Maul- und Klauenseuche: Achten Sie besonders auf betriebliche Biosicherheitsmaßnahmen!
In Ungarn und der Slowakei wurden auf mehreren Betrieben Fälle der hochansteckenden Maul- und Klauenseuche (MKS) bei Nutztieren bestätigt, mittlerweile auch direkt an der Grenze zu Österreich. Mehrere tausend Rinder auf den Ausbruchsbetrieben mussten gekeult werden, aber auch Schweine, Schafe und Ziegen und andere Klauentiere können von der Seuche betroffen sein. Derzeit besteht kein Hinweis darauf, dass die Seuche nach Österreich eingeschleppt wurde. Das Risiko einer Einschleppung nach Österreich ist allerdings als hoch zu bewerten. Eine Einschleppung nach Österreich würde massive wirtschaftliche Schäden für die heimische Landwirtschaft verursachen und muss daher unbedingt verhindert werden. Wichtig: Die Maul- und Klauenseuche stellt keine Gefahr für den Menschen dar.
Einschleppung verhindern - Hygiene oberstes Gebot
Wichtige Biosicherheitsmaßnahmen zur Vermeidung der Einschleppung in den Betrieb sind beispielsweise:
- Einrichtung einer Hygieneschleuse mit Waschmöglichkeiten (Seife, Desinfektionsmittel)
- Zutritt betriebsfremder Personen unterbinden bzw. nur mit betriebseigener Kleidung oder Schutzkleidung (Overall, Stiefel, Handschuhe, Haube) -> Für den Betreuungstierarzt/-tierärztin sollen unbedingt eigene Stiefel und (Einweg)kleidung angeschafft werden, die nur am eigenen Betrieb genutzt werden
- Strenge Quarantänemaßnahmen für Zukaufstiere (mind. vier bis sechs Wochen) inkl. strenger Trennung der verwendeten Kleidung, Stiefel, Gegenstände für Quarantänetiere und den regulären Tierbestand
- Einkauf von Tieren nur aus bekannten Beständen mit gesichertem Gesundheitsstatus
- Aufruf zur Wachsamkeit
- Von der Einfuhr von Feldfutter und Einstreumaterial wird dringend abgeraten!
- Die Einfuhr von Mist oder Gülle aus der Slowakei und Ungarn ist verboten!
Übertragung
Die Maul- und Klauenseuche ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die ausschließlich Paarhufer betrifft, darunter Rinder, Schweine, Ziegen, Schafe und Büffel. Der Erreger verbreitet sich durch direkten Tierkontakt sowie kontaminierte Produkte, Ausscheidungen und Gegenstände. Über den Wind kann das Virus mehrere Kilometer weit verbreitet werden. Das Virus überlebt bis zu 15 Wochen in Futter und Abwasser, mehrere Jahre in Tiefkühlfleisch.
Symptome: Woran erkenne ich Maul- und Klauenseuche?
Die Inkubationszeit beträgt zwei bis sieben Tage. Meist ist die ganze Herde betroffen - das Virus ist extrem ansteckend. Bei verdächtigen Symptomen ist unbedingt der Tierarzt beizuziehen, der eine entsprechende Probenziehung durchführt. Für die Tierhalter:innen fallen für die Laboruntersuchung keine Kosten an. Um die Seuche eindämmen zu können, ist es äußerst wichtig, die Krankheit am Betrieb so früh wie möglich zu erkennen und eine Weiterverbreitung zu unterbinden.
Generelle Symptome bei allen betroffenen Tierarten
Generelle Symptome bei allen betroffenen Tierarten
- Blasenbildung im Maulbereich (Lippeninnenseite, Zunge, Zahnfleisch), am Euter (Zitze, Widerstand gegen Melkgeschirr) und an den Klauen (Zwischenklauenspalt, Kronsaum)
- Bewegungsunlust, trippeln, langsames Aufstehen
- Tiere speicheln und zeigen verminderte Fresslust
- Fieber (40 bis 42 °C)
- Schmerzen
- Apathie
- Milchkühe: Rückgang der Milchleistung
- Hohe Sterblichkeitsrate bei Kälbern (bis zu 75 Prozent)
- Veränderungen im Klauen-/Extremitätenbereich sehr stark – Ausschuhen möglich
- Todesfälle bei Ferkeln ohne klinische Symptome möglich
- Symptome sehr unauffällig
- Meistens Lahmheit einzige klinische Erscheinung
Bekämpfung
Die Maul- und Klauenseuche ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Die Bekämpfung konzentriert sich auf die Erkennung, Isolierung und Ausmerzung der betroffenen Tiere sowie auf die Kontrolle des Tierverkehrs, um die Erregerverbreitung zu verhindern. Jeder Verdacht ist der Amtstierärztin oder dem Amtstierarzt zu melden. Eine Behandlung erkrankter Tiere ist nicht erlaubt. Alle empfänglichen Tiere auf betroffenen Betrieben müssen gekeult werden und umfangreiche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. In Österreich ist die Maul- und Klauenseuche zuletzt 1981 aufgetreten.
Behördliche Maßnahmen bei Ausbruch in einem Betrieb
- Sperre des betroffenen Betriebes
- Keulung aller empfänglichen Tiere im Seuchenbetrieb
- Unschädliche Beseitigung der Tierkadaver sowie Reinigung und Desinfektion
- Etablierung einer Schutzzone (Mindestradius drei Kilometer um den Seuchenbetrieb) und einer Überwachungszone (Mindestradius zehn Kilometer um den Seuchenbetrieb)
- Handelsrestriktionen
Schutz- und Überwachungszonen
Im Fall eines positiven Nachweises von Maul- und Klauenseuche in einem Betrieb in Österreich sind Schutz- und Überwachungszonen einzurichten, die mindestens 21 bzw. 30 Tage ab der vorläufigen Reinigung und Desinfektion des Ausbruchsbetriebes aufrecht bleiben. In diesen Zonen sind alle Betriebe mit empfänglichen Tieren behördlich zu kontrollieren und es gelten strenge Einschränkungen beim Handel mit lebenden Tieren und tierischen Produkten.
Hinweise zur Entschädigung im Seuchenfall
Tierversicherungen
Entschädigungsleistungen im Fall von Maul- und Klauenseuche gibt es im Rahmen von Tierversicherungen sowie Tier-Ertragsschadenversicherungen für Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen je nach Versicherungsanbieter (z.B. Österreichische Hagelversicherung, R+V Allgemeine Versicherung) und abgeschlossenem Versicherungsprodukt. Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrem/Ihrer Berater:in. Grundsätzlich decken die Tierversicherungen, jene Verluste im Zusammenhang mit der Seuche ab, die behördlich nicht gedeckt sind. Dazu gehören beispielsweise eingeschränkte Vermarktungsmöglichkeiten (z.B. keine Lieferanten oder Abnehmer) in Schutz- und Überwachungszonen.
Es ist jedenfalls empfehlenswert, in Regionen außerhalb der behördlichen Sperrzonen eine entsprechende Tierversicherung abzuschließen, auch wenn mit gewissen Wartezeiten des Wirksamwerdens des Versicherungsschutzes zu rechnen ist.
Tiergesundheitsgesetz
Bei amtlich angeordneter Keulung des Tierbestandes erfolgt eine Entschädigung durch den Bund gemäß Tiergesundheitsgesetz.
Wie werden Viehverluste und Gegenstände entschädigt? § 57
Wenn Tiere aufgrund behördlicher Anordnung getötet werden müssen oder aufgrund eines Seuchenfalles nach ordnungsgemäßer Meldung an die Behörde verendet sind, werden diese aus Bundesmitteln entschädigt. Die Entschädigung erfolgt gemäß der Tierseuchengesetz-Werttarif-Verordnung. Auch für Gegenstände, Futtermittel und Produkte tierischer Herkunft, die im Zuge einer behördlich angeordneten Desinfektion beschädigt oder vernichtet worden sind, gibt es eine Entschädigung. Entschädigungen entfallen jedoch, wenn der/die Unternehmer:in durch rechtswidriges Verhalten zur Verbreitung der Seuche selbst beigetragen hat.
Wer trägt die Kosten von Unternehmer:innen im (potenziellen) Seuchenfall? § 66
Grundsätzlich werden die direkten Kosten, die den Unternehmer:innen im Falle von behördlichen Maßnahmen entstehen, vom Bund bzw. vom Land übernommen. Diese reichen von Entschädigungen für getötete/verendete Tiere, Kosten für Tötung und Entsorgung von Kadavern und Produkten, behördlichen Einsendungen und Laboruntersuchungen bis hin zur Durchführung der Reinigung und Desinfektion im Rahmen einer Seuchenbekämpfung.
Nicht hoheitlich übernommen werden indirekte, wirtschaftliche Einbußen (z.B. Preisverfall oder Verluste durch Leerstände von Stallungen) sowie außergewöhnlich hohe Tierwerte; hierfür wären Unternehmer:innen privatwirtschaftliche Absicherungen (z.B. Versicherungen) zu empfehlen.
Selbst aufkommen müssen Unternehmer:innen für Maßnahmen zur Erlangung von einzelbetrieblich anerkannten Freiheiten, Maßnahmen zur Inanspruchnahme von Ausnahmebestimmungen von Verbringungsbeschränkungen und für Maßnahmen für die Erlangung sonstiger betrieblicher handelsrelevanter Vorteile.
Wer trägt die Kosten im Rahmen von Untersuchungen? § 68
Kosten für die Untersuchungen von Verdachtsfällen werden übernommen und müssen nicht vom landwirtschaftlichen Betrieb getragen werden.
Entschädigungsleistungen im Fall von Maul- und Klauenseuche gibt es im Rahmen von Tierversicherungen sowie Tier-Ertragsschadenversicherungen für Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen je nach Versicherungsanbieter (z.B. Österreichische Hagelversicherung, R+V Allgemeine Versicherung) und abgeschlossenem Versicherungsprodukt. Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrem/Ihrer Berater:in. Grundsätzlich decken die Tierversicherungen, jene Verluste im Zusammenhang mit der Seuche ab, die behördlich nicht gedeckt sind. Dazu gehören beispielsweise eingeschränkte Vermarktungsmöglichkeiten (z.B. keine Lieferanten oder Abnehmer) in Schutz- und Überwachungszonen.
Es ist jedenfalls empfehlenswert, in Regionen außerhalb der behördlichen Sperrzonen eine entsprechende Tierversicherung abzuschließen, auch wenn mit gewissen Wartezeiten des Wirksamwerdens des Versicherungsschutzes zu rechnen ist.
Tiergesundheitsgesetz
Bei amtlich angeordneter Keulung des Tierbestandes erfolgt eine Entschädigung durch den Bund gemäß Tiergesundheitsgesetz.
Wie werden Viehverluste und Gegenstände entschädigt? § 57
Wenn Tiere aufgrund behördlicher Anordnung getötet werden müssen oder aufgrund eines Seuchenfalles nach ordnungsgemäßer Meldung an die Behörde verendet sind, werden diese aus Bundesmitteln entschädigt. Die Entschädigung erfolgt gemäß der Tierseuchengesetz-Werttarif-Verordnung. Auch für Gegenstände, Futtermittel und Produkte tierischer Herkunft, die im Zuge einer behördlich angeordneten Desinfektion beschädigt oder vernichtet worden sind, gibt es eine Entschädigung. Entschädigungen entfallen jedoch, wenn der/die Unternehmer:in durch rechtswidriges Verhalten zur Verbreitung der Seuche selbst beigetragen hat.
Wer trägt die Kosten von Unternehmer:innen im (potenziellen) Seuchenfall? § 66
Grundsätzlich werden die direkten Kosten, die den Unternehmer:innen im Falle von behördlichen Maßnahmen entstehen, vom Bund bzw. vom Land übernommen. Diese reichen von Entschädigungen für getötete/verendete Tiere, Kosten für Tötung und Entsorgung von Kadavern und Produkten, behördlichen Einsendungen und Laboruntersuchungen bis hin zur Durchführung der Reinigung und Desinfektion im Rahmen einer Seuchenbekämpfung.
Nicht hoheitlich übernommen werden indirekte, wirtschaftliche Einbußen (z.B. Preisverfall oder Verluste durch Leerstände von Stallungen) sowie außergewöhnlich hohe Tierwerte; hierfür wären Unternehmer:innen privatwirtschaftliche Absicherungen (z.B. Versicherungen) zu empfehlen.
Selbst aufkommen müssen Unternehmer:innen für Maßnahmen zur Erlangung von einzelbetrieblich anerkannten Freiheiten, Maßnahmen zur Inanspruchnahme von Ausnahmebestimmungen von Verbringungsbeschränkungen und für Maßnahmen für die Erlangung sonstiger betrieblicher handelsrelevanter Vorteile.
Wer trägt die Kosten im Rahmen von Untersuchungen? § 68
Kosten für die Untersuchungen von Verdachtsfällen werden übernommen und müssen nicht vom landwirtschaftlichen Betrieb getragen werden.