Praxistreff „Sichere Waldarbeit“
Die Waldarbeit zählt weiterhin zu den gefährlichsten Tätigkeiten in der Land- und Forstwirtschaft. Um Unfälle zu vermeiden, sind fundierte Ausbildung, regelmäßige Weiterbildung und praxisnahe Beratung von entscheidender Bedeutung. Mit dem Praxistreff „Sichere Waldarbeit“ setzt die Landwirtschaftskammer Oberösterreich in den kommenden Monaten einen gezielten Schwerpunkt zur Unfallprävention. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere Sicherheitsaspekte bei der Arbeit mit der Motorsäge.
„Jeder vermeidbare Unfall im Wald ist einer zu viel. Mit dem notwendigen Fachwissen, praktischer Übung und einer guten Vorbereitung können Risiken deutlich reduziert werden. Deshalb unterstützt die Landwirtschaftskammer Oberösterreich gezielt Schulungs- und Weiterbildungsangebote für Waldbewirtschafter. Ziel ist es, die Sicherheit bei der Waldarbeit zu erhöhen und Unfälle bestmöglich zu vermeiden“, betont LK-Präsident Franz Waldenberger.
Traurige Unfallbilanz
Pro Jahr verunglücken in Österreich durchschnittlich 34 Menschen tödlich bei der Waldarbeit. Darauf weist das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) auf Basis von Medienbeobachtungen hin. Besonders unfallträchtig sind die Monate Jänner bis März, auf die rund 40 Prozent aller tödlichen Forstunfälle entfallen. Weitere 27 Prozent ereignen sich in den Herbstmonaten September bis November. Die häufigste Ursache schwerer Unfälle sind Fällarbeiten.
Mangelhafte Ausbildung erhöht Risiko
In der Praxis zeigt sich außerdem, dass immer wieder Personen ohne ausreichende Ausbildung oder Erfahrung Waldarbeiten durchführen. „Ein wichtiger Grundsatz lautet daher: Wer sich bei einer Arbeit unsicher fühlt oder nicht mehr weiterweiß, sollte professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen. Forstdienstleister verfügen über die notwendige Ausbildung, Erfahrung und Ausrüstung, um anspruchsvolle und gefährliche Arbeiten sicher durchzuführen. Gerade bei der Waldarbeit gibt es bei schwerwiegenden Fehlern oft keine zweite Chance“, betont Günter Affenzeller, Forstberater der LK OÖ.
„Ein wichtiger Ratschlag am Schluss. Man darf sich nicht selbst überschätzen und schwierige Situationen um jeden Preis selbst lösen wollen. Bei kniffligen Bäumen ist es keine Schande Profis zu Hilfe zu holen, die bei der Fällung besonders gefährlicher Bäume unterstützen und die notwendigen Fertigkeiten und Erfahrung mitbringen. Es ist außerdem immer gut, sein eigenes Know-How zu verbessern und entsprechende Schulungen zu besuchen, so wie sie beispielsweise vom LFI angeboten werden“, ist Praxistrainer Gerhard Fragner überzeugt.
Ein Überblick über die LFI-Veranstaltungen zur sicheren Waldarbeit und Anmeldeinformationen sind unter diesem QR-Code zu finden: