Ochsen und Kalbinnen richtig mästen
Die Mast von Kalbinnen und Ochsen wird tendenziell mehr. Vorhandene Stallgebäude können ohne großen Aufwand für diese Mastformen genutzt werden. Sollen die Tiere die Vorgaben der gängigen Qualitätsprogramme erfüllen, müssen Tageszunahmen von durchschnittlich 900 Gramm ab Geburt erreicht werden. Die Rationen sollten daher Potenzial für 1.000 Gramm Tageszunahmen enthalten.
Bestes Grundfutter ist wichtig
In der Mast ist die Qualität des Grundfutters von großer Bedeutung. Seine Qualität ist ausschlaggebend für die nötige Kraftfuttermenge und eine eventuelle Ergänzung mit Eiweißfuttermitteln.
Konzentration an Energie und Rohprotein für Kalbinnenmast bei 1.000 Kilogramm Zunahmen
| Lebendmasse (LM) | Trockenmasseaufnahme (TMA) | Umsetzbare Energie (ME) | Rohprotein (CP) |
| kg | kg | MJ/kg TM | g/kg TM |
| 200 | 4,8 | 11,2 | 128 |
| 300 | 6,7 | 11,0 | 126 |
| 400 | 8,3 | 10,8 | 124 |
| 500 | 9,5 | 10,6 | 122 |
| 600 | 10,2 | 10,3 | 118 |
Nährstoffbedarf von Mastkalbinnen
(nach Gruber Tabelle Rindermast 2024, eigene Berechnung)
Die Tabelle zeigt die notwendigen Konzentrationen an Energie und Rohprotein für die Mast von Kalbinnen, die 1.000 Gramm Tageszunahmen erreichen sollen. Gutes Grundfutter z.B. Weidegras, Grassilage oder auch Maissilage, erreicht diese Energiekonzentration in der Regel nicht. Eine Ergänzung mit Kraftfutter, vornehmlich Getreideschrot, ist daher über die gesamte Mastdauer hin notwendig. Etwa 1,0 - 2,0 Kilogramm sind pro Tier und Tag zu geben.
Kaum Eiweißfutter nötig
Eine Ergänzung mit Eiweißkomponenten ist aber normalerweise nicht notwendig. Wie die Bedarfszahlen beim Rohprotein erkennen lassen, erreichen Weide und gute Grassilagen diese Konzentrationen an Rohprotein leicht. Kommt Maissilage in die Ration, ist besonders zu Beginn der Mast eine Ergänzung mit Eiweißfuttermitteln nötig. Die Mengen sind aber bescheiden. Etwa 0,25 Kilogramm Rapsextraktionsschrot sind im ersten Mastdrittel meist ausreichend.
Mineralstoffe nicht vergessen
Eine Ergänzung mit Mineralfutter ist dringend zu empfehlen. Für Ochsen und Kalbinnen eignen sich normale Milchviehmineralfutter mit 18 % Calcium, 0 - 2 % Phosphor und 8 % Natrium. 50 - 80 Gramm je Tier und Tag sollten gegeben werden. Die Versorgung mit Spurenelementen ist damit auch abgedeckt. Das Mineralfutter kann in das Getreide eingemischt werden. Eine Einmischrate von 4 % ist ideal oder man gibt die Mengen direkt einmal pro Tag auf das Grundfutter am Futtertisch. Die ausschließliche Versorgung über Lecksteine, Leckschalen oder auch das Anbieten von Mineralfutter in offenen Schalen zur freien Aufnahme ist nicht empfehlenswert. Die aufgenommenen Mengen je Tier und Tag können so nicht sichergestellt werden.
Weiter Informationen finden Sie auch auf der Homepage der Landwirtschaftskammer OÖ.
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