Nach der Dürre kommt der Engerling
In den vergangenen Wochen haben sich die Meldungen über Engerlingschäden deutlich gehäuft. Betroffen sind nicht nur einzelne Regionen, sondern Grünlandflächen im gesamten Bundesgebiet, wie in Braunau, Ried im Innkreis, Vöcklabruck, Kirchdorf und in Wels Land. Auffällig ist, dass die Schäden heuer später sichtbar werden als in vielen früheren Befallsjahren. Eine mögliche Erklärung dafür sind die außergewöhnlich hohen Sommertemperaturen. Diese könnten die Engerlinge dazu veranlasst haben, sich während der Hitzeperioden in tiefere Bodenschichten zurückzuziehen und erst jetzt wieder in die durchwurzelte Oberbodenzone einzuwandern.
Lückige Bestände erhöhen das Risiko
Ein Großteil der Maikäferpopulationen weist einen dreijährigen Entwicklungszyklus auf. In einige Regionen in Oberösterreich wird für 2027 wieder ein Hauptflugjahr erwartet. Die Weibchen bevorzugen zur Eiablage sonnige, warme Standorte sowie Bestände, die nach der Nutzung nur langsam wieder anwachsen. Genau diese Bedingungen waren heuer auf vielen trockenheitsgeschädigten Grünlandflächen gegeben.
Besonders problematisch ist weniger der aktuelle Schaden als vielmehr der Zustand vieler Grünlandbestände. Durch Trockenheit und Hitze entstandene Lücken in der Grasnarbe. Diese schaffen ideale Voraussetzungen für die Eiablage. Sollte auch das kommende Jahr von längeren Trockenphasen geprägt sein, könnte dies im Spätsommer des Flugjahres die Grundlage für erhebliche Schäden legen.
Besonders problematisch ist weniger der aktuelle Schaden als vielmehr der Zustand vieler Grünlandbestände. Durch Trockenheit und Hitze entstandene Lücken in der Grasnarbe. Diese schaffen ideale Voraussetzungen für die Eiablage. Sollte auch das kommende Jahr von längeren Trockenphasen geprägt sein, könnte dies im Spätsommer des Flugjahres die Grundlage für erhebliche Schäden legen.
Als Orientierung gelten folgende Schadschwellen:
- Im Herbst des Flugjahres: 35 - 40 Engerlinge je m²
- Im Hauptfraßjahr: 20 - 25 Engerlinge je m²
Hohes Schadenspotenzial im Grünland
Der Engerling zählt zu den wirtschaftlich bedeutendsten Grünlandschädlingen. Durch den Wurzelfraß werden die Gräser stark geschädigt und verlieren ihre Verankerung im Boden. Bei starkem Befall kann sich die Grasnarbe stellenweise wie ein Teppich abheben lassen.
Neben den erheblichen Ertragseinbußen entsteht dadurch auch ein Sicherheitsrisiko bei der Bewirtschaftung. Besonders auf Hangflächen oder bei maschinellen Arbeiten kann eine gelockerte Grasnarbe die Unfallgefahr deutlich erhöhen.
Neben den erheblichen Ertragseinbußen entsteht dadurch auch ein Sicherheitsrisiko bei der Bewirtschaftung. Besonders auf Hangflächen oder bei maschinellen Arbeiten kann eine gelockerte Grasnarbe die Unfallgefahr deutlich erhöhen.
Mechanische Bekämpfung als wichtigste Maßnahme
Die höchsten Bekämpfungserfolge werden derzeit mit mechanischen Verfahren erzielt. Der günstigste Zeitraum reicht von Ende Mai bis etwa Mitte September. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Engerlinge in der Regel in den oberen Bodenschichten und können wirksam erfasst werden.
Geeignete Geräte sind:
Geeignete Geräte sind:
- Kreiselgrubber
- Kreiselegge (auf Griff gestellt)
- Zinkenrotor
- Rotoregge
- Fräse
Einsatz biologisches Insektizid
Ergänzend zur mechanischen Bekämpfung kann der Pilz Beauveria bassiana (Stamm BOV1) eingesetzt werden. Derzeit steht dafür das Produkt Exigon im Rahmen einer Notfallzulassung bis zum 30. September 2026 zur Verfügung.
Bei einer alleinigen Anwendung des Pilzpräparates erfolgt die Ausbringung mittels Cultan-Gerät. Wird die biologische Bekämpfung mit einer mechanischen Bearbeitung kombiniert, ist auch eine Ausbringung mittels Feldspritze möglich.
Bei einer alleinigen Anwendung des Pilzpräparates erfolgt die Ausbringung mittels Cultan-Gerät. Wird die biologische Bekämpfung mit einer mechanischen Bearbeitung kombiniert, ist auch eine Ausbringung mittels Feldspritze möglich.
Dichte Grasnarbe als beste Vorbeugung
Langfristig ist die Vorbeugung die wirksamste Strategie gegen Engerlingschäden. Eine geschlossene und konkurrenzstarke Grasnarbe erschwert die Eiablage der Maikäfer und reduziert damit das Befallsrisiko deutlich.
Lückige Bestände sollten daher möglichst zeitnah nachgesät werden. Erfahrungen aus früheren Befallsjahren zeigen außerdem, dass Flächen mit einem hohen Anteil an Gemeiner Rispe auch zur Eiablage genutzt werden.
Ein rasches Nachwachsen der Bestände nach Schnitt oder Beweidung wirkt ebenfalls vorbeugend. Dazu tragen insbesondere folgende Maßnahmen bei:
Eine dichte und vitale Grasnarbe bleibt damit der wichtigste Schutz gegen zukünftige Engerlingschäden und hilft gleichzeitig, die Folgen von Trockenheit und Hitze besser abzufedern.
Lückige Bestände sollten daher möglichst zeitnah nachgesät werden. Erfahrungen aus früheren Befallsjahren zeigen außerdem, dass Flächen mit einem hohen Anteil an Gemeiner Rispe auch zur Eiablage genutzt werden.
Ein rasches Nachwachsen der Bestände nach Schnitt oder Beweidung wirkt ebenfalls vorbeugend. Dazu tragen insbesondere folgende Maßnahmen bei:
- bedarfsgerechte Düngung, insbesondere mit Stickstoff und Phosphor
- ausreichende Kalkversorgung
- Schnitthöhen von mindestens 8 cm
- scharfe Mähwerksmesser
- sowie eine an die Nutzung angepasste Bestandesführung.
Eine dichte und vitale Grasnarbe bleibt damit der wichtigste Schutz gegen zukünftige Engerlingschäden und hilft gleichzeitig, die Folgen von Trockenheit und Hitze besser abzufedern.
Quellen:
FRÜHWIRTH, P. (2016): Der Feld-Maikäfer - Grünlandwirtschaft mit dem Engerling. Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Linz.
BENKER, U.; TISCHER, J. (2022): Engerlingsproblematik im Grünland. Befallserhebung und Handlungsempfehlungen. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Freising
FRÜHWIRTH, P. (2020): Strategie Engerlingsbekämpfung. Informationen und Handlungsempfehlungen zur Engerlings-Bekämpfung.
FRÜHWIRTH, P. (2016): Der Feld-Maikäfer - Grünlandwirtschaft mit dem Engerling. Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Linz.
BENKER, U.; TISCHER, J. (2022): Engerlingsproblematik im Grünland. Befallserhebung und Handlungsempfehlungen. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Freising
FRÜHWIRTH, P. (2020): Strategie Engerlingsbekämpfung. Informationen und Handlungsempfehlungen zur Engerlings-Bekämpfung.