Schweinemarkt startet schleppend ins neue Jahr
Strafzölle und ASP-Seuche waren Rentabilitätskiller
Schon im Herbst vergangenen Jahres schmälerte die Einführung von China-Antidumpingzöllen den Erlös je Durchschnittsschwein um cirka 10 Euro pro Schwein, wodurch der Mastdeckungsbeitrag auf durchschnittlich 12 Euro fiel. Ein weiteres Minus Anfang Oktober in der Höhe von etwa 15 Euro drehte dann die Deckungsbeitragskurve sogar ins Negative. Damit schloss man 2025 mit einem durchschnittlichen Deckungsbeitrag pro Schwein von cirka 21 Euro ab. Zur Vollkostendeckung, die man von 2022 bis 2024 erzielen konnte, fehlen damit 2025 etwa 9 Euro.
Verzögerte Abholung Mitte Jänner
Circa 90.000 Schweine beträgt die Wochenschlachtkapazität der heimischen Schlachtbranche. Damit bedeutet der Ausfall einer gesamten Wochenkapazität, dass zusätzlich zu den ca. 90.000 frisch anfallenden schlachtreifen Schweinen weitere 90.000 Stück geschlachtet werden sollten. Weil bei gut gehenden Märkten das Höchstmaß an Schlachtleistung in Österreich bei ca. 110.000 Stück liegt, dauert die Aufarbeitung des über den Jahreswechsel entstandenen Überhangs 4 bis 5 Wochen. Diese Problematik ist EU-weit in sehr vergleichbarer Form gegeben, sodass in dieser Phase ebenfalls mit einer nicht weiter fallenden Preissituation zu hoffen ist.
Produktion hat 2025 zugelegt
Erste Hochrechnungen zur Produktionsleistung der heimischen Schweinehalter zeigen, dass cirka 2 Prozent mehr Schlachtschweine im Vorjahresvergleich an die Schlachtrampen geliefert wurden. Unter Hinzurechnung des ebenfalls gestiegenen Schlachtgewichtes dürfte die österreichische Schweinefleischerzeugung 2025 ein Plus zwischen 3 und 4 Prozent verzeichnen. Hintergrund dieser Entwicklung ist der altbekannte Schweinezyklus. In diesem Fall hat die gute Rentabilität der letzten drei Jahre zum Ausbau der Produktion beigetragen. Das gilt auch für den gesamten EU-Raum. Auch dieser Aspekt hat neben den schon erwähnten globalen Einflüssen einen negativen Effekt bei der Preisbildung.
Bescheidene Prognose für 2026
Trotz der aktuell widrigen Umstände ist auch heuer ein tendenzielles Plus bei der Schweineproduktion zu erwarten, d.h., es wäre wünschenswert, wenn sich auch absatzseitig positive Entwicklungen auftun würden. Für das europäische Preisgefüge ist das Geschäft in Asien relevant. Floriert der Warenstrom Richtung Peking, Seoul oder Tokio, so herrscht Entspannung und Preisstabilität. Wenn nicht, ist das Gegenteil der Fall. Zollkrieg und ASP-Ausbruch in Spanien im Herbst haben diesen Zusammenhang schmerzlich vor Augen geführt. Die Hoffnung für etwas Optimismus im laufenden Jahr basiert auf der Tatsachen, dass kurz vor Weihnachten die China-Strafzölle halbiert wurden und Spanien die ASP offensichtlich durch regionale Eingrenzung im Griff hat und somit das Exportventil nach Asien wenigstens halbwegs offenhalten kann.
Endlich "Haxl"-Export nach China
Für Österreich könnte sich eine Mitte Jänner bekanntgewordene Frohbotschaft zusätzlich positiv auswirken. Nach mehr als drei Jahre langem Bemühen seitens Schweinebörse und Schlachtbranche wurde nun durch China die Lizenz für den Export der Nebenprodukte erteilt. Fünf namhafte Schlacht- und Zerlegebetriebe können nun die Chance nutzen, die bei uns eher wertlosen Teile vom Schweineschlachtkörper gewinnbringend zu vermarkten. Je nach Marktverlauf ist laut Erfahrungen aus lizenzierten Ländern ein Mehrerlös pro Schlachtschwein zwischen 5 und 10 Euro pro Schlachtschwein erzielbar. Die Schweinebörse wird dafür sorgen, dass auch die heimischen Schweinebauern einen gerechten Anteil an diesem erhofften Mehrerlös erzielen werden.
ASP-frei bleiben!
Da die Prognose für heuer ohnehin bescheiden ausfällt, ist es umso wichtiger, dass hierzulande die Seuchenfreiheit bestehen bleibt. Sofern dies hoffentlich gelingt, könnte neben dem erwähnten Einstieg in den "Haxl-Export" nach China auch der routinemäßige Export nach Asien wieder Fahrt aufnehmen. Denn, obwohl Spanien auf Basis der genehmigten Regionalisierung aus nicht betroffenen Gebieten nach China liefern darf, akzeptiert beispielsweise Japan zurzeit kein spanisches Schweinefleisch. Folgedessen sind andere ASP-freie Länder gefragt, wie z.B. Österreich. Daher einmal mehr der Aufruf zur Vorsicht und zur Einhaltung aller Biosicherheitsmaßnahmen. ASP-Freiheit ist bares Geld für Schweinebauern!