Herbsternte 2026: Dürre hinterlässt massive Spuren
Das Jahr 2026 gehört aufgrund der Rekorddürre zu einem der schwierigsten Ackerbaujahre der Geschichte. Bis Ende September fehlen in OÖ noch immer durchschnittlich 37 Prozent des üblichen Jahresniederschlags und manche Regionen verzeichnen weiterhin ein Defizit von 40 bis 50 Prozent. Dazu gesellte sich heuer die Hitze und verursachte im Pflanzenbau eine anhaltende Stresssituation. Die Getreideernte konnte im Frühsommer noch leicht unterdurchschnittlich und damit für die Ackerbauern mit akzeptablen Erträgen und guten Qualitäten eingebracht werden. Es fehlten in Oberösterreich bei der Winterrapsernte im Frühsommer bereits 13 Prozent des Vorjahrertrages. Die durchschnittlichen Erträge der Herbstkulturen liegen in Oberösterreich bei Zuckerrübe um rund ein Viertel und bei Mais und Sojabohne um 35 bis 40 Prozent unter dem guten Vorjahresniveau. Nur bei Ölkürbis werden durchschnittliche Erträge erzielt. Laut Hagelversicherung belaufen sich die Dürreschäden in der oberösterreichischen Landwirtschaft bei rund 200 Millionen Euro.
„Das Landwirtschaftsjahr 2026 zeigt in aller Deutlichkeit, wie verwundbar die Land- und Forstwirtschaft gegenüber Wetterextremen geworden ist. Die Zahl der Schadensmeldungen aus Hagel und Elementarrisiken hat sich gegenüber dem Vorjahr verfünffacht, vor allem wegen der außergewöhnlich hohen Zahl an Dürreschadensmeldungen“, erläutert der Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ, Franz Waldenberger.
Von der Dürre besonders betroffen sind in Oberösterreich das Grünland, die Viehwirtschaft und die Herbstkulturen (Mais, Soja, Zuckerrübe), aber auch der Gemüse-, Hopfen- und Erwerbsobstbau sowie die Forstwirtschaft. Nach intensiven Verhandlungen zwischen Bund, Ländern und der agrarischen Interessenvertretung wurde ein Dürre-Hilfspaket im Umfang von 240 Millionen Euro vereinbart. „Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich begrüßt dieses Paket als wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der bäuerlichen Betriebe. Angesichts steigender Betriebsmittelkosten, schwieriger Marktbedingungen und erheblicher Ertragsausfälle soll insbesondere die Liquidität der Betriebe gesichert und eine Reduktion von Tierbeständen verhindert werden“, so Waldenberger.
„Das Jahr 2026 führt damit vor Augen: Die Landwirtschaft arbeitet in einer Werkstatt unter freiem Himmel. Rund 80 Prozent des Ertrages hängen unmittelbar vom Wetter ab. Wenn Niederschlag über Monate fehlt und gleichzeitig außergewöhnlich hohe Temperaturen auftreten, sind selbst mit modernster Bewirtschaftung und der Möglichkeit von Bewässerung Ertragsverluste nicht vollständig vermeidbar“, betont der Leiter der Abteilung Pflanzenbau der LK OÖ, Helmut Feitzlmayr.