LK fordert nationale Dürrehilfe für die Landwirtschaft
Oberösterreichs Landwirtschaft steckt in der schwersten Dürre seit Jahrzehnten. Die anhaltende Dürre betrifft heuer praktisch alle landwirtschaftlichen Produktionssparten in Oberösterreich. Vielerorts drohen dramatische Ertragsausfälle bis hin zu Totalausfällen. Viele tierhaltende Betriebe sind bereits gezwungen, erhebliche Mengen an Ersatzfuttermitteln zuzukaufen oder ihre Tierbestände teilweise abzustocken. Die Landwirtschaftskammer OÖ fordert daher wirksame öffentliche Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Betriebe. „Die Trockenheit hat heuer ein Ausmaß erreicht, das wir so noch nicht erlebt haben. Für zahlreiche bäuerliche Familienbetriebe steht damit die wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel. Erschwerend kommt hinzu, dass gleichzeitig auch die Energie- und Betriebsmittelkosten massiv gestiegen sind. Wir brauchen jetzt rasch wirksame nationale Hilfen – sei es über Entlastungen bei der Sozialversicherung oder über Direkthilfen“, appelliert LK-Präsident Mag. Franz Waldenberger.
Ernteausfälle in nahezu allen Produktionssparten
Die anhaltende Trockenheit hat sich in den vergangenen Wochen weiter dramatisch zugespitzt. Oberösterreich verzeichnet heuer das trockenste erste Halbjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, österreichweit war es das zweittrockenste. In zahlreichen Regionen des Landes drohen im Grünland Ertragsausfälle von bis zu fünfzig Prozent, bei Herbstkulturen, wie Mais und Soja, kommt es vielerorts bereits zu massiven Mindererträgen bis hin zu Totalausfällen. Besonders angespannt ist die Situation für all jene Betriebe, die auf das Grundfutter vom Grünland angewiesen sind: Die Futtervorräte gehen in besonders betroffenen Regionen bereits zur Neige. Die Tierhalter versuchen ihren Futterbedarf über Zukäufe sowie, wo möglich, über den Anbau von Feldfutter und weiteren Futterzwischenfrüchten zu sichern. „Die Lage spitzt sich in den betroffenen Regionen immer weiter zu. Viele Betriebe stehen bereits jetzt vor Abstockungen ihrer Rinderherden, weil sich das Futter für den Winter schlicht nicht mehr ausgeht“, so Waldenberger.
Stark gestiegene Energie- und Betriebsmittelkosten verschärfen die Lage zusätzlich
Neben den Wetterextremen und Trockenperioden belastet vor allem der starke Anstieg der Energie- und Betriebsmittelkosten die heimischen Betriebe. Diese sind seit dem Frühjahr infolge des Konflikts im Nahen Osten spürbar gestiegen, in besonderem Maße die Kosten für Stickstoffdünger, aber auch die Treibstoffkosten für Diesel. Gleichzeitig kämpfen aktuell viele Produktionssparten mit schwierigen Marktsituationen, etwa der Ackerbau und die Schweinehaltung. „Wenn Dürre und explodierende Betriebsmittelkosten gleichzeitig zuschlagen, reichen die bestehenden Sicherheitsnetze nicht mehr aus. Wir brauchen jetzt rasch spürbare nationale Hilfen entweder in Form von Entlastungen im Bereich der Sozialversicherung oder durch Direktzahlungen an die betroffenen Betriebe“, fordert Waldenberger.