OÖ Pflanzenmarkt 7/2026
Düngermarkt sucht nach Orientierung
Seitens der Landwirtschaft stellt sich, wie jedes Jahr im Zeitraum von Juni bis Juli, die Frage des Frühbezugs für die kommende Saison. Der oberösterreichische Agrarhandel bietet Anfang Juni Bruttopreise für BigBag bei Harnstoff 46 % um 960 €, bei NAC 27 % um rund 490 € und Complex 15/15/15 um rund 710 € je Tonne für die Einlagerung an. DAP 18/46 wird um 1.000 € und Kali 60 % um 515 € je Tonne angeboten. Der niedrige Mahlweizenpreis von netto 180 € je Tonne (12,5 % Protein) rechtfertigt aktuell nicht das hohe Preisniveau bei den Düngemitteln.
EU-weit herrscht damit bei den Landwirten Kaufzurückhaltung. Dies führt zu wachsenden Lagerständen bei der europäischen Düngerindustrie, verbunden mit der Hoffnung der Landwirte, dass die Preise die nächsten Wochen sinken. Aber der Gaspreis, wichtigster Ausgangsstoff bei Stickstoffdünger, bewegt sich in der ersten Juniwoche bei knapp 50 € je MWh und die anhaltenden Konflikte in Ukraine und Iran sowie der fortschreitende Verbrauch der strategischen Reserven, lässt bei Öl- und Gas weitere Preissteigerungen erwarten.
In der aktuellen Situation kann seitens der Beratung keine klare Kaufempfehlung abgeleitet werden. Sehr wohl sollte der Düngereinkauf aber, im Sinne der Risikoteilung, in kleinen Schritten zu 10 bis 15 % des Bedarfs, überlegt werden. Erst im Herbst erwartet sich die Branche mehr Klarheit. Aufgrund der internationalen Entwicklungen darf frühestens in der zweiten Jahreshälfte mit steigenden Getreidepreisen gerechnet werden, womit der Düngereinkauf für die kommende Saison zu diesem Zeitpunkt vermutlich besser kalkuliert werden kann.
In der aktuellen Situation kann seitens der Beratung keine klare Kaufempfehlung abgeleitet werden. Sehr wohl sollte der Düngereinkauf aber, im Sinne der Risikoteilung, in kleinen Schritten zu 10 bis 15 % des Bedarfs, überlegt werden. Erst im Herbst erwartet sich die Branche mehr Klarheit. Aufgrund der internationalen Entwicklungen darf frühestens in der zweiten Jahreshälfte mit steigenden Getreidepreisen gerechnet werden, womit der Düngereinkauf für die kommende Saison zu diesem Zeitpunkt vermutlich besser kalkuliert werden kann.
Der Düngermittel Aktionsplan der EU liegt bisher unter den Erwartungen
Die Landwirtschaft ist in der Produktion auf leistbare Düngermittel angewiesen. Bei Getreide, Mais und Raps macht der Dünger bereits mehr als ein Drittel der Produktionskosten aus. Während in Indien, großen Teilen Afrikas und Asiens die Regierungen bemüht sind die Düngerkosten durch staatliche Förderungen zu senken, sind die Landwirte in der EU mit neuen Zöllen konfrontiert. So weisen die mit 1.1.2026 eingeführten Zölle auf CO2-Grenzausgleich (CBAM) und die weitere Anhebung der russischen Strafzölle auf Stickstoff- und Mehrnährstoffdünger mit 1.7.26 auf weiter steigende Düngerpreise hin. Nur eine zumindest teilweise Rückführung der CO2-bezogenen Einnahmen an die Landwirtschaft und die Beilegung der aktuellen Kriege, verbunden mit der Wiederaufnahme wirtschaftlicher Beziehungen zu Russland und Belarus sowie funktionierender Lieferketten mit dem Nahen Osten, würden zu spürbar billigeren Düngermitteln führen.
Getreide und Mais aktuell wenig nachgefragt
Winterweizen mit 12,5 % Protein notiert Anfang Juni an der Euronext mit 215 € je Tonne (Dez 26). Abzüglich 35 € je Tonne für Transport und Handelsspanne errechnet sich für die kommende Ernte damit ein Preis von netto 180 € je Tonne. Im Grenzraum zu Bayern werden immerhin 195 € je Tonne Mahlweizen geboten.
Körnermais notiert Angang Juni an der Euronext mit 217 € je Tonne (Mär 27). Beim Großtrockner Aschach errechnet sich abzüglich 24 € ein Landwirtepreis von netto 193 € je Tonne für die kommende Maisernte. Wird der Mais frei Lagerhaus abgeliefert, kommen noch einmal 15 € in Abzug, woraus sich in diesem Fall ein Maispreis von netto 178 € je Tonne ergibt. Auch hier werden im bayrischen Grenzraum 195 € je Tonne netto geboten.
Körnermais notiert Angang Juni an der Euronext mit 217 € je Tonne (Mär 27). Beim Großtrockner Aschach errechnet sich abzüglich 24 € ein Landwirtepreis von netto 193 € je Tonne für die kommende Maisernte. Wird der Mais frei Lagerhaus abgeliefert, kommen noch einmal 15 € in Abzug, woraus sich in diesem Fall ein Maispreis von netto 178 € je Tonne ergibt. Auch hier werden im bayrischen Grenzraum 195 € je Tonne netto geboten.
Ölsaaten bleiben interessant
Ölsaaten profitieren international spürbar vom gestiegenen Ölpreis sowie von den im Frühjahr ankündeten US-Rekordquoten zur Beimischung alternativer Kraftstoffe bei der Benzin- und Dieselherstellung. Für Sojabohne werden vom Agrarhandel für die kommende Ernte Preise von rund 400 € netto geboten. Der Anbau von Winterraps funktioniert in Oberösterreich trotz Pflanzenschutzeinschränkungen gut. Dieser erzielte im Vorjahr einen Durchschnittsertrag von 4,0 Tonnen je ha und führte 2026 in Oberösterreich zu einer Flächenausweitung um 9 Prozent auf 7.400 ha. Winterraps notiert Anfang Juni an der Euronext erfreulicherweise mit 526,50 € (Aug 26). Abzüglich 34,5 € für Transport und Handelsspanne, plus 60,0 € Rapso-Zuschlag errechnet sich für die oberösterreichischen Rapsbauern ein akzeptabler Auszahlungspreis von netto 552 € bzw. brutto 624 € je Tonne.