Update zum Borkenkäfer an Fichte und Tanne
Buchdrucker und Kupferstecher
Neben dem Buchdrucker wird aktuell vermehrt von Schäden durch den kleineren Kupferstecher berichtet. Der Kupferstecher befällt Bäume geringerer Dimension bzw. tritt bei älteren Bäumen im Kronenraum auf. Wipfelmaterial, das sich nach Durchforstungen am Waldboden befindet, kann ebenfalls befallen werden. Vom Kupferstecher geht zwar keine so weitreichende Gefahr einer großen Massenvermehrung wie beim Buchdrucker aus. Lokal birgt der Kupferstecher aber sehr wohl eine entsprechende Gefahr für den Wald. Deshalb gilt es auch bei Kupferstecherbefall, das befallene Material aus dem Wald zu entfernen.
Tannenborkenkäfer
Vermehrt berichten Waldbesitzer:innen von kränkelnden bzw. absterbenden Alttannen. Als Auslöser für die Absterbenserscheinungen wird die Trockenheit angenommen. Allerdings konnten bei betroffenen Bäumen meist noch weitere Faktoren festgestellt werden, die den Stress durch die Trockenheit zusätzlich verstärken. Tannen mit Befall durch Misteln, Tannentriebläuse, oder Schädigungen durch Borkenkäfer in der Krone sind entsprechend geschwächt. Wird dann auch noch der Stamm vom Tannenborkenkäfer befallen, stirbt die betroffene Tanne ab. Erkennbar ist der Borkenkäferbefall an Tanne durch sich rötlich verfärbende Nadeln und Fraßgängen unter der Rinde. Wie beim Fichtenborkenkäfer sind befallene Bäume rasch aufzuarbeiten und aus dem Wald zu entfernen.
Auch im Spätsommer und Herbst bekämpfen
Es ist sinnvoll auch den Herbst zu nutzen, Käferbäume und Befallsherde auszumachen und mögliche Brutquellen zu entfernen. Drei Viertel des Neubefalles findet im Bereich von drei Baumlängen um alte Käfernester statt. Daher ist es wichtig, Bäume mit überwinterungsfähigen fertig entwickelten Käfern frühestmöglich zu entfernen. Erfahrungsgemäß macht es keinen Sinn mit dem Aufarbeiten bis in den Winter zuzuwarten, wenn eine rasche Holzabfuhr möglich ist. Es besteht nämlich das Risiko, dass die Rinde abfällt und sich die Käfer einer Aufarbeitung entziehen und stattdessen in der Bodenstreu überwintern.
Wiedhaufen als unterschätzte Gefahr
Vielerorts werden Fichtenkronen auf Energieholzhaufen für eine spätere Verwertung in Biomasseheizwerken zwischengelagert. Aus Forstschutzsicht ist dies problematisch, insbesondere dann, wenn sich die Restholzhaufen in unmittelbarer Nähe zu Fichtenbeständen befinden. Es handelt sich dabei um eine Brutquelle für Borkenkäfer, wovon ausgehend wiederum gesunde Fichten befallen werden. Außerdem werden dem Wald wichtige Nährstoffe entzogen. Außer bei akuter Kupferstechergefahr sollten die Wipfel besser in kleine Teile geschnitten und im Wald belassen werden.