LebensRealität Bauernhof
Nicht ohne Plan B
Das Modell „Tier und Hof in guten Händen“ verlagert den Fokus von der kurzfristigen Problemlösung hin
zur langfristigen Absicherung.
Nicht ohne Plan B – was selbstverständlich
klingt, ist am
landwirtschaftlichen Betrieb
oft schwer umzusetzen. Fällt
eine zentrale Arbeitskraft aus,
zeigt sich rasch, wie gut der Betrieb
vorbereitet ist. Genau hier
setzt das Vorsorgemodell „Tier
und Hof in guten Händen“ an:
nicht erst reagieren, wenn etwas
passiert, sondern rechtzeitig
vorsorgen.
Entscheidend ist, den Betrieb zu kennen
Die Erfahrungen aus der Sozialen
Betriebshilfe zeigen: Externe
Helferinnen und Helfer stehen
im Ernstfall oft vor der Herausforderung,
sich erst in die
Abläufe einarbeiten zu müssen.
Gerade bei spezialisierten
Betrieben kann das zu Verzögerungen
führen.
Betriebshilfe ist daher besonders
dann wirksam, wenn
die eingesetzte Arbeitskraft
den Betrieb bereits kennt –
vom Stallmanagement bis zur
eingesetzten Technik. Genau
diese Grundidee greift „Tier
und Hof in guten Händen“ an:
Vorbereitung wird zum entscheidenden
Erfolgsfaktor.
Vorsorge statt Notlösung
Das Vorsorgemodell „Tier und
Hof in guten Händen“ bedeutet,
dass eine Agrar-Fachkraft
regelmäßig am Betrieb mitarbeitet
– etwa monatlich oder in
individuell abgestimmten Intervallen
– und so die Abläufe
im Jahresverlauf kennenlernt.
Im Bedarfsfall, sei es durch
Krankheit, Weiterbildung
oder auch einen geplanten Urlaub,
kann diese eingearbeitete
Fachkraft die Arbeit übernehmen.
Das schafft Sicherheit im
Hintergrund und gleichzeitig
mehr Flexibilität im Alltag.
Entlastung im Alltag
Das Vorsorgemodell wirkt
nicht nur im Ernstfall. Die regelmäßige
Mitarbeit bringt
auch im laufenden Betrieb
spürbare Entlastung. Arbeiten
können gezielter geplant werden,
gleichzeitig entsteht ein
fachlicher Austausch, der neue
Perspektiven für die Betriebsführung
eröffnet. „Tier und
Hof in guten Händen“ macht
Betriebshilfe damit zu mehr als
einer Notlösung, sondern zu
einem Baustein für mehr Lebensqualität
am Hof.
Neue Strukturen schaffen Verlässlichkeit
In Oberösterreich wird das Vorsorgemodell
„Tier und Hof in
guten Händen“ über einen eigens
gegründeten gemeinnützigen
Verein organisiert. Dieser
übernimmt die Anstellung der
Agrar-Fachkräfte und die Koordination
der Einsätze.
Damit wird erstmals eine
stabile Grundlage geschaffen,
um qualifizierte Arbeitskräfte
fest anzustellen und langfristig
in der Betriebshilfe einzusetzen.
Die Leistungen sind
zudem umsatzsteuerbefreit,
was insbesondere für pauschalierte
Betriebe eine finanzielle
Entlastung bedeutet.
Gefördert wird das Vorsorgemodell
vom Land Oberösterreich
mit 1.200 Euro pro Jahr.
Voraussetzung sind tierhaltende
Betriebe ab mindestens
2.000 Arbeitskraftstunden
jährlich sowie eine Mindestteilnahme
von zwei Jahren.
Die ersten Agrar-Fachkräfte
sind bereits im Rahmen von
„Tier und Hof in guten Händen“
im Einsatz und betreuen
Betriebe in Oberösterreich.
Die bisherigen Rückmeldungen
zeigen, dass sich das Modell
in der Praxis bewährt
und sowohl Betriebe als auch
Fachkräfte davon profitieren.
Ein Plan B ist kein Luxus,
sondern eine Frage der betrieblichen
Sicherheit. Modelle
wie „Tier und Hof in guten
Händen“ zeigen, dass Vorsorge
möglich ist – und gleichzeitig
den Arbeitsalltag erleichtert.
Für viele Betriebe bedeutet
das mehr Planbarkeit, weniger
Stress im Ernstfall und eine
spürbare Entlastung im täglichen
Arbeiten. Es ist wie eine
Versicherung, nur dass es ab
dem ersten Tag auch eine Leistung
gibt und nicht nur eine
Prämie bezahlt werden muss.
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