Ostern 2026: Eiermarkt bleibt angespannt, dennoch stabile Versorgung
Die Versorgungslage am österreichischen Eiermarkt ist derzeit angespannt, bleibt jedoch überschaubar. Mehrere Entwicklungen greifen seit dem Herbst 2025 ineinander und sorgen für ein europäisches Marktumfeld, das inzwischen weit mehr als nur eine saisonale Verknappung darstellt. Der Eierkonsum steigt seit Jahren kontinuierlich an.
Eine Reihe von Faktoren hat das Angebot am Eiermarkt gedrosselt. Viele Betriebe haben zwischen 2020 und 2024 wegen hoher Baukosten, volatiler Märkte und fehlender Hofnachfolge keine neuen Stallungen errichtet, einige haben die Produktion eingestellt. Parallel dazu verlangsamt der EU-weite Umbau von Käfig- zu Alternativhaltungen das Produktionsvolumen: Was langfristig mehr Tierwohl bringt, führt kurzfristig zu niedrigeren Erträgen. Gleichzeitig prägt die Vogelgrippe den europäischen Markt so stark wie selten zuvor. „Für uns Österreich bedeutet das: Die Lage ist angespannt, aber beherrschbar. Zwar fehlen punktuell insbesondere Freiland- und Bioeier, doch die Handelsketten und Packstellen signalisieren stabile Lieferfähigkeit – auch Richtung Ostern“, erläutert Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ.
Während sich der Markt zum Osterhöhepunkt unter erhöhtem Druck befindet, drängt die Geflügelwirtschaft vor allem auf eine strukturelle Reform: die verpflichtende Herkunfts- und Haltungskennzeichnung in der Gastronomie.
„Im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel ist die Herkunft gelebte Praxis. Die Einzeleikennzeichnung macht jedes Ei transparent – sie garantiert, dass Konsumentinnen und Konsumenten tatsächlich zu heimischen Eiern greifen. Diese Eier sind alle mit dem AMA-Gütesiegel ausgestattet, gefüttert werden alle Legehennen gentechnikfrei. Dieses Vertrauen ist ein zentraler Pfeiler unserer Versorgungssicherheit. Genau deshalb brauchen wir diese Transparenz auch in der Gastronomie“, betont Gerold Sterrer, Obmann der Geflügelwirtschaft Oberösterreich.