„Sehe mich als Brückenbauer für die Landwirtschaft“
Der Landwirt aus
Oberschlierbach steht
seit 2019 an der Spitze der Bezirksbauernkammer Kirchdorf.
Im Gespräch erzählt er, was ihn
antreibt, welche Herausforde
rungen die Betriebe beschäftigen
und warum Zusammenarbeit für
ihn unverzichtbar ist.
Warum engagierst du dich seit vielen Jahren in der Interessenvertretung?
Mir war es immer wichtig, nicht nur zuzuschauen, sondern Verantwortung zu übernehmen und aktiv mitzugestalten. Als Obmann der Bezirksbauernkammer verstehe ich mich als Bindeglied zwischen Landwirtschaft, Politik, Behörden und anderen Interessengruppen. Vor allem sehe ich mich aber als Sprachrohr unserer Bäuerinnen und Bauern. Es ist meine Aufgabe, ihre Anliegen, Sorgen und Ideen dorthin zu bringen, wo Entscheidungen getroffen werden. Dabei gehört es auch dazu, schwierige Themen offen anzusprechen und unterschiedliche Interessen an einen Tisch zu bringen.
Ich bin überzeugt, dass jeder Fortschritt – auch wenn er noch so klein erscheint – ein Schritt in die richtige Richtung ist. Diese Haltung begleitet mich in all meinen politischen Funktionen und motiviert mich, Entwicklungen aktiv voranzutreiben.
Ich bin überzeugt, dass jeder Fortschritt – auch wenn er noch so klein erscheint – ein Schritt in die richtige Richtung ist. Diese Haltung begleitet mich in all meinen politischen Funktionen und motiviert mich, Entwicklungen aktiv voranzutreiben.
Welche Themen beschäftigen die Betriebe derzeit am meisten?
Die wirtschaftliche Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe gestaltet sich vielfach herausfordernd. Die Betriebe sind grundsätzlich bereit, ihre Höfe weiterzuentwickeln und neue Herausforderungen anzunehmen. Damit dieser Weg jedoch erfolgreich beschritten werden kann, braucht es verlässliche, praktikable und vor allem langfristig planbare Rahmenbedingungen.
Warum ist dir der Dialog mit Behörden und anderen Partnern so wichtig?
Weil viele Probleme nur gemeinsam gelöst werden können. Ein offener Austausch mit Behörden oder Amtstierärzten hilft dabei, Herausforderungen frühzeitig anzusprechen. Auch bei Konflikten, etwa zwischen Grundeigentümern und Jagd, braucht es oft jemanden, der vermittelt. Man muss nicht immer derselben Meinung sein, sollte aber gemeinsam an einem Strang ziehen.
Welche Bedeutung hat die Berglandwirtschaft im Bezirk?
Eine sehr große Bedeutung. Berg- und Almbäuerinnen und -bauern leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Pflege unserer Kulturlandschaft, zur Versorgung mit regionalen Lebensmitteln und zur Lebensqualität im ländlichen und alpinen Raum. Viele dieser Leistungen werden oft als selbstverständlich wahrgenommen, sind es aber keineswegs − angesichts der vielfach schwierigen Bewirtschaftungsbedingungen in den Berggebieten. Mit dem in unserer Region initiierten Projekt „Mehrwert Berglandwirtschaft“ wollen wir diesen Beitrag stärker sichtbar machen und langfristig dafür sorgen, dass diese Leistungen auch entsprechend anerkannt und abgegolten werden.
Wie blickst du in die Zukunft der Landwirtschaft?
Ich blicke optimistisch in die Zukunft. Unsere Bäuerinnen und Bauern verfügen über enormes Fachwissen, Innovationskraft und die Fähigkeit, sich auf veränderte Rahmenbedingungen einzustellen. Gleichzeitig ist es ein starkes Signal, dass sich viele junge Menschen für eine landwirtschaftliche Ausbildung entscheiden. Das zeigt, dass eine Generation heranwächst, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.
Zur Person
Andreas Ehrenhuber, BBK-Obmann, Bezirk Kirchdorf
- verheiratet mit Barbara, Vater von vier Kindern (3 Söhne, 1 Tochter)
- Milchviehbetrieb in der Gemeinde Oberschlierbach mit 35 Milch kühen und ca. 70 Stück Nachzucht, Verkauf von Kalbinnen als Zuchttiere (Fleckvieh, Holstein, Red Holstein, Brown Swiss, Jersey und Normanne)
- bewirtschaftet ca. 56 Hektar Grünland (davon 38 Hektar Eigengrund), 9,5 Hektar Wald sowie eine rund 12 Hektar große Almfläche in Altpernstein
- Bezirksbauernkammerobmann seit 2019
- weitere Funktionen: u.a. im Vorstand im Verein für Alm und Weide, Bezirksjagdbeirat, RZO Ausschussmitglied, Kuratoriumsmitglied Siedlungsfonds für OÖ, Gemeinderat in Oberschlierbach und Obmann des Raumplanungsausschusses