Schweine können auch ohne Mais gefüttert werden
Geschätzt rund 40 bis 50% der Schweine in Europa werden mit Getreide gefüttert
In vielen Regionen Europas dominiert Getreide die Fruchtfolge, somit werden dort Schweine oft komplett ohne Trockenmais gefüttert. Tabelle 1 zeigt Orientierungshilfen zum Einsatz von Futtermitteln für Schweine bei einwandfreier mikrobiologischer Qualität.
Bei hohen Getreideanteilen ist der Einsatz von NSP (Nicht Stärke Polysaccheride) spaltender Enzyme bei Ferkeln überlegenswert (Glucanasen, Xylanasen)
Bei hohen Getreideanteilen ist der Einsatz von NSP (Nicht Stärke Polysaccheride) spaltender Enzyme bei Ferkeln überlegenswert (Glucanasen, Xylanasen)
Tabelle 1: Orientierungshilfe zu prozentuellen Obergrenzen von Futtermitteln in der Ration von Schweinen aus der Broschüre Futterberechnung für Schweine, 2026.
| Getreide | Ferkel | Sauen | Mastschwein | |||
| 12-20 kg | 20-30 kg | tragend | laktierend | 30-70 kg | 70-120 kg | |
| Gerste | 80 | 80 | 80 | 80 | 80 | 80 |
| Weizen | 50 | 50 | 20 | 50 | 50 | 50 |
| Triticale | 20 | 20 | 20 | 30 | 50 | 50 |
| Roggen | 10 | 10 | 20 | 30 | 30 | 50 |
| Hafer | 5 | 5 | 30 | 10 | 10 | 10 |
Keine Angst vor hohen Gerstenanteilen
Gerste ist das Schweinefutter schlechthin. Es zeichnet sich durch eine gute diätetische Wirkung aus. Der Futterbrei im Magen bleibt locker geschichtet, was zu einer guten Durchsäuerung und zu einer optimalen Wirkung der Verdauungsenzyme führt. Wenn die Mahlfeinheit steimmt, dann wird Magengeschwüren perfekt vorgebeugt. Gerste enthält zusätzlich relativ viel Beta-Glucane, das sind lösliche Schleimstoffe, welche unter anderem die positiven Bakterien im Dickdarm fördern.
Bei hohen Gerstenanteilen und niedrigem Hektolitergewicht sollte man die Energiedichte des Futters im Auge behalten. Sinkt diese zu stark ab, dann könnte die Gesamtenergieaufnahme leiden. Die Energiekonzentration bezogen auf 88% Trockensubstanz sollte im Ferkelfutter 12,8 MJ und im Mastfutter 12,5 MJ nicht wesentlich unterschreiten.
Bei laktierenden Sauen hängt die notwendige Energiedichte im Futter stark vom Faktor "Absäugen" ab, bzw. wie hoch die Futteraufnahme der Sauen ist. Zur Energieaufwertung in der Ration könnte man statt Sojaextraktionsschrot mit 43% Rohprotein besser jenen mti 46% Rohprotein verwenden. Auch der Einsatz von getoasteter Sojabohne, Sojakuchen oder Futteröl wäre möglich.
Bei hohen Gerstenanteilen und niedrigem Hektolitergewicht sollte man die Energiedichte des Futters im Auge behalten. Sinkt diese zu stark ab, dann könnte die Gesamtenergieaufnahme leiden. Die Energiekonzentration bezogen auf 88% Trockensubstanz sollte im Ferkelfutter 12,8 MJ und im Mastfutter 12,5 MJ nicht wesentlich unterschreiten.
Bei laktierenden Sauen hängt die notwendige Energiedichte im Futter stark vom Faktor "Absäugen" ab, bzw. wie hoch die Futteraufnahme der Sauen ist. Zur Energieaufwertung in der Ration könnte man statt Sojaextraktionsschrot mit 43% Rohprotein besser jenen mti 46% Rohprotein verwenden. Auch der Einsatz von getoasteter Sojabohne, Sojakuchen oder Futteröl wäre möglich.
Weizen auf rund 50% Rationsanteil begrenzen
Der maximale Weizenanteil hängt stark vom enthaltenden Klebereiweiß ab. Dieser führt bei höheren Anteilen zu einer gewissen Verkleisterung des Futterbreis im Magen. Einerseits wird dadurch die Wirkung der Verdauungsenzyme gestört und andererseits die gleichmäßig Durchsäuerung des Futterbreis verhindert, was das Risiko für Magengeschwüre erhöht. Nachdem Futterweizen weniger Klebereiweiß enthält, ist dieser Mahlweizensorten vorzuziehen. In der Versuchsanstalt Schwarzenau werden seit vielen Jahren mit Erfolg Rationen in der Ferkelaufzucht mir rund 50 Prozent Futterweizenanteil gefüttert. Einzig bei der Aufzucht von Langschwanz-Ferkeln sollte man den Weizenanteil etwas stärker begrenzen.
Getreide spart Eiweißfuttermittel
Körnermais enthält rund 7,5% Rohprotein bei 88% Trockensubstanz, Futtergetreide rund 9 bis 13%. In etwa kann man je 10 Einheiten mehr Getreide in der Ration im Austausch zu Körnermais, rund 0,7 bis 0,8 Einheiten Sojaschrot in der Ration einsparen.
Die Preiswürdigkeit bei Zukauf beachten
Bei der Preiswürdigkeitsberechnung wurden folgende Zukaufspreise unterstellt: 52 Cent bei Soja 43, 36 Cent bei Trockenschnitzel und 20,4 Cent bei Gerste. Benötigt man die Rohfaser der Gerste in der Ration, dann ist diese in etwa um 2 bis 3 Cent mehr wert als Trockenmais und in etwa um 1,5 bis 2,5 Cent mehr als Weizen. Bringt die zusätzliche Rohfaser der Gerste keinen Mehrwert in der Ration, dann ist diese in etwa gleich viel Wert als Trockenmais, und in etwa um 1,0 bis 1,5 Cent weniger Wert als Weizen. Gerste ist bei einem Landesproduktenhändler im Großraum Wels am 11.8.2026 um rund 3,5 Cent günstiger als Weizen und um rund 10 Cent günstiger als Trockenmais.
Die Fütterungsberater der Landwirtschaftskammern stehen für Detailanfragen und für Rationsberechnungen gerne zur Verfügung und bieten eine professionelle unabhängige Beratung.
Hannes Priller, Fütterungsreferent LK OÖ, 050/6902-4856, hannes.priller@lk-ooe.at
Hannes Priller, Fütterungsreferent LK OÖ, 050/6902-4856, hannes.priller@lk-ooe.at