Hitze, Trockenheit, Qualität: Was der Jahrgang 2026 für Oberösterreichs Weinbau bringt
Oberösterreich ist heute ein aufstrebendes Weinland, das zunehmend auch über die Landesgrenzen hinaus Beachtung findet. Seine besondere Stärke liegt in der Vielfalt: Unterschiedliche Böden, klimatische Bedingungen und eine breite Sortenvielfalt prägen die noch junge Weinbaulandschaft.
„Der heurige Sommer hat der heimischen Landwirtschaft einiges abverlangt: Extreme Hitze, anhaltende Trockenheit und teils erhebliche Ernteausfälle prägten die vergangenen Monate. Auch die heimische Weinbauszene blieb von den Auswirkungen nicht verschont. Dennoch blicken die oberösterreichischen Winzerinnen und Winzer positiv auf das Weinjahr 2026. Zwar sorgte das heiße und trockene Wetter für geringere Erntemengen, gleichzeitig aber für Spitzenqualität. Damit lässt der Jahrgang 2026 auf hervorragende Weine und einen Spitzenjahrgang hoffen", so Agrar-Landesrätin Michaela Lager-Weninger
Die Rebfläche im Land beträgt aktuell 108 Hektar und ist somit seit dem Vorjahr wieder um gut fünf Hektar gewachsen. Im Verhältnis zur Gesamtrebfläche Österreichs (ca. 44.000 Hektar) sind das aber gerade einmal 0,002 Prozent aller österreichischen Weingärten. Dabei ist die Geschichte des Weinbaus in OÖ noch jung. „Im Jahr 2003 hatten wir in Oberösterreich lediglich drei Hektar Weingärten. Heute bewirtschaften wir mit über 100 Hektar im Land ein Vielfaches davon“, freut sich LK-Präsident Franz Waldenberger über die dynamische Entwicklung. Es sind aktuell rund 40 Winzer, die sich professionell mit dem Weinbau im Land beschäftigen und Weine auf den Markt bringen.
Ein besonderer Vorteil für den oberösterreichischen Weinbau sind die gut wasserspeichernden Böden im Land. „Eine endgültige Beurteilung des neuen Jahrgangs können wir seriös erst dann machen, wenn wirklich alle Trauben im Keller sind“, zeigt sich Weinbaupräsident Leo Gmeiner aktuell noch etwas zurückhaltend und ergänzt: „Aus derzeitiger Sicht schaut es aber recht vielversprechend aus. Die Weinreben blieben auf Grund der trockenen Witterung über den ganzen Sommer sehr gesund und die Trauben haben sich bislang recht schön entwickelt.“
Wein und Spargel
Wein und Spargel sind die zwei großen Leidenschaften der Familie Velechovsky. Das Nussböckgut wurde 1323 erstmals urkundlich erwähnt und liegt vor den Toren der Landeshauptstadt Linz im Leondinger Stadtteil Gaumberg. Beatrix und Karl Velechovsky jun. haben sich hier dem direkten Kundenkontakt verschrieben und betreiben einen Weinheurigen sowie einen kleinen Hotelbetrieb mit acht Gästezimmern. „Von April bis Mitte Juni gibt es frischen Leondinger Biogrünspargel täglich erntefrisch direkt ab Hof. Die erlesenen Weine kann man ganzjährig erstehen und im familiengeführten Heurigen verkosten“, erklärt Karl Velechovsky.