OÖ Pflanzenmarkt 10/2026
Später Regen in zweiter Augusthälfte
Im Großteil des oberösterreichischen Alpenvorlandes hat es im August 40 bis 60 Liter geregnet, im Voralpengebiet sogar 70 bis 90 Liter/ m2. Der Regen kam nach der langen Dürrephase in großen Teilen des Landes zu spät. Noch dazu gab es allein im August, am Standort Linz, 13 Hitzetage über 30°C. Die Herbstkulturen wie Körnermais, Sojabohne, Zuckerrübe und Ölkürbis sind, vor allem auf leichteren Standorten, teilweise stark geschädigt. Die Ertragserwartungen liegen je nach Region sehr unterschiedlich, zwischen Totalausfällen bis hin zu guten Durchschnittserträgen. In Summe muss aber bei den Herbstkulturen auch in Oberösterreich mit Ertragsrückgängen von Ø 20 bis 30% gerechnet werden.
Körnermaisernte schrumpft wöchentlich
Die zum Teil prekäre Situation in der Futtermittelbevorratung, vor allem in der Rinderhaltung, führte dazu, dass die letzten Wochen verstärkt Körnermais als Silomais vorzeitig genutzt wurde. Die Schätzungen belaufen sich mittlerweile auf eine zusätzliche Silomaisnutzung von 10.000 ha ursprünglicher Körnermaisflächen. Damit wird die Körnermaisfläche, die heuer in Oberösterreich gegenüber dem Vorjahr unverändert 51.500 ha betrug auf 41.500 ha sinken. Gleichzeitig sinkt der Ø Hektarertrag bei Körnermais gegenüber dem Vorjahr von 12,4 t/ha auf geschätzt 9,0 t/ha. Die Körnermaisproduktion schrumpft damit von 639.000 t auf 374.000 t. So fehlen heuer allein in Oberösterreich 265.000 t bzw. rund 40% der vorjährigen Körnermaisproduktion.
Nassmaiskampagne gestartet
Am Freitag, 21. August hat in Aschach die Nassmaiskampagne der AGRANA über die EZG Donautal gestartet. Die sehr frühen Reifebereiche zeigten am 25.8. beim Körnermais-Landessortenversuch in Walding bereits eine Druschfeuchte von rund 31 Prozent und bei den Sorten durchwegs eine abgeschlossene Stärkeeinlagerung (Black Layer). Die dort geprüften Körnermaissorten liegen im Reifebereich von FAO 220 bis 250 und erzielten Trockenerträge in Höhe von Ø 10,5 t/ha. Die Preisfindung für Nassmais ist bei der AGRANA noch im Laufen.
Körnermaispreise ziehen an
Für die kommende Ernte werden im OÖ Agrarhandel Trockenmaispreise (14% Wasser) in Höhe von 245 bis 260 Euro/t netto angeboten. So erfreulich die aktuell anziehenden Maispreise sind, um so ernüchternder ist der aktuelle Mahlweizenpreis, der gegenüber Körnermais mit 190 Euro/t netto deutlich unterbewertet ist. Der relativ hohe Weizenlagerstand aus dem Vorjahr geht damit verstärkt in die Mischfutterindustrie und ersetzt zunehmend den relativ teuren Körnermais. Die erwartete EU-Maisernte liegt deutlich unter dem Vorjahr, wobei Polen heuer bereits einiges der massiven Ertragsausfälle aus Frankreich kompensiert. Das USDA-Büro in Kiew erwartet für 2026/27 nur noch 14 Mio. t ukrainische Maisexporte und damit 9 Mio. t weniger als bisher angenommen. Gleichzeitig sind die Weizenexporte aus Russland und Ukraine über das Schwarzmeer wegen kriegerischer Handlungen massiv beeinträchtigt. In dieser Gemengelage werden damit auch bei Weizen steigende Preise erwartet.
Raps- und Sojapreise heuer zufriedenstellend
Der Nettopreis von RAPSO Raps war heuer mit 583 Euro/t für die Rapsbauern sehr erfreulich. Die Vermarktung des Rapsöls wird aber aufgrund billiger Konkurrenzprodukte für die VOG zunehmend schwieriger. So wird die RAPSO Fläche in Österreich von zuletzt 7.000 ha auf nur mehr 4.500 ha reduziert. Auch die RAPSO Prämie vermindert sich für die kommende Ernte von 60 auf 40 Euro/t. Raps bleibt aber aufgrund weiterer Vermarktungsmöglichkeiten, wie beispielsweise den Ölmühlen der Maschinenringe, weiterhin eine attraktive Ackerkultur mit stabilem Deckungsbeitrag. Die Sojapreise erzielen im OÖ Agrarhandel für die kommende Ernte Preise von 420 bis 450 Euro/t netto.