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Ergebnisse des Bienenmonitorings 2025 auf DIV-RS-Flächen in Bad Wimsbach-Neydharting

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26.01.2026 | von DI Katharina Schobersberger, DI Theresa Frühwirth, Bakk. techn., BEd.

Das Bienenmonitoring 2025 in Bachloh bei Bad Wimsbach-Neydharting untersuchte den Einfluss unterschiedlicher Bewirtschaftungsformen (Mahd, Mulchen, keine Bewirtschaftung) sowie des Untergrundes auf die Bienenfauna fünf Jahre alter Blühstreifen. Insgesamt wurden 56 Bienenarten (ohne Honigbiene) nachgewiesen, wobei die nährstoffarme Fläche eine deutlich höhere Artenzahl als die nährstoffreiche aufwies.

Bienenerhebung auf unterschiedlich bewirtschafteten Blühflächen in Bad Wimsbach-Neydharting in Oberösterreich..jpg © Schwarz
Bienenerhebung auf unterschiedlich bewirtschafteten Blühflächen in Bad Wimsbach-Neydharting in Oberösterreich. © Schwarz

Ausgangssituation

Intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen weisen in der Regel ein geringes und zeitlich stark begrenztes Blütenangebot mit niedriger Pflanzenartenvielfalt auf. Dadurch sind sie für viele Bestäuberinsekten nur eingeschränkt nutzbar oder bieten keine ausreichende Lebensgrundlage. Mehrjährige Untersuchungen zeigen, dass die Anlage von Blühstreifen dieses Defizit zumindest teilweise ausgleichen kann.

Vor diesem Hintergrund wurden im Jahr 2025 fünf unterschiedlich bewirtschaftete Blühstreifen auf nährstoffreichem, lehmigem Untergrund hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Bienenfauna untersucht. Ergänzend wurde eine nahegelegene Vergleichsfläche mit identischer Blühmischung und vergleichbarer Bewirtschaftung auf magerem, kiesigem Untergrund herangezogen, um den Einfluss des Untergrundes (nährstoffreich versus nährstoffarm) zu erfassen. Die Bewirtschaftungsvarianten unterschieden sich durch Anlagezeitpunkt, Mahd, Mulchen und völlige Nichtbewirtschaftung. Bewirtschaftet wurden die Flächen von Landwirt DI Franz Kastenhuber.
Löwenzahn-Dörnchensandbiene (Andrena taraxaci).jpg © Schwarz
Löwenzahn-Dörnchensandbiene (Andrena taraxaci) © Schwarz

Methodik der Erhebungen

Die Bienenerhebung erfolgte nach einer standardisierten Methodik, wie sie bereits in früheren Untersuchungen (GUNCZY 2020; SCHWARZ et al. 2021; SCHWARZ & SCHWARZ 2022 - 2024) angewendet wurde, um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen. 

Auf der Untersuchungsfläche mit den fünf Blühstreifen wurde auf jedem Blühstreifen ein 50 m langes und 3 m breites Transekt eingerichtet, das langsam abgeschritten wurde. Die Erhebungen fanden an vier Terminen (Mai, Juni, Juli und August) bei sonnigem Wetter statt. Die erfassten Bienen wurden den Gruppen Honigbienen, Hummeln, und Wildbienen zugeordnet. Wildbienen wurden überwiegend auf Gattungsniveau, Hummeln auf Artniveau bestimmt. Nicht im Gelände bestimmbare Individuen wurden in geringer Stückzahl gesammelt, präpariert und anschließend im Labor bestimmt. 

Die Vergleichsfläche wurde ausschließlich qualitativ erfasst. Die Begehung erfolgte durch zwei Personen über einen Zeitraum von 1 - 1,5 Stunden.

Ergebnisse im Überblick: Erfasste Artenvielfalt der Bienen und Einfluss des Untergrunds

Insgesamt konnten auf den beiden untersuchten Flächen 56 Bienenarten, exklusive der Honigbiene nachgewiesen werden. Unterteilt man die Flächen nach ihrem Nährstoffgehalt, so wurden auf den nährstoffreicheren Flächen insgesamt 29 Arten und auf der mageren Fläche 47 Arten von Wildbienen und Hummeln gefunden.
Die jährlich gemulchte Fläche (F5) zeigt bei der Begehung am 16. August eine starke Vergrasung. .png © Schwarz
Die jährlich gemulchte Fläche (F5) zeigt bei der Begehung am 16. August eine starke Vergrasung. © Schwarz

Ergebnisse der Blühfläche auf nährstoffreichem Untergrund

Auf allen fünf Flächen wurden 11 bis maximal 15 Arten erfasst - deutlich weniger als in früheren Untersuchungen, z.B. beim Versuch 2024 in Engerwitzdorf und Luftenberg mit rund 60 Arten. Entgegen den Erwartungen zeigten sich keine deutlichen Unterschiede zwischen den Bewirtschaftungsvarianten. Als Ursache wird die zunehmende Vergrasung nach fünf Jahren genannt, die zu einem einheitlichen Blütenbild führte. 

Über alle Blühflächen wurde der positive Einfluss der (Teil)Mahd mit Abtransport festgestellt. Eine frühe Mahd im Juni ermöglicht einerseits eine zweite Blüte und beugt andererseits Vergrasung vor, da der Nährstoffgehalt reduziert wird. Die Mahd ist daher dem Mulchen vorzuziehen. Eine Teilmahd begünstigt zudem ein durchgängiges Blütenangebot für Nahrung und Nistplätze.
Ergebnisse Wildbienenmonitoring 2025.jpg © Schwarz
Ergebnisse Wildbienenmonitoring 2025 © Schwarz
Dominante Arten wie die Wiesenflockenblume prägten das Blütenangebot. Während ihrer Blütezeit war die Honigbiene dominant, da sie die Massentracht der Wiesenflockenblume ideal nutzen konnte. Im Juni machten Honigbienen daher 683 Individuen (93% aller gezählten Individuen) aus, im Juli 105 Individuen (53%), obwohl keine Honigbienenstöcke in der Nähe standen. Hummeln erreichten mit 39 Individuen im Juli ihren Höchstwert. Wildbienen waren über die gesamte Saison relativ konstant vertreten, mit einem Maximum von 54 Individuen im Juli. Im August ging die Zahl aller Gruppen stark zurück, was mit dem Rückgang des Blütenangebots nach Mahd und Mulchen zusammenhängt.
Vergleichsfläche am 20. Mai 2025 mit großem Blütenreichtum..png © Schwarz
Vergleichsfläche am 20. Mai 2025 mit großem Blütenreichtum. © Schwarz

Ergebnisse der Vergleichsfläche auf nährstoffarmem Untergrund

Hier wurden 47 Arten festgestellt - über ein Drittel mehr als auf den nährstoffreichen Flächen. Ausschlaggebend dafür war das vielfältige Blütenangebot aus unterschiedlichen Pflanzenfamilien über die gesamte Vegetationsperiode. Auf mageren Standorten ist wie bei den Blühstreifen auf nährstoffreichem Standort eine regelmäßige Pflege, wie Mahd mit Abtransport des Mähguts, wichtig, um Vergrasung und steigenden Nährstoffgehalt zu vermeiden.
Auf dem unbewirtschafteten Blühstreifen (F2) setzte sich die Karde durch, mit niedrigem Blütenangebot, dafür aber Nistplätze für Wildbienen..png © Schwarz
Auf dem unbewirtschafteten Blühstreifen (F2) setzte sich die Karde durch, mit niedrigem Blütenangebot, dafür aber Nistplätze für Wildbienen. © Schwarz

Fazit

Deutliche Unterschiede in der Arten- und Individuenzahl der Bienen in Abhängigkeit von der Bewirtschaftung der Blühflächen auf nährstoffreichem Untergrund konnten nicht nachgewiesen werden. Auf allen untersuchten Blühstreifen setzten sich die gleichen konkurrenzstarken Pflanzenarten durch, wodurch ein weitgehend einheitliches Blütenbild entstand. Die Erhebungen zeigten dementsprechend, dass sich die Bewirtschaftung über einen Zeitraum von fünf Jahren nur geringfügig auf die Artenvielfalt auswirkt. Es ist jedoch anzunehmen, dass bei einer langfristigen Bewirtschaftung durch Mulchen - bedingt durch Nährstoffeintrag und Bodenverfilzung - sowohl die Pflanzenvielfalt als auch das Nistplatzangebot im Boden abnehmen.

Unbewirtschaftete Flächen boten hingegen im Sommer durch die Blüte der Karden ein attraktives Nahrungsangebot und stellten durch stehengebliebene Stängel wertvolle Nistmöglichkeiten für bestimmte Wildbienenarten bereit.

Empfehlungen für die Praxis

Blühflächen sollten über die gesamte Vegetationsperiode ein vielfältiges Blütenangebot sowie geeignete Nistplätze bieten.
  • Die Anlage mehrjähriger Blühflächen ist einjährigen Ansaaten vorzuziehen, da sie die Entwicklung arten- und individuenreicher Wildbienenpopulationen begünstigt.
  • Bei der Auswahl der Saatmischung sollte auf eine hohe Vielfalt an Pflanzenarten aus unterschiedlichen Familien geachtet werden, wobei durchsetzungskräftige Arten nur in begrenztem Umfang eingesetzt werden sollten.
  • Wenn möglich, sollten Blühflächen auf nährstoffarmen Untergrund angelegt werden, da diese langfristig ein größeres und vielfältigeres Blütenangebot sowie offene Bodenstellen als Nistplätze bieten. 
  • Die Pflege sollte mosaikartig erfolgen, mit gemähten und über mehrere Jahre ungemähten Teilflächen.
  • Gestaffelte Mahdtermine tragen zu einer kontinuierlichen Blüte bei. Eine frühe (Teil)Mahd im Juni ermöglicht eine zweite Blüte im Herbst.
  • Mulchen der Flächen ist zu vermeiden, da dadurch eine frühzeitige Vergrasung und Abnahme der Pflanzenartenvielfalt begünstigt wird.
  • Auf nährstoffreichen Untergrund wird empfohlen, Blühflächen nach etwa drei Jahren umzubrechen und neu anzulegen, wenn Gräser dominieren.
Den gesamten Versuchsbericht findet ihr im Downloadbereich.

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Bienenerhebung auf unterschiedlich bewirtschafteten Blühflächen in Bad Wimsbach-Neydharting in Oberösterreich. © Schwarz

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Löwenzahn-Dörnchensandbiene (Andrena taraxaci) © Schwarz

Die jährlich gemulchte Fläche (F5) zeigt bei der Begehung am 16. August eine starke Vergrasung. .png © Schwarz

Die jährlich gemulchte Fläche (F5) zeigt bei der Begehung am 16. August eine starke Vergrasung. © Schwarz

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Vergleichsfläche am 20. Mai 2025 mit großem Blütenreichtum..png © Schwarz

Vergleichsfläche am 20. Mai 2025 mit großem Blütenreichtum. © Schwarz

Auf dem unbewirtschafteten Blühstreifen (F2) setzte sich die Karde durch, mit niedrigem Blütenangebot, dafür aber Nistplätze für Wildbienen..png © Schwarz

Auf dem unbewirtschafteten Blühstreifen (F2) setzte sich die Karde durch, mit niedrigem Blütenangebot, dafür aber Nistplätze für Wildbienen. © Schwarz