Holzmarkt ist aktuell gespalten
Der Holzmarkt präsentiert sich zum Start der Holzernte-Saison zweigeteilt: Während die Nachfrage der Sägeindustrie aufgrund der anhaltenden Wirtschaftsschwäche und eines schwierigen internationalen Marktumfelds unter Druck steht, bleibt der Bedarf der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie sowie der Pellets-Hersteller hoch. Entsprechend sind die Preise für Nadelsägerundholz seit Jahresbeginn gesunken, während Faserholz deutlich an Wert gewonnen hat. Für Oberösterreichs Waldbäuerinnen und Waldbauern bedeutet das: Gezielte Durchforstungen bieten auch im kommenden Winter interessante Vermarktungsmöglichkeiten.
„Die heimischen Waldbäuerinnen und Waldbauern gehen mit unterschiedlichen Vorzeichen in die kommende Wintersaison. Beim Sägerundholz müssen wir mit einem etwas schwächeren Preisniveau rechnen, gleichzeitig bietet die starke Nachfrage nach Faserholz gute Absatzchancen. Jetzt gilt es, notwendige Durchforstungen konsequent umzusetzen und die Bestände klimafit weiterzuentwickeln. Die vergangenen Trockenjahre und die zunehmende Gefahr durch Borkenkäfer zeigen, wie wichtig eine aktive Waldbewirtschaftung für stabile und widerstandsfähige Wälder ist“, erläutert Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ.
Holzmarkt: Optimismus gebremst
Bei den anstehenden Nutzungen sollte der Fokus auf Waldflächen mit hohem Borkenkäferrisiko sowie auf notwendigen Pflegemaßnahmen liegen. Gleichzeitig ist die weitere Entwicklung des Holzmarktes aufmerksam zu beobachten.
Die Unsicherheit auf den Schnittholzmärkten und das zuletzt hohe Rundholzaufkommen prägten die aktuellen Rundholzverhandlungen. „Mit dem Ende der Sommer- und Käfersaison blicken wir auf ein beträchtliches Schadholzaufkommen durch Borkenkäfer und Stürme zurück. Die Rundholzzufuhr zu den Sägewerken war hoch, die Lager sind gut gefüllt. Der Anteil an Käferholz ist gegenüber den Vorjahren gestiegen. Bei der Planung der Winternutzungen sollten daher insbesondere potenziell gefährdete Waldflächen berücksichtigt werden“, erläutert Franz Kepplinger, Obmann des Waldverbandes OÖ.