitum (Probstdorfer SZ): sehr ertragsstarker EU-Futterweizen, standfest, gesund, für bessere Böden, mehrjährig überzeugend bei den LK-Weizenversuchen im Bezirk Amstetten und Waidhofen a.d.T.
LG Optimist (Saatbau): sehr ertragsstarker EU-Mahlweizen, etwas knappe Standfestigkeit, mittlere Gesundheit, ertragsstark bei den LK-Versuchen im Wald- und Mostviertel
LG Tomjol (Saatbau): ertragsstarker EU-Futterweizen, standfest, sehr gesund (auch bei Gelbrost, Septoria), Alpenvorland
Matthias (Probstdorfer SZ): früherer, begrannter Mahlweizen, standfest, auswuchsfest, sehr gesund (auch bei Ährenfusarium, AGES-Note 3), hohes Hektolitergewicht, Trockengebiet
Ernestus (RWA): standfester und ertragsstarker Mahlweizen, gelbrostresistent (AGES-Note: 1), erhöhte Auswuchsneigung, hohes Hektolitergewicht, Waldviertel
ES Mondial (RWA): ertragsstark und spätreifer Futterweizen, sehr kurz und sehr standfest (AGES-Note: 1), mittlere Gesundheit, Alpenvorland (für intensive Bestandesführung)
KWS Keitum (Probstdorfer SZ): sehr ertragsstarker EU-Futterweizen, standfest, gesund, für bessere Böden, mehrjährig überzeugend bei den LK-Weizenversuchen im Bezirk Amstetten und Waidhofen a.d.T.
LG Optimist (Saatbau): sehr ertragsstarker EU-Mahlweizen, etwas knappe Standfestigkeit, mittlere Gesundheit, ertragsstark bei den LK-Versuchen im Wald- und Mostviertel
LG Tomjol (Saatbau): ertragsstarker EU-Futterweizen, standfest, sehr gesund (auch bei Gelbrost, Septoria), Alpenvorland
Matthias (Probstdorfer SZ): früherer, begrannter Mahlweizen, standfest, auswuchsfest, sehr gesund (auch bei Ährenfusarium, AGES-Note 3), hohes Hektolitergewicht, Trockengebiet