EU-Einfuhrstopp für brasilianische Tierprodukte – richtiges Signal, das konsequent umgesetzt werden muss
Die Europäische Kommission hat angekündigt, Brasilien ab 3. September 2026 von der Liste jener Drittstaaten auszuschließen, die bestimmte tierische Produkte in die EU exportieren dürfen – solange die geforderten Nachweise nicht erbracht werden. Hintergrund sind fehlende Belege zum routinemäßigen Einsatz antimikrobieller Substanzen wie Antibiotika und Wachstumsförderer in der brasilianischen Nutztierhaltung. Betroffen sind unter anderem Rindfleisch, Geflügelfleisch und Eier. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich begrüßt diese Entscheidung als überfälliges und richtiges Signal. „Endlich werden unsere seit Jahren erhobenen Forderungen ernst genommen. Wer tierische Produkte in die EU exportieren will, muss nachweislich nach europäischen Standards produzieren. Das ist keine Frage des Protektionismus, sondern des gleichen Maßstabs für alle. Unsere Bäuerinnen und Bauern erfüllen jeden Tag strengste Auflagen bei Tierhaltung, Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit – es kann nicht sein, dass auf dem europäischen Markt Importware konkurriert, die unter Bedingungen produziert wurde, die bei uns seit Jahren verboten sind,“ erklärt LK OÖ-Präsident Franz Waldenberger.
Einfuhrstopp als logische Konsequenz – keine Einzel- sondern Systemfrage
Der angekündigte Einfuhrstopp ist keine Überraschung, sondern die logische Konsequenz aus einer Entwicklung, die die Landwirtschaftskammer OÖ seit Jahren verfolgt und kritisiert. Bereits im März 2026 hatte ein Skandal um mit dem Wachstumshormon Östradiol belastetes brasilianisches Rindfleisch – über 62 Tonnen, die in mindestens zehn EU-Staaten gelangten – gezeigt, wie brisant die Situation ist.
„Dieser Fall war kein Ausrutscher, sondern ein Symptom eines systemischen Problems: Die bestehenden Kontrollmechanismen reichen nicht aus, um europäische Konsumentinnen und Konsumenten zuverlässig zu schützen. Brasilianische Rindfleischproduzenten dürfen Mittel und Methoden einsetzen, die in der EU und in Österreich seit vielen Jahren strikt verboten sind – und exportieren dann zu Preisen, die unsere Betriebe unter fairen Bedingungen niemals erreichen können“, so Waldenberger.