Stroheim, Bezirk Eferding: Tierwohl und Vollerwerb als gemeinsames Ziel
Als Simone und Martin Baumgartner
den elterlichen Ferkelproduktionsbetrieb
im Jahr
2023 übernommen haben, war
ihr Ziel von Anfang an klar. Die
Landwirtschaft soll zukünftig
im Vollerwerb geführt werden.
Um die richtigen Entscheidungen
für die Zukunft zu treffen,
besichtigten sie 2024 mehrere
Betriebe und nutzten die Erfahrungen
von Berufskollegen
als wertvolle Orientierung. Im
Zuge der Erstellung eines Betriebskonzepts
gemeinsam
mit der Bezirksbauernkammer
Eferding Grieskirchen Wels
wurde schließlich die Investition
in einen Tierwohlmaststall
konkret. „Die daraus resultierenden
Kennzahlen waren für
uns eine wertvolle Grundlage
für die Realisierung des Projekts“,
betont Martin Baumgartner.
„Eine detaillierte Planung
im Vorfeld ist besonders
wichtig, man muss dann aber
auch den Mut haben, eine Entscheidung
zu treffen und das
Projekt umsetzen“, ergänzt seine
Frau Simone.
Das neue Betriebskonzept
2025 wurde schließlich ein
TW100-Außenklima-Tierwohlmaststall
mit 500 Mast- und
120 Ferkelaufzuchtplätzen errichtet.
Die Tiere verfügen über
doppelt so viel Platz wie in der
konventionellen Mast und haben
eine eingestreute Liegefläche
zur Verfügung. Neben
dem Tierwohl spielte auch die
Emissionsminderung durch
Kot-Harn-Trennung eine wichtige
Rolle. Die vorgeschriebene
doppelte Umzäunung des Auslaufs,
welche der Biosicherheit
dient, wurde sinnvoll genutzt
und darauf eine 16kWp-PV-Anlage
montiert.
Die Umstellung auf Langschwanzferkel
hat unter anderem
durch die Erweiterung
der Ferkelaufzucht gut funktioniert.
Die Tiere fühlen sich
im Außenklimastall wohl und
erreichen gute Mastleistungen,
sind die Baumgartners zufrieden.
Obwohl der Zuchtbereich
bereits 2010 umfassend
erneuert wurde, sind weitere
Anpassungen erforderlich, um
die ab 2033 geltenden gesetzlichen
Vorgaben zu erfüllen.
Dabei sollen die bestehenden
Gebäude möglichst weiter genutzt
und notwendige Umbauten
effizient in die vorhandene
Bausubstanz integriert werden,
um einen kompletten Neubau
zu vermeiden. Geplant ist außerdem
ein großer Stromspeicher
zur besseren Nutzung des
selbst erzeugten PV-Stroms.
Simone hat heuer zudem die
Ausbildung zur Seminarbäuerin
abgeschlossen. Mit dem
erworbenen Wissen möchte
sie bei Konsumentinnen und
Konsumenten das Verständnis
für heimische Lebensmittel
stärken.
Betriebsspiegel
- 85 Zuchtsauen, 500 Mastplätze, Lohndrusch
- 39 Hektar Acker, 7,6 Hektar Grünland, 5 Hektar Wald, von der Gesamtfläche ca. 19 Hektar Eigenfläche