Unsere Bezirksbauernkammer in Freistadt
„Wir bauen die Zukunft der Landwirtschaft auf Kraft, Erfahrung und Innovationsgeist“
Trotz aller Herausforderungen ist BBK-Obmann Martin Moser überzeugt: „Unsere bäuerlichen Familienbetriebe
haben Zukunft. Wenn wir Zusammenhalt zeigen, mit Selbstbewusstsein auftreten und politische Entscheidungen
mit Hausverstand getroffen werden, dann können wir optimistisch nach vorne blicken.
„Als Bezirksbauernkammerobmann
ist
es mir wichtig, dass
die Landwirtschaft
im Mühlviertel auch künftig
eine Perspektive hat. Unsere
Betriebe wirtschaften nachhaltig,
verantwortungsvoll und generationenübergreifend.
Dafür
brauchen wir Rahmenbedingungen,
die praktikabel bleiben
und die Realität am Hof
berücksichtigen“, betont der
Freistädter BBK-Obmann Martin
Moser. Große Sorgen bereitet
ihm derzeit die Renaturierungsverordnung
der Europäischen
Union. „Naturschutz
ist wichtig und wird
von unseren Betrieben
seit Jahrzehnten
gelebt. „Schützen
durch Nützen“
ist unser Credo, das
auch in den Natura-2000-
Gebieten im Bezirk seit Jahrzehnten
umgesetzt wird. Was
wir ablehnen, sind zusätzliche
Auflagen, Flächenstilllegungen
oder Eingriffe, die
unsere Versorgungssicherheit
gefährden und die Produktion
ins Ausland verlagern.“ Es
braucht für die Umsetzung aber
vor allem auch finanzielle Mittel,
die nicht vom Budget-Topf
der Landwirtschaft kommen
dürfen, ist der Bad Zeller überzeugt.
Weitere zentrale Thema
sind für ihn Wolf und Biber:
„Die Rückkehr großer Beutegreifer
stellt viele Tierhalter vor
große Probleme. Wer Verantwortung
für Tiere übernimmt,
braucht Schutz und Rechtssicherheit.
Auch beim Biber sehen
wir zunehmend Schäden
an landwirtschaftlichen Flächen,
Entwässerungen und Infrastruktur.
Die neue Biberverordnung
bringt jedoch zu viel
Bürokratie und mit 58 Tieren
im Mühlviertel zu geringe Eingriffsmöglichkeiten.“
Mit Sorge betrachtet der
BBK-Obmann auch die Entwaldungsverordnung:
„Unsere
Waldbesitzer wirtschaften
seit Generationen nachhaltig.
Zusätzliche Bürokratie, Dokumentationspflichten
und
Unsicherheit beim Holz- oder
Rinderverkauf treffen vor allem
kleinere Familienbetriebe
hart. Hier braucht es Vertrauen
in unsere heimische Forstwirtschaft
statt neuer Hürden.
Auch der Klimawandel ist spürbar.
Zunehmende Dürre setzt
Grünland, Ackerbau und Wasserversorgung
unter Druck. Investitionen
in Wasserspeicherung,
Bewässerung und widerstandsfähige
Kulturen müssen
daher möglich sein. Unsere
Bauern sind bereit, sich anzupassen,
benötigen aber Planungssicherheit
und Unterstützung.“
Ein wichtiges Thema für die
Region sind geplante Stromleitungen
von Königswiesen
nach Wartberg sowie von Sandl
nach Rainbach im Zusammenhang
mit Windkraftanlagen.
Die Energiewende kann nur
gelingen, wenn sie mit den
Menschen und nicht gegen sie
umgesetzt wird. Grundeigentümer
und Gemeinden müssen
frühzeitig eingebunden
werden. Eingriffe in landwirtschaftliche
Flächen brauchen
faire Lösungen und Rücksicht
auf die regionale Entwicklung.
Trotz aller Herausforderungen
ist Moser überzeugt: „Unsere
bäuerlichen Familienbetriebe
haben Zukunft. Wir produzieren
hochwertige Lebensmittel,
pflegen unsere Kulturlandschaft
und leisten einen
unverzichtbaren Beitrag für
den ländlichen Raum. Wenn
wir Zusammenhalt zeigen, mit
Selbstbewusstsein auftreten
und politische Entscheidungen
mit Hausverstand getroffen
werden, dann können wir optimistisch
nach vorne blicken.“
Zur Person
Martin Moser, BBK-Obmann, Bezirk Freistadt
- verheiratet mit Sabina, Vater von drei Söhnen
- führt einen Stiermastbetrieb in Bad Zell gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn
- BBK-Obmann seit März 2021
- Bürgermeister von Bad Zell seit 2021
- Obmann Naturpark Mühlviertel seit 2016
- Obmann Schutzgemeinschaft Natura 2000 FR/PE seit 2025
- Aufsichtsrat Raiffeisenbank Aist seit 2020
„Wertschöpfung stärken und Wertschätzung leben“
Johanna Miesenberger ist Vorsitzende des
Bäuerinnenbeirates Freistadt. Der Wandel in der
Landwirtschaft ist ihrer Meinung nach im Bezirk
Freistadt ganz besonders spürbar.
Zukunftsperspektiven
für Hofübernehmerinnen
und
-übernehmer, Stabilität
der Betriebe
und Wertschätzung der bäuerlichen
Arbeit sind ihr besonders
wichtig.
Was braucht es deiner Meinung nach für eine gelingende Hofübernahme?
Die Hofübernahme ist eine der entscheidendsten Phasen für unsere bäuerlichen Familienbetriebe. Viele junge Menschen sind motiviert und gut ausgebildet, aber sie stoßen oft auf unnötige Hürden. Bürokratie ist hier ein zentrales Thema – wir müssen Verfahren vereinfachen und klarer gestalten. Gleichzeitig geht es darum, Perspektiven zu schaffen. Betriebsentwicklungen in Richtung Diversifizierung müssen stärker gefördert werden. Auch innovative Projekte brauchen mehr Unterstützung, damit junge Betriebsführer ihre Ideen umsetzen können. Wer einen Hof übernimmt, soll nicht nur verwalten, sondern gestalten können.
Wie kann die Wertschöpfung auf den Betrieben gesteigert werden?
Die globalen Märkte sind angespannt, und das spüren unsere Betriebe unmittelbar. Preisschwankungen, steigende Betriebsmittelkosten und insbesondere hohe Energiekosten setzen die Landwirtschaft unter Druck. Deshalb müssen wir auf mehreren Ebenen ansetzen: Einerseits braucht es Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten, etwa durch Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien am Hof. Andererseits müssen wir neue Vermarktungsstrategien entwickeln. Regionale Kreisläufe, Direktvermarktung und Kooperationen bieten große Chancen, mehr Wertschöpfung in der Region zu halten. Am Ende muss klar sein: Die Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern muss sich auch wirtschaftlich lohnen, denn die Versorgungssicherheit ist unsere Verantwortung.
Welche Rolle spielen für dich die Menschen, die am Hof leben und arbeiten?
Die Bäuerinnen, Bauern und ihre Familien tragen eine enorme Verantwortung. Sie sehen sich hohen gesellschaftlichen Erwartungen gegenüber und müssen vielfältige betriebliche Herausforderungen bewältigen. In der Interessenpolitik müssen wir das ernst nehmen – denn die wichtigste Ressource in der Landwirtschaft ist der Mensch. Eines ist mir besonders wichtig: Wertschätzung allein reicht nicht. Sie muss sich auch im Einkommen widerspiegeln. Faire und ausreichende Wertschöpfung aus bäuerlicher Arbeit ist das Gebot der Stunde. Nur so können unsere Familienbetriebe auch in Zukunft bestehen.
Was braucht es deiner Meinung nach für eine gelingende Hofübernahme?
Die Hofübernahme ist eine der entscheidendsten Phasen für unsere bäuerlichen Familienbetriebe. Viele junge Menschen sind motiviert und gut ausgebildet, aber sie stoßen oft auf unnötige Hürden. Bürokratie ist hier ein zentrales Thema – wir müssen Verfahren vereinfachen und klarer gestalten. Gleichzeitig geht es darum, Perspektiven zu schaffen. Betriebsentwicklungen in Richtung Diversifizierung müssen stärker gefördert werden. Auch innovative Projekte brauchen mehr Unterstützung, damit junge Betriebsführer ihre Ideen umsetzen können. Wer einen Hof übernimmt, soll nicht nur verwalten, sondern gestalten können.
Wie kann die Wertschöpfung auf den Betrieben gesteigert werden?
Die globalen Märkte sind angespannt, und das spüren unsere Betriebe unmittelbar. Preisschwankungen, steigende Betriebsmittelkosten und insbesondere hohe Energiekosten setzen die Landwirtschaft unter Druck. Deshalb müssen wir auf mehreren Ebenen ansetzen: Einerseits braucht es Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten, etwa durch Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien am Hof. Andererseits müssen wir neue Vermarktungsstrategien entwickeln. Regionale Kreisläufe, Direktvermarktung und Kooperationen bieten große Chancen, mehr Wertschöpfung in der Region zu halten. Am Ende muss klar sein: Die Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern muss sich auch wirtschaftlich lohnen, denn die Versorgungssicherheit ist unsere Verantwortung.
Welche Rolle spielen für dich die Menschen, die am Hof leben und arbeiten?
Die Bäuerinnen, Bauern und ihre Familien tragen eine enorme Verantwortung. Sie sehen sich hohen gesellschaftlichen Erwartungen gegenüber und müssen vielfältige betriebliche Herausforderungen bewältigen. In der Interessenpolitik müssen wir das ernst nehmen – denn die wichtigste Ressource in der Landwirtschaft ist der Mensch. Eines ist mir besonders wichtig: Wertschätzung allein reicht nicht. Sie muss sich auch im Einkommen widerspiegeln. Faire und ausreichende Wertschöpfung aus bäuerlicher Arbeit ist das Gebot der Stunde. Nur so können unsere Familienbetriebe auch in Zukunft bestehen.
Zur Person
BR Johanna Miesenberger
Vorsitzende des Bäuerinnen-Beirates, Bezirk Freistadt
Vorsitzende des Bäuerinnen-Beirates, Bezirk Freistadt
- verheiratet mit Gerhard, Mutter von drei Kindern und Oma von zwei Enkelkindern
- seit 1997 Bewirtschafterin des elterlichen Betriebes (Rindermastbetrieb, Schweinemast mit Direktvermarktung), seit 2025 gemeinsam mit Sohn Felix
- Landwirtschaftsmeisterin
- LK-Rätin seit 2009
- Gemeinderätin seit 2011
- Vorsitzende des Bäuerinnenbeirates seit 2013
- Bundesrätin seit 2019