Getreidebestände jetzt auf „Problemunkräuter“ überprüfen
Die Vegetation entwickelt sich derzeit zügig Richtung Ernte. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Getreidebestände gezielt auf allfällig vorhandene Problemunkräuter zu kontrollieren. Besonders Ackerfuchsschwanz und Ackerkratzdistel konkurrieren mit dem Getreide um Nährstoffe und Wasser und verursachen Ertrags- und Qualitätsverluste.
Ackerfuchsschwanz früh erkennen
Der Ackerfuchsschwanz zählt zu den problematischsten Ungräsern im Ackerbau. Ursachen sind vor allem Herbizidresistenzen sowie enge Wintergetreide-Fruchtfolgen. Der Ackerfuchsschwanz gehört zur Familie der Süssgräser (Poaceae). Er ist ein einjähriges, horstbildendes Ährengras. Pro Pflanze werden bis 2.000 Samen gebildet, die durch Wind und Mähdrescher verbreitet werden. Die meisten Samen keimen oder verlieren ihre Keimfähigkeit innerhalb von vier Jahren. Einige Samen, z.B. durch den Pflug tief vergrabene, können im Boden bis zu 11 Jahre lang überdauern und bleiben keimfähig. Die Früchte sind frühreif und fallen meist vor bzw. während der Ernte aus. Ein Teil der Samen ist dann sofort keimfähig.
Typische Merkmale – kompakt:
- schmale, weiche Blätter,
- gedrehte Blattstellung,
- fehlende oder kleine Öhrchen,
- dichte, fuchsähnliche Ährenrispen.
Ackerkratzdistel beobachten
Auch die Ackerkratzdistel kann sich ausbreiten und nimmt dem Getreide wertvolle Nährstoffe und Wasser weg. Das mehrjährige Wurzelunkraut vermehrt sich stark über sein Wurzelsystem.
Kennzeichen:
Kennzeichen:
- stachelige Blätter,
- kräftiger Wuchs,
- violette Blütenstände.
Weitere Problemunkräuter im Blick behalten
Neben Ackerfuchsschwanz und Disteln können auch z.B. Windhalm, Klettenlabkraut, Kamille, Trespen oder Kornblumen in Getreidebeständen zum Problem werden. Eine sorgfältige Bonitur liefert wichtige Hinweise für die Planung der nächsten Saison.
Fazit
Jede Landwirtin und jeder Landwirt sollte unbedingt über das Unkrautspektrum aller Flächen zu jedem Zeitpunkt Bescheid wissen. Laufende Kontrollgänge und Bonituren sind die Basis für das rechtzeitige Setzen von Maßnahmen zur Steigerung der Feldhygiene. Wer einen Befall früh erkennt und dokumentiert, kann rechtzeitig geeignete Maßnahmen setzen und den Unkrautdruck langfristig reduzieren.