Rechnungsabschluss 2025: Konsequente Haushaltsführung sichert leichten Überschuss
Die 2024 vom Hauptausschuss
festgelegten neuen Personalkennzahlen
wurden im Rahmen
natürlicher Abgänge weiter
Schritt für Schritt umgesetzt.
Für das Jahr 2025 wurde der
Jahresabschluss wieder nach
den Regelungen des Unternehmensgesetzbuches
(UGB) vorgelegt.
Der vorläufige Jahresabschluss
wurde mit Beschluss
des Hauptausschusses vom April
2026 zur Prüfung durch den
von der Vollversammlung bestellten
Wirtschaftsprüfer (Firma
LOGOS Wirtschaftsprüfungs-
u. SteuerberatungsgmbH,
1020 Wien) weitergeleitet.
Als Ergebnis der Wirtschaftsprüfung
wurde ein uneingeschränkter
Bestätigungsvermerk
ausgestellt. Der Jahresabschluss
der Landwirtschaftskammer
Oberösterreich entspricht
den gesetzlichen Vorschriften
und vermittelt ein
möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
Die Prüfung des Rechnungsabschlusses
im Kontrollausschuss
ergab keinerlei Beanstandungen
und wurde von
diesem einstimmig beschlossen.
In der Vollversammlung
wurde der Rechnungsabschluss
mit den Stimmen von
vier der fünf Wählergruppen
beschlossen.
Ergebnis gegenüber Voranschlag verbessert
Der Rechnungsabschluss für
das Jahr 2025 weist einen geringfügigen
Überschuss in der
Höhe von 220.882 Euro aus.
Der Jahresüberschuss wird der
freien Rücklage zur Verwendung
in den Folgejahren zugeführt.
Die Ertragslage hat
sich im Jahr 2025 im Vergleich
zum Vorjahr wesentlich verbessert.
Die Einnahmen aus
der Kammerumlage der landund
forstwirtschaftlichen Betriebe
erhöhten sich aufgrund
von Nachverrechnungen in
Summe um 165.000 Euro.
Die Unterstützung durch das
Land Oberösterreich im Rahmen
des Fördervertrages Beratung
erhöhte sich um 416.000
Euro, die Unterstützung durch
das Landwirtschaftsministerium
erhöhte sich ebenfalls um
193.000 Euro. Darüber hinaus
haben auch der Bereich der
Kostenbeiträge für Beratungsleistungen,
Bildungsveranstaltungen
und diverse Dienstleistungen
wesentlich zur Verbesserung
der Gesamteinnahmen
beigetragen.
Durch eine konsequente
Umsetzung aller aktuell umsetzbaren
Optimierungsmöglichkeiten
im Bereich der Sachkosten
konnten die Kostensteigerungen
weitestgehend
eingedämmt werden. Die Personalkosten
sind trotz des Gehaltsabschlusses
in Höhe von
3,5 Prozent in Summe um
265.000 Euro gesunken. Durch
die rasche Umsetzung der neuen
Personalplanung und durch
die konsequente Verfolgung
der Inanspruchnahme von Urlaub
und Zeitausgleich konnte
eine Steigerung der Personalkosten
verhindert werden. Der
notwendige Rückstellungsbedarf
für diesen Bereich blieb
dadurch in etwa stabil.
Begleitend zur beauftragten
Stabilisierung der Personalkosten
wurde vom Hauptausschuss
im März 2024 auch
der Auftrag für eine Digitalisierungsinitiative
und zu einer
Aufgabenreform erteilt. Aus
diesem Grund wurden trotz
der Sparmaßnahmen im Personalbereich
die Personalkapazitäten
im Bereich Digitalisierung
ausgeweitet.
2025 anhaltend hohe Beratungsnachfrage
Die Beratungsnachfrage gestaltete
sich aufgrund mehrerer
neuer EU-Anforderungen, turbulenter
Agrar- und Betriebsmittelmärkte,
steigender Investitionen
in einzelnen Produktionssparten
sowie einer
hohen Zahl von Betriebsübergaben
und einer hohen Dynamik
in der Erwerbskombination
weiterhin sehr intensiv.
Im Bildungsbereich sorgten
der Ablauf der Frist für die
ÖPUL-Weiterbildungen, erforderliche
Weiterbildungen für
die Sachkundigkeit in den Bereichen
Pflanzenschutz und
Rodentizide sowie die intensive
Inanspruchnahme fachlicher
Weiterbildungen und
die Persönlichkeitsbildung für
eine Rekordzahl von 44.034
Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Einnahmen- und Ausgabendetails
Die Umsatzerlöse betragen
in Summe 42.921.500 Euro.
Eine wesentliche Einnahmenposition
stellen die Kammerumlagen
der land- und forstwirtschaftlichen
Betriebe mit
10.128.900 Euro dar.
Darüber hinaus stellen die
beiden Förderverträge für die
Durchführung von Bildungsund
Beratungsleistungen mit
dem Landwirtschaftsministerium
(2.417.400 Euro) und
dem Land Oberösterreich
(15.491.500 Euro) die zentralen
Einnahmenpositionen
dar. Diese Unterstützungen ermöglichen
es, dass Beratungsleistungen
überwiegend kostenfrei
oder mit nur geringen
Kostenbeiträgen angeboten
werden können.
Die Ausgaben für Gehälter
und Löhne der Mitarbeiter
konnten trotz des Gehaltsabschlusses
von 3,5 Prozent
durch umfassende Personalmaßnahmen
um 1,1 Prozent gesenkt werden. Dabei wird
Wert auf eine gute Aus- und
Weiterbildung der Mitarbeiter
gelegt – jede Mitarbeiterin/
jeder Mitarbeiter hat durchschnittlich
fünf Weiterbildungstage
absolviert.
Der Aufwand für Material
und bezogene Leistungen
beträgt in Summe 4.294.700
Euro. Ein wesentlicher Teil davon
entfällt auf die Ausgaben
für Gastvortragende und Lehrbehelfe
im Bildungsbereich
mit 2.080.800 Euro.
Als Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen
entfällt
ein wesentlicher Teil der
Ausgaben mit 29.649.500 Euro
auf den Personalbereich. Für
Gehälter und Löhne wurden
19.952.800 Euro aufgewendet.
Ein nicht unbeträchtlicher Teil
des Personalaufwandes entfällt
auf Leistungen der Landwirtschaftskammer,
die im
Auftrag des Bundes oder des
Landes Oberösterreich für die
Kammermitglieder erbracht
werden.
Notwendige Investitionen in
die Infrastruktur wurden aktiviert
und ins Anlagevermögen
übernommen. Der Wert der
Sachanlagen zum 31. Dezember
2025 beträgt 33.639.900
Euro, davon entfällt der Großteil
auf die Liegenschaften. Die
Abschreibung für diese Sachanlagen
beträgt 1.690.800
Euro.
Die sonstigen betrieblichen
Ausgaben betragen 7.338.900
Euro. Wesentliche Bereiche
davon sind Beiträge und Förderungen
mit 2.478.000 Euro, Betriebsausgaben
mit 1.527.500
Euro, Instandhaltungen mit
1.385.800 Euro und Ausgaben
für den Bürobetrieb mit
755.900 Euro.
Ausblick laufendes Haushaltsjahr 2026
Der in der Vollversammlung im
Dezember 2025 beschlossene
Voranschlag für das Jahr 2026
konnte neben umfangreichen
Einsparungen im Sachkostenbereich
vor allem wegen der
Maßnahmen, welche im Personalbereich
gesetzt wurden,
fast ausgeglichen werden. Basis
für die Einsparmaßnahmen im
Personalbereich ist die zügige
Umsetzung der vom Hauptausschuss
im März 2024 beschlossenen
neuen Personalzahlen
für die Dienststellen, welche
eine Reduktion von insgesamt
18 Dienstposten (davon zwei
Leitungsdienstposten) vorsehen.
Darüber hinaus wird weiterhin
konsequent der Abbau
von Urlaub und Zeitausgleich
vorangetrieben. Mit einer Reduktion
der Rückstellungen
für Urlaub und Zeitausgleich
in der LK-Bilanz soll ein weiterer
wesentlicher Beitrag zur
Ergebnisverbesserung im laufenden
Haushaltsjahr geleistet
werden. Zentrales Ziel bleibt
auch im laufenden Haushaltsjahr
ein ausgeglichenes Jahresergebnis.
Die aktuellen politischen
Diskussionen zur Budgetsanierung
lassen für die kommenden
Jahre einen weiterhin hohen
Druck auf die öffentliche
Finanzierung der Landwirtschaftskammer
erwarten. Zudem
ist aufgrund der Vorgaben
im OÖ Landwirtschaftskammergesetz
kaum ein weiterer
Spielraum im Bereich der
Umlagengestaltung gegeben.
Aufgrund des bis Ende 2028
getroffenen Gehaltsabschlusses
im öffentlichen Dienst mit
nur geringen Gehaltserhöhungen
anhand von Fixbeträgen
kann aus derzeitiger Sicht bis
Ende 2028 ein durchaus stabiler
Budgetausblick gegeben
werden.