Sojasorten für 2026
Den richtigen Zeitpunkt abwarten
Im Sojaanbau gelten ähnliche Grundsätze wie im Mais: Bodenbearbeitung und Aussaat sollten keinesfalls bei nassen Bedingungen erfolgen, um Verdichtungen und Verschmierungen zu vermeiden. Je nach Vorfrucht ist daher Geduld gefragt, da Ernterückstände wie Maisstroh das Abtrocknen verzögern können; eine gezielte Bodenbearbeitung kann gleichzeitig zur Regulierung der ersten Unkrautwelle genutzt werden. Das Saatbett sollte nach dem Prinzip „so fein wie nötig, so grob wie möglich“ vorbereitet werden, da ein zu feines Saatbett Verschlämmung und Erosion begünstigt, gleichzeitig aber eine gleichmäßige Herbizidwirkung ermöglicht werden muss. Die Aussaat erfolgt idealerweise bei steigenden Temperaturen und einer Bodentemperatur von mindestens 10 °C, um einen raschen und gleichmäßigen Feldaufgang zu sichern. Die Ablagetiefe beträgt – abhängig von der Bodenfeuchte – etwa 3 bis maximal 4 cm, wobei entscheidend ist, dass das Saatgut in einer festen und ausreichend feuchten Bodenschicht abgelegt wird.
Impfen sichert Erträge ab
Damit Sojabohnen ihr Ertragspotenzial ausschöpfen können, sind funktionierende Knöllchenbakterien entscheidend, da sie der Pflanze die Nutzung von Luftstickstoff ermöglichen und somit wesentlich zur Stickstoffversorgung beitragen. Da Soja in unseren Breiten keine heimische Kultur ist, müssen die passenden Bakterienstämme über das Saatgut eingebracht werden. Selbst bei bereits werkseitig geimpftem Saatgut kann die Wirksamkeit durch Lagerung und Transport abnehmen, weshalb eine frische Beimpfung unmittelbar vor der Aussaat empfohlen wird – auch auf Flächen mit regelmäßigem Sojaanbau. Versuche der Landwirtschaftskammer Oberösterreich zeigen dadurch durchschnittliche Mehrerträge von fünf bis zehn Prozent. Für die Praxis stehen dafür flüssige Präparate und Granulate zur Verfügung. Neu zur Saison 2026 bietet die Saatbau Linz mehrere Sorten mit der Saatgutbehandlung Turbosoy® Injected (TI) an, bei der das Inokulat direkt in das Saatkorn eingebracht wird und eine zusätzliche Beimpfung am Betrieb entfallen soll.
Auswahl für Oberösterreich
In Oberösterreich wird Soja inzwischen in allen Bezirken erfolgreich angebaut, wobei die Sortenwahl stark vom Standort abhängt. In absoluten Randlagen wie dem Seengebiet oder dem Mühlviertel haben sich vor allem frühe Sorten der Reifegruppe 0000 sowie der Reifegruppe 000 bis zur Reifenote 2 bewährt. Im Alpenvorland überzeugten im Jahr 2025 insbesondere Sorten mit den Reifenoten 3 und 4, da sie auch unter durchschnittlichen Witterungsbedingungen eine gut beherrschbare Erntefeuchtigkeit erreichten. In besonders begünstigten Lagen Oberösterreichs können neben Sorten der Reifegruppen 0000 und 000 auch spätere Sorten der Reifegruppe 00 angebaut werden. Hier sind Sorten bis zur Reifenote 5 meist gut geeignet, während Sorten mit der Reifenote 6 zwar in trockenen und heißen Jahren funktionieren können, in durchschnittlichen Jahren – wie 2025 – jedoch das Risiko besteht, dass sie nicht ausreichend abtrocknen und dadurch schwer lagerfähig sind.
- Von der Saatbau Linz eignen sich in Oberösterreich die Sorten ARIETTA (000) für alle Lagen sowie ADELFIA (000) und AZOLIA (000) für Standorte im Alpenvorland. Für oberösterreichische Gunstlagen wird zudem die Sorte ALGEBRA (00) empfohlen.
- Bei der Probstorfer Saatzucht ist ABACA (000) für alle Lagen geeignet, während AFORIA (000) und AKUMARA (000) vor allem für Standorte im Alpenvorland empfohlen werden. Für oberösterreichische Gunstlagen kommen außerdem ANNABELLA (00) und ATACAMA (00) in Frage.
- Aus dem Sortiment der RWA eignet sich Paprika (000) für Standorte im Alpenvorland, während Simpol (00) und Astronomix (00) für oberösterreichische Gunstlagen geeignet sind.
Eine fundierte Entscheidungsgrundlage für den oberösterreichischen Sojaanbau bieten die Landessortenversuche der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Detaillierte Ergebnisse sind im Versuchsportal unter https://www.lko.at/versuch abrufbar.