Schafhaltung – ein Erwerbszweig mit viel Potenzial
Die Schafhaltung entwickelte sich in den vergangenen Jahrzehnten in Oberösterreich sehr positiv. Seit dem Tiefststand im Jahr 1965 hat sich der Schafbestand in Oberösterreich mit nunmehr 68.200 Schafen (laut Statistik Austria) mehr als versiebenfacht. Diese grünlandbasierte Tierhaltungsform, die in kleinstrukturierten Familienbetrieben stattfindet und Produkte wie Lammfleisch, Schafmilch und Schafwolle hervorbringt, entspricht dem Wunsch vieler Konsumentinnen und Konsumenten nach Ursprünglichkeit und Lammfleisch aus Österreich ist heiß begehrt.
„Bei der hohen Fleischqualität bei den Junglämmern greifen wieder viele Konsumenten zum Lammfleisch, die dieses früher eher nicht so goutiert haben. Lammkotelettes vom Grill sind z.B. einfach in der Zubereitung und bringen gewürzt mit den passenden Kräutern mediterranes Flair auf die heimischen Teller. Dennoch ist beim Pro-Kopf-Verbrauch von 1,2 Kilogramm Lammfleisch pro Österreicher und Jahr noch viel Luft nach oben. Die Nachfrage ist da und es werden Neueinsteiger in diesem Bereich sind gesucht“, betont Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ. Neben der Lammfleischproduktion hat sich in OÖ auch die Haltung von Milchschafen als spezialisierter Betriebszweig innerhalb der insgesamt kleinstrukturierten und grünlandbasierten Schafhaltung etabliert. Insgesamt werden in OÖ laut VIS-Jahreserhebung 2025 gut 6.600 Milchschafe auf 108 Betrieben gehalten.
„Die oberösterreichische Schafzucht und Schafhaltung blickt auf eine sehr gute und stabile Entwicklung zurück. Der steigende Bedarf an Lammfleisch und Zuchtschafen bietet zahlreichen Betrieben eine Produktionsalternative“, ist Johann Perner, Obmann des OÖ Landesverbandes für Schafzucht und Schafhaltung, überzeugt.
Der Landesverband für Schafzucht und Schafhaltung Oberösterreichs ist das zentrale Netzwerk für die Schafhalter in unserem Bundesland. Fast 1.000 Mitglieder sind in dem Verein, der zu den ältesten Schafzuchtorganisationen Österreichs zählt, organisiert und nutzen die zahlreichen Vorteile. Auf den Betrieben der Verbandsmitglieder werden rund 75 Prozent der oberösterreichischen Schafe gehalten.