Unsere Bezirksbauernkammer in Gmunden
„Das Verbindende stets vor das Trennende stellen“
Dieser Leitspruch ist für Bezirksbauernkammer-Obmann Christian Zierler neben Sachlichkeit und Verlässlichkeit
der Schlüssel für den Erfolg in der Interessenvertretung.
Was macht für dich die
Landwirtschaft im Bezirk
Gmunden aus?
Das Spannende im flächenmäßig größten Bezirk des Landes ist die Unterschiedlichkeit. Neben den zum Teil sehr großen Ackerbauund Veredelungsbetrieben in den Gunstlagen im Norden von Ohlsdorf bis Vorchdorf ist die Landwirtschaft im Süden mit sehr vielen Kleinstbetrieben mit Grünland und Almwirtschaft eine gänzlich andere. Vor allem im Almtal gibt es zudem sehr große Forstbetriebe und mit den Bundesforsten haben wir mit Forst- und Wasserflächen, verteilt über den ganzen Bezirk, den mit Abstand größten Bewirtschafter. Und auch die Ansprüche, Ängste und Sorgen sind sehr unterschiedlich. Große Sorgen macht mir, ob wir die hunderten Kleinund Kleinstbetriebe, vor allem im inneren Salzkammergut in der Produktion halten können. Wenn wir Bäuerinnen und Bauern der Gesellschaft nur mehr als Landschaftspfleger dienen, hat das aus meiner Sicht keine Zukunft. Eine große Herausforderung für die Tierhalter mit Weideund Almwirtschaft stellt der Wolf dar. So kam beispielsweise die Almwirtschaft mit vielen Wolfsereignissen vor allem im Dachsteingebiet an ihre Grenzen. Einige Almauftreiber überlegen sogar die Aufgabe der Almwirtschaft. Die Möglichkeiten im Rahmen der OÖ Wolfsmanagementverordnung sorgen zum Glück für eine gewissen Entspannung. Das permanente Spannungsfeld Tourismus-Landwirtschaft bietet aber auch für die Betriebe viele Chancen, die über Angebote wie Urlaub am Bauernhof und Direktvermarktung flächendeckend über den ganzen Bezirk auch genützt werden. Der innerbäuerliche Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Betriebsformen und Größen wird leider auch bei uns vor eine immer größere Herausforderung gestellt.
Wo kann die Landwirtschaftskammer unterstützen?
Für das innere Salzkammergut von Ebensee bis Obertraun sind die MFA-Außenabgabestelle Bad Ischl und der gemeinsame SVS-BBK-Sprechtag von großer Bedeutung und werden von den Bäuerinnen und Bauern sehr geschätzt. Neben dem landwirtschaftlichen Schulwesen, für uns ist das vor allem das ABZ Salzkammergut, das nach Schließung der Bezirksbauernkammer Gmunden auch unser Funktionärstreffpunkt ist, stimmt der große Zulauf in unsere hervorragende Erwachsenenbildung vom Facharbeiter bis zum Meister sehr positiv. Die Landwirtschaftskammer bietet glücklicherweise für alle noch so unterschiedlichen Betriebstypen umfassende Beratungsangebote, vom Arbeitskreis Ackerbau bis zur Urlaub am Bauernhofund Almwirtschaftsberatung.
Welche interessenspolitischen Herausforderungen gibt es?
Der gesellschaftliche Druck auf bäuerliches Grundeigentum nimmt aufgrund der landschaftlichen Schönheit vor allem durch Zuzug und exzessive Freizeitnutzung zu. Die Mitarbeit in der Grundverkehrskommission, sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit, das Einbringen in Tourismusverbände und Leader-Vereine ist vielleicht noch wichtiger als anderswo. Bei aller Unterschiedlichkeit sind mir in meiner Funktion als BBK-Obmann die gegenseitige Akzeptanz, der Ausgleich und das Eingehen auf andere Interessen das Wichtigste.
Das Spannende im flächenmäßig größten Bezirk des Landes ist die Unterschiedlichkeit. Neben den zum Teil sehr großen Ackerbauund Veredelungsbetrieben in den Gunstlagen im Norden von Ohlsdorf bis Vorchdorf ist die Landwirtschaft im Süden mit sehr vielen Kleinstbetrieben mit Grünland und Almwirtschaft eine gänzlich andere. Vor allem im Almtal gibt es zudem sehr große Forstbetriebe und mit den Bundesforsten haben wir mit Forst- und Wasserflächen, verteilt über den ganzen Bezirk, den mit Abstand größten Bewirtschafter. Und auch die Ansprüche, Ängste und Sorgen sind sehr unterschiedlich. Große Sorgen macht mir, ob wir die hunderten Kleinund Kleinstbetriebe, vor allem im inneren Salzkammergut in der Produktion halten können. Wenn wir Bäuerinnen und Bauern der Gesellschaft nur mehr als Landschaftspfleger dienen, hat das aus meiner Sicht keine Zukunft. Eine große Herausforderung für die Tierhalter mit Weideund Almwirtschaft stellt der Wolf dar. So kam beispielsweise die Almwirtschaft mit vielen Wolfsereignissen vor allem im Dachsteingebiet an ihre Grenzen. Einige Almauftreiber überlegen sogar die Aufgabe der Almwirtschaft. Die Möglichkeiten im Rahmen der OÖ Wolfsmanagementverordnung sorgen zum Glück für eine gewissen Entspannung. Das permanente Spannungsfeld Tourismus-Landwirtschaft bietet aber auch für die Betriebe viele Chancen, die über Angebote wie Urlaub am Bauernhof und Direktvermarktung flächendeckend über den ganzen Bezirk auch genützt werden. Der innerbäuerliche Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Betriebsformen und Größen wird leider auch bei uns vor eine immer größere Herausforderung gestellt.
Wo kann die Landwirtschaftskammer unterstützen?
Für das innere Salzkammergut von Ebensee bis Obertraun sind die MFA-Außenabgabestelle Bad Ischl und der gemeinsame SVS-BBK-Sprechtag von großer Bedeutung und werden von den Bäuerinnen und Bauern sehr geschätzt. Neben dem landwirtschaftlichen Schulwesen, für uns ist das vor allem das ABZ Salzkammergut, das nach Schließung der Bezirksbauernkammer Gmunden auch unser Funktionärstreffpunkt ist, stimmt der große Zulauf in unsere hervorragende Erwachsenenbildung vom Facharbeiter bis zum Meister sehr positiv. Die Landwirtschaftskammer bietet glücklicherweise für alle noch so unterschiedlichen Betriebstypen umfassende Beratungsangebote, vom Arbeitskreis Ackerbau bis zur Urlaub am Bauernhofund Almwirtschaftsberatung.
Welche interessenspolitischen Herausforderungen gibt es?
Der gesellschaftliche Druck auf bäuerliches Grundeigentum nimmt aufgrund der landschaftlichen Schönheit vor allem durch Zuzug und exzessive Freizeitnutzung zu. Die Mitarbeit in der Grundverkehrskommission, sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit, das Einbringen in Tourismusverbände und Leader-Vereine ist vielleicht noch wichtiger als anderswo. Bei aller Unterschiedlichkeit sind mir in meiner Funktion als BBK-Obmann die gegenseitige Akzeptanz, der Ausgleich und das Eingehen auf andere Interessen das Wichtigste.
Zur Person
Christian Zierler, BBK-Obmann, Bezirk Gmunden
- verheiratet mit Christine, Vater von drei Kindern und Opa von zwei Enkelkindern
- Milchviehbetrieb mit rund 30 Kühen, Direktvermarktung, 23 Hektar Grünland, 4 Hektar Wald im Vollerwerb
- Betriebliche Ausgangssituation bei Betriebsübernahme 1990: 2,8 Hektar Grünland, 1,2 Hektar Wald, 5 Kühe
- Bezirksbauernkammerobmann seit 2009
Vielfalt ist unsere Stärke
Steigerung der Eigenversorgung
stärkt die
Landwirtschaft und
schützt das Klima.
Was macht für dich die
Stärke der Landwirtschaft
in der Region
aus?
Unsere Landwirtschaft lebt von der Vielfalt. In unserer Region gibt es vom Ackerbau bis zur Grünlandwirtschaft und vom Haupt- bis zum Nebenerwerb viele Betriebsformen. Jeder Hof hat eigene Voraussetzungen. Diese Individualität macht unsere Landwirtschaft aus. Ich selbst bewirtschafte mit meiner Familie einen Nebenerwerbsbetrieb mit Grünland, Wald und Pferden. Daher weiß ich, wie viel Herzblut in jedem einzelnen Betrieb steckt. Kleine und mittlere Betriebe leisten viel für Kulturlandschaft, Versorgung und ländlichen Raum. Sie zu erhalten, muss unsere oberste Priorität sein.
Welche Themen beschäftigen die Bäuerinnen und Bauern in der Region besonders?
Ein großes Thema ist die Besucherlenkung. Das Salzkammergut wird gerne besucht, das ist großartig für all unsere touristischen Betriebe, bringt aber auch Herausforderungen. Wenn Wiesen, Wege oder Hofzufahrten nicht respektiert werden, entstehen Konflikte. Hier braucht es Bewusstsein und ein Miteinander zwischen Landwirtschaft, Tourismus und Gemeinden. Sehr belastend ist auch die Bürokratie. Vorgaben, Dokumentation und Auflagen werden mehr. Für viele Betriebe steht der Aufwand nicht mehr im Verhältnis zum Ertrag. Klein- und Mittelbetriebe spüren, wie schwierig es wird, wirtschaftlich zu arbeiten und dabei all den Anforderungen gerecht zu werden.
Wie kann die Landwirtschaftskammer unterstützen?
Die Landwirtschaftskammer ist eine wichtige Stimme für die Bäuerinnen und Bauern. Sie unterstützt bei Beratung, rechtlichen Fragen und Interessensvertretung. Vor allem muss sie sich weiter für Bürokratieabbau einsetzen. Genau hier sehe ich zugleich die wesentlichste Aufgabe der Landwirtschaftskammer. Sie ist vor allem dort wichtig, wo einzelne Betriebe allein zu wenig Gehör finden. Sie muss Anliegen bündeln und klar praxistaugliche Lösungen einfordern. Mir ist wichtig, Anliegen aus den Gemeinden und unseren Bezirken weiterzutragen. Landwirtschaft braucht Zukunftsperspektive – für große und kleine Höfe, Haupt- und Nebenerwerb und in erster Linie für unsere nächste Generation.
Unsere Landwirtschaft lebt von der Vielfalt. In unserer Region gibt es vom Ackerbau bis zur Grünlandwirtschaft und vom Haupt- bis zum Nebenerwerb viele Betriebsformen. Jeder Hof hat eigene Voraussetzungen. Diese Individualität macht unsere Landwirtschaft aus. Ich selbst bewirtschafte mit meiner Familie einen Nebenerwerbsbetrieb mit Grünland, Wald und Pferden. Daher weiß ich, wie viel Herzblut in jedem einzelnen Betrieb steckt. Kleine und mittlere Betriebe leisten viel für Kulturlandschaft, Versorgung und ländlichen Raum. Sie zu erhalten, muss unsere oberste Priorität sein.
Welche Themen beschäftigen die Bäuerinnen und Bauern in der Region besonders?
Ein großes Thema ist die Besucherlenkung. Das Salzkammergut wird gerne besucht, das ist großartig für all unsere touristischen Betriebe, bringt aber auch Herausforderungen. Wenn Wiesen, Wege oder Hofzufahrten nicht respektiert werden, entstehen Konflikte. Hier braucht es Bewusstsein und ein Miteinander zwischen Landwirtschaft, Tourismus und Gemeinden. Sehr belastend ist auch die Bürokratie. Vorgaben, Dokumentation und Auflagen werden mehr. Für viele Betriebe steht der Aufwand nicht mehr im Verhältnis zum Ertrag. Klein- und Mittelbetriebe spüren, wie schwierig es wird, wirtschaftlich zu arbeiten und dabei all den Anforderungen gerecht zu werden.
Wie kann die Landwirtschaftskammer unterstützen?
Die Landwirtschaftskammer ist eine wichtige Stimme für die Bäuerinnen und Bauern. Sie unterstützt bei Beratung, rechtlichen Fragen und Interessensvertretung. Vor allem muss sie sich weiter für Bürokratieabbau einsetzen. Genau hier sehe ich zugleich die wesentlichste Aufgabe der Landwirtschaftskammer. Sie ist vor allem dort wichtig, wo einzelne Betriebe allein zu wenig Gehör finden. Sie muss Anliegen bündeln und klar praxistaugliche Lösungen einfordern. Mir ist wichtig, Anliegen aus den Gemeinden und unseren Bezirken weiterzutragen. Landwirtschaft braucht Zukunftsperspektive – für große und kleine Höfe, Haupt- und Nebenerwerb und in erster Linie für unsere nächste Generation.
Zur Person
NR Bettina Zopf,
Vorsitzende des Bäuerinnen-Beirates, Bezirk Gmunden
Vorsitzende des Bäuerinnen-Beirates, Bezirk Gmunden
- verheiratet, Mutter von zwei Töchtern
- Nebenerwerbslandwirtschaft: Grünland, Wald, Pferde
- seit 2006 aktiv für den Ortsbauernausschuss als Schriftführerin
- seit 2019 Abgeordnete zum Nationalrat
- seit 2020 Vorsitzende des Bäuerinnen-Beirat