Milchaustauscher richtig anrühren
Milchaustauscher werden besonders in der Rindermast teilweise auch in der Milchvieh-, Schaf- und Ziegenbetrieben eingesetzt. Wie der Name vermuten lässt, werden Inhaltsstoffe der Vollmilch durch anderen Komponenten ersetzt. Dies betrifft hauptsächlich das Milchfett und das Milcheiweiß. Diese werden für die menschliche Ernährung verwendet (Butter, Käse, etc.) und der Vollmilch entzogen. Ersetzt werden diese durchwegs durch pflanzliche Produkte.
Fett
Das entzogene Milchfett wird durch pflanzliche Fette ersetzt. Früher wurden tierische Fette wie Rindertalg und Schweineschmalz verwendet. Dies ist seit der BSE-Krist nicht mehr erlaubt. Die Anrührtemperatur war damals bei etwa 60 Grad Celsius, damit sich diese Fette gut auflösen konnten. Seit einigen Jahren wird vermehrt Sonnenblumen- oder Rapsöl verwendet. Daher ist keine so hohe Temperatur zum Anrühren mehr nötig. Sie liegt üblicherweise bei 42 Grad Celsius.
Eiweiß
Milcheiweiß wird durch Magenmilchpulver (MMP) und pflanzliche Komponenten ersetzt. MMP ist daher jener Bestandteil, der die Qualität eines MAT wesentlich kennzeichnet. Teilweise wird Molkenpulver zugefügt (MP). Dies enthält aber kein Eiweiß, sondern hauptsächlich Milchzucker. Als pflanzliche Komponente kommen meist Weizen- oder Sojaproteinisolate zum Einsatz. Da Kälber diese Eiweißquellen noch nicht gut verdauen können, sollten gute Milchaustauscher einen möglichst hohen Anteil an MMP aufweisen. Empfohlen wird ein Gehalt von 50%. Solche MAT sind zwar teurer, die Gefahr für Durchfall und Verdauungsstörungen ist aber wesentlich geringer. Von der Verwendung sogenannter "Nullaustauscher", also MAT ohne MMP ist abzuraten.
Konzentration ist entscheidend
Vollmilch ist von den Inhaltsstoffen her kaum zu übertreffen. Die in der Tabelle angeführte Vollmilch enthält 3,5% Eiweiß und 4,4% Fett. In der Praxis wird aber Milch mit durchwegs höheren Inhaltsstoffen eingesetzt. Ein guter MAT erreicht die Gehalte von Vollmilch nur zu 66 - 89% (siehe Tabelle). Das bedeutet, dass durch die richtige Konzentration des MAT versucht werden muss, annähernd an die Inhaltsstoffe von Vollmilch heranzukommen. Der in der Tabelle verwendete MAT enthält 22% Rohprotein und 20% Rohfett. Für den gleichen Rohproteinhgehalt wie Milch müssen 151 g MAT in 849 g Wasser aufgelöst werden. Möchte man den gleichen Fettgehalt und damit auch die gleiche Energie erreichen, müssten 205 g MAT in 795 g Wasser gegeben werden. Manche MAT weisen aber nur 17% Rohfett auf. Bei diesen Produkten müssten theoretisch sogar 240 g MAT eingesetzt werden. Solch hohe Mengen MAT lösen sich aber nicht mehr vollständig auf, es gibt Probleme mit den Tränkeautomaten.
Praxisfehler
In der Praxis werden wie am Sackaufkleber angegeben bespielsweise 150 g MAT in einen Liter Wasser gegeben. Dadurch enthält die Tränke aber nur 130 g MAT je Liter. Richtigerweise müsste man 150 g MAT mit 850 g Wasser auf einen Liter Tränke auffüllen. Tabelle 2 zeigt die erforderliche Menge an MAT mit ganzen Liter Wasser.
Besonders Rindermäster geben oft nur sechs bis 8 Liter Tränke pro Tag, daher sollte die erforderliche Konzentration unbedingt eingehalten werdne. Die Kälber wurden am Milchviehbetrieb oft mit zehn Liter Vollmilch oder mehr aufgezogen. Ein Wachstumsknick wäre durch die reduzierte Menge in Kombination mit einer zu niedrigen Konzentration der Tränke die Folge.
Besonders Rindermäster geben oft nur sechs bis 8 Liter Tränke pro Tag, daher sollte die erforderliche Konzentration unbedingt eingehalten werdne. Die Kälber wurden am Milchviehbetrieb oft mit zehn Liter Vollmilch oder mehr aufgezogen. Ein Wachstumsknick wäre durch die reduzierte Menge in Kombination mit einer zu niedrigen Konzentration der Tränke die Folge.
Fazit
- Etwa 180 Gramm MAT sollten mit einem ganzen Liter Wasser gemischt werden.
- Damit enthält die fertige Tränke 150 Gramm MAT je Liter, wie am Sackaufkleber angegeben.
- Dadurch wird eine Konzentration erreicht, die jener von Vollmiclh in den wesentlichen Inhaltsstoffen sehr nahekommt.
Nutzen Sie auch die Fütterungsberatung der Landwirtschaftskammer OÖ.