Kennen Sie Ihren Leitkeim?
Die Eutergesundheit ist einer der wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Milchproduktion. Hohe Zellzahlen, Mastitiden und Leistungseinbußen kosten nicht nur Geld, sondern bedeuten auch zusätzlichen Arbeitsaufwand und Stress für Tier und Mensch. Umso wichtiger ist es, den eigenen "Leitkeim" am Betrieb zu kennen.
Denn eines ist klar:
Jeder Betrieb hat seinen eigenen Leitkeim.
Während früher vor allem Staphylococcus aureus als klassischer euterassoziierter Erreger im Mittelpunkt stand und die Übertragung häufig während des Melkens erfolgte, sieht man heute zunehmen Umweltkeime wie Streptococcus uberis. Diese Keime kommen vor allem in der Umgebung der Kuh vor - etwa in Liegeboxen, feuchter Einstreu oder verschmutzten Laufgängen. Die Infektion erfolgt daher oft nicht mehr im Melkstand, sondern bereits in der Liegebox.
Gerade jetzt, wo die heißen Sommertage vor der Tür stehen, lohnt es sich besonders, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen und mögliche Schwachstellen am Betrieb zu erkennen. Hitze bedeutet für Milchkühe enormen Stress - und Hitzestress schwächt das Immunsystem. Die Folge: Kühe werden anfälliger für Mastitiden.
Wie stark sich Hitzestress tatsächlich auf die Milchleistung auswirkt, zeigte sich besonders im vergangenen Jahr. Durch die vergleichsweisen kühlen Temperaturen im Juli blieben größere Leistungseinbußen vielerorts aus. Das verdeutlicht eindrucksvoll, welches enorme Leistungspotential freigesetzt werden kann, wenn Hitzestress verhindert oder zumindest reduziert wird.
Denn eines ist klar:
Jeder Betrieb hat seinen eigenen Leitkeim.
Während früher vor allem Staphylococcus aureus als klassischer euterassoziierter Erreger im Mittelpunkt stand und die Übertragung häufig während des Melkens erfolgte, sieht man heute zunehmen Umweltkeime wie Streptococcus uberis. Diese Keime kommen vor allem in der Umgebung der Kuh vor - etwa in Liegeboxen, feuchter Einstreu oder verschmutzten Laufgängen. Die Infektion erfolgt daher oft nicht mehr im Melkstand, sondern bereits in der Liegebox.
Gerade jetzt, wo die heißen Sommertage vor der Tür stehen, lohnt es sich besonders, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen und mögliche Schwachstellen am Betrieb zu erkennen. Hitze bedeutet für Milchkühe enormen Stress - und Hitzestress schwächt das Immunsystem. Die Folge: Kühe werden anfälliger für Mastitiden.
Wie stark sich Hitzestress tatsächlich auf die Milchleistung auswirkt, zeigte sich besonders im vergangenen Jahr. Durch die vergleichsweisen kühlen Temperaturen im Juli blieben größere Leistungseinbußen vielerorts aus. Das verdeutlicht eindrucksvoll, welches enorme Leistungspotential freigesetzt werden kann, wenn Hitzestress verhindert oder zumindest reduziert wird.
Bakteriologische Untersuchungen liefern die entscheidenden Antworten
Vor allem jetzt ist der richtige Zeitpunkt, bakteriologische Untersuchungen durchführen zu lassen - insbesondere dann, wenn in letzter Zeit nur wenige Proben gezogen wurden. Denn nur wer weiß, welche Keime hauptsächlich Mastitiden verursachen, kann gezielt gegensteuern.
Die Keimflora eines Betriebes liefert wertvolle Hinweise darauf, wo der Schwerpunkt gesetzt werden muss:
Zusätzlich liefert ein Antibiogramm wichtige Informationen darüber, welche Behandlungen bei Mastitis tatsächlich zielführend sind und welche nicht. Dadurch können unnötige Antibiotikaeinsätze reduziert und Behandlungserfolge verbessert werden.
Die Keimflora eines Betriebes liefert wertvolle Hinweise darauf, wo der Schwerpunkt gesetzt werden muss:
- Liegt die Ursache eher im Melkmanagement?
- Spielen Hygiene und Liegebox eine größere Rolle?
- Gibt es Probleme bei Einstreu oder Fütterung?
Zusätzlich liefert ein Antibiogramm wichtige Informationen darüber, welche Behandlungen bei Mastitis tatsächlich zielführend sind und welche nicht. Dadurch können unnötige Antibiotikaeinsätze reduziert und Behandlungserfolge verbessert werden.
Warme Silos erhöhen das Risiko
Ein oft unterschätzter Faktor in den Sommermonaten sind warme oder nacherwärmte Silagen. Besonders bei zu geringem Vorschub im Fahrsilo steigt das Risiko für Schimmelbildung und Hefewachstum. Dadurch erhöht sich die Stoffwechselbelastung der Milchkühe deutlich. Die Tiere geraten schneller unter Stress und werden anfälliger für Erkrankungen - darunter auch Mastitiden.
Gerade im Sommer ist daher auf einen ausreichenden Vorschub im Fahrsilo zu achten. Gute Futterhygiene trägt wesentlich dazu bei, die Eutergesundheit stabil zu halten.
Gerade im Sommer ist daher auf einen ausreichenden Vorschub im Fahrsilo zu achten. Gute Futterhygiene trägt wesentlich dazu bei, die Eutergesundheit stabil zu halten.
Kühlung wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor
Studien zeigen, dass Milchkühe bereits ab etwa 20 °C in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit unter Hitzestress leiden können. Moderne Kühlsysteme und richtig eingestellte Ventilatoren gewinne daher zunehmend an Bedeutung.
Entscheidend ist dabei nicht nur, ob Ventilatoren vorhanden sind, sondern auch, ob sie richtig eingestellt sind und die notwendige Luftgeschwindigkeit tatsächlich bei der Kuh ankommt. Ziel sollte eine Windgeschwindigkeit von etwa 2,5 m/s im Tierbereich sein, um eine wirksame Kühlung zu erreichen.
Entscheidend ist dabei nicht nur, ob Ventilatoren vorhanden sind, sondern auch, ob sie richtig eingestellt sind und die notwendige Luftgeschwindigkeit tatsächlich bei der Kuh ankommt. Ziel sollte eine Windgeschwindigkeit von etwa 2,5 m/s im Tierbereich sein, um eine wirksame Kühlung zu erreichen.
Beratung hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen
Oft sind es kleine günstige Stellschrauben mit großer Wirkung. Deshalb unterstützen unsere Beraterinnen und Berater der Landwirtschaftskammer OÖ die Betriebe direkt vor Ort dabei, mögliche Ursachen für Mastitis zu erkennen und gezielt zu verhindern.
Gemeinsam werden unter anderem folgende Punkte betrachtet:
Wer seinen Leitkeim kennt, kann gezielt handeln statt nur reagieren. Genau darin liegt der Schlüssel zu einer nachhaltigen Eutergesundheit - besonders in den herausfordernden Sommermonaten.
Denn gesunde Kühen danken es mit Leistung, Fruchtbarkeit und Langlebigkeit.
Gemeinsam werden unter anderem folgende Punkte betrachtet:
- Melkroutine und Melkhygiene
- Liegeboxenkomfort und Einstreuqualität
- Lüftereinstellungen und Luftführung
- Hitzestressmanagement
- Futter- und Silagehygiene
- Ergebnisse bakteriologischer Untersuchungen
Wer seinen Leitkeim kennt, kann gezielt handeln statt nur reagieren. Genau darin liegt der Schlüssel zu einer nachhaltigen Eutergesundheit - besonders in den herausfordernden Sommermonaten.
Denn gesunde Kühen danken es mit Leistung, Fruchtbarkeit und Langlebigkeit.