LK Oberösterreich begrüßt angekündigte Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung
Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich begrüßt die von der Bundesregierung angekündigte Wiedereinführung der pauschalen Agrardieselrückvergütung für die Jahre 2027 und 2028 mit einem Volumen von je 50 Mio. Euro als dringend notwendigen Schritt zur Entlastung der heimischen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe. „Es ist gelungen, trotz schwieriger budgetärer Lage eine wichtige Unterstützung für unsere Bäuerinnen und Bauern zu erreichen. Der Agrardiesel ist ein spürbarer Ausgleich für die stark gestiegenen Betriebsmittelkosten. Mit dem geplanten pauschalen flächenbezogenen Ausgleich wird zudem sichergestellt, dass weiterhin ein entsprechender wirtschaftlicher Anreiz zur Reduktion des Dieselverbrauchs gegeben ist“, betont LK OÖ-Präsident Franz Waldenberger.
Die besonderen Rahmenbedingungen der Landwirtschaft machen gezielte Maßnahmen notwendig: „Für die tägliche Arbeit auf unseren Feldern und Wiesen gibt es derzeit keine praktikable Alternative zum Diesel. Es geht hier nicht um Klientelpolitik, sondern um die speziellen Rahmenbedingungen unserer Branche. Damit unsere Betriebe im europäischen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben, braucht es diese gezielte Entlastung.“
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt die derzeitige Belastung durch hohe Betriebsmittelkosten deutlich: Ein Ackerbaubetrieb in Oberösterreich mit 50 Hektar verzeichnet derzeit Mehrkosten von rund 7.000 Euro pro Jahr – davon etwa 4.500 Euro für Düngemittel und rund 2.500 Euro für Diesel. Bei düngeintensiven Kulturen wie Weizen oder Mais liegen die Kostensteigerungen bei bis zu 180 Euro je Hektar. Der Deckungsbeitrag betrug bei acht Tonnen guter Mahlweizenqualität zuletzt nur rund 340 Euro je Hektar. Für viele Betriebe rechnet sich so die Produktion nicht mehr.
Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich sieht in der Maßnahme insgesamt einen wichtigen Schritt, betont jedoch weiteren Handlungsbedarf. „Bewährte Modelle der Rückvergütung müssen nun rasch umgesetzt werden. Entscheidend ist, dass die Entlastung unmittelbar und unbürokratisch bei den Betrieben ankommt. Ziel bleibt, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe zu sichern und die heimische Lebensmittelproduktion stabil zu halten“, so LK OÖ-Präsident Franz Waldenberger. Auch auf europäischer Ebene sind zusätzliche Maßnahmen notwendig, insbesondere Zollentlastungen bei Düngemitteln sowie eine Aussetzung des CO₂-Grenzausgleichs (CBAM) für Düngerimporte, um die aktuell enorme Kostenbelastung weiter zu reduzieren.