Milchbauern brauchen Trendumkehr bei Erzeugerpreisen
Nach einer durchaus positiven Entwicklung am Milchmarkt seit Beginn des Jahres 2024 hat sich die Lage in den letzten Monaten deutlich eingetrübt und verschlechtert. Hauptursache dafür sind hohe Anlieferungsmengen und insbesondere geopolitische Unsicherheiten, die die Märkte wiederholt negativ beeinflussen. Diese wirken sich auf vielen Ebenen des Marktgeschehens aus. Die daraus resultierenden Effekte haben teilweise unmittelbaren Einfluss auf die Erlös- und Kostensituation der Milcherzeuger und können von diesen kurzfristig kaum oder gar nicht beeinflusst werden.
„Milcherzeugung ist von langfristigen Entscheidungen geprägt und daher auf stabile Rahmenbedingungen angewiesen: Eine Milchkuh kann man nicht ein- und ausschalten, je nachdem ob Milch nachgefragt ist oder weniger Absatz hat. Stallbauinvestitionen haben einen Planungs- und Nutzungshorizont von zumindest 20 Jahren und können nicht tagaktuell ein- oder verkauft werden, die Nutzungsdauer von Kühen geht über viele Jahre. Dieses massive Auf- und Ab von Preisen fordert die bäuerlichen Betriebe zusehends“, stellt Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger fest.
Die Preisentwicklung bei Milch in den vergangenen Monaten ist nicht erfreulich. Nachdem sich die Preise von Beginn 2024 nach oben entwickelt haben, setzte im November 2025 ein deutlicher Rückgang ein.
Oberösterreich ist das Milchbundesland Österreichs und steht für Qualität, Innovation und bäuerliche Familienbetriebe. Die Anzahl der Milchviehbetriebe sank 2025 österreichweit um 3,5 Prozent auf 20.811 Betriebe. In Oberösterreich fiel der Rückgang mit minus 5,7 Prozent auf 4.958 Betriebe noch deutlicher aus. Dennoch bleibt Oberösterreich die Nummer eins der österreichischen Milchproduktion: 32,6 Prozent der gesamten österreichischen Milch werden hier produziert und jeder vierte Milchviehbetrieb Österreichs befindet sich in Oberösterreich.
Im Durchschnitt wurden in Österreich 25,8 Kühe pro Betrieb gehalten, in Oberösterreich waren es 33,1 Kühe. „Trotz der Strukturentwicklung bleibt Österreich im internationalen Vergleich ein Land mit kleinstrukturierter Landwirtschaft, in der die bäuerlichen Familien ihre Tiere persönlich kennen und betreuen“, erläutert Kammerdirektor Karl Dietachmair.