Saatbau Linz thematisiert Versorgungssicherheit
Die Versorgungssicherheit mit
Agrarprodukten galt in Österreich
lange als selbstverständlich
– und dies nicht nur bei
heimischen Erzeugnissen, sondern
bei den Importen. Handelskonflikte,
die Folgen der
Klimaveränderung und zunehmende
Marktkonzentrationen
zeigen, wie fragil dieses System
ist. „Aufgrund des hohen Anteils
der Eigenproduktion in
vielen Bereichen ist die Versorgungssicherheit
in Österreich
derzeit gut. In anderen Bereichen,
beispielsweise bei Obst,
Gemüse, pflanzlichen Ölen,
Eiweißfuttermitteln oder Düngern
besteht aber aufgrund der
Importabhängigkeit ein selektives
Risiko“, ist der Geschäftsführer
der Saatbau Linz, Josef
Fraundorfer, überzeugt.
Diesen Defiziten in der Versorgungssicherheit
will die
Saatbau Linz vor allem mit
dem Aufbau der Sojaproduktion
in Österreich entgegenwirken.
Die Saatbau Linz ist
mit dem Partner Probstdorfer
Saatzucht im gemeinsamen
Unternehmen Saatzucht Donau
nicht nur federführend in
der gentechnikfreien europäischen
Sojazüchtung, sondern
auch im Soja-Kontraktanbau.
Von den 86.000 Hektar Soja,
die im vergangenen Jahr in Österreich
angebaut wurden, stehen
10.000 Hektar im Zusammenhang
mit der Saatbau Linz.
Dies sind Flächen für die Saatgutproduktion,
Vermehrungsflächen
und Soja-Produktionsflächen
im Kontraktanbau. 36
Prozent der heimischen Sojaproduktion
wird in Bio-Qualität
kultiviert.
Dieses Bio-Soja geht zu 50
Prozent direkt in die Lebensmittelverarbeitung.
„Dies stellt
an das Ausgangsprodukt ganz
andere Qualitätsanforderungen
als die Verwendung von
Soja als Futtermittelrohstoff.
Nicht jede Sojabohne ist für
Tofu geeignet. Genau dafür
hat die Saatbau Linz in der Vergangenheit
wesentliche Züchtungs-
und Qualitätsarbeit geleistet“,
erläutert Fraundorfer.
Die Nachfrage nach heimischem
Tofu ist ungebrochen.
„Befeuert wird diese Entwicklung
durch den Trend zu proteinhaltigen
Lebensmitteln“,
erläutert Christoph Eschner,
Geschäftsführer des Traiskirchner
Unternehmens Sojarei
(NÖ), das jährlich etwa 20 bis
25 Millionen Packungen Tofu
ausschließlich aus österreichischem
Bio-Soja produziert.
Die jährlichen Wachstumsraten
bei der Tofu-Produktion
betrugen laut Eschner in den
vergangenen Jahren jeweils
etwa zehn Prozent. „Wir brauchen
immer größere Mengen
Bio-Soja, das die entsprechenden
Qualitätsanforderungen
erfüllen muss. Diese reichen
von der Farbe über die Textur
bis hin zum gewünschten Proteingehalt.
Wir sind froh, dafür
mit der Saatbau Linz einen
so kompetenten heimischen
Partner gefunden zu haben“,
betont Eschner.