CO2 Grenzausgleich: Düngemittelimporte massiv eingebrochen - Marktknappheit erfordert rasches Handeln der EU-Kommission
Der Import von Stickstoffdüngemitteln in die EU ist im heurigen Jänner gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 1.183.728 Tonnen auf 179.877 Tonnen um über 84 Prozent eingebrochen. Die neuesten Zahlen der EU-Kommission bestätigen damit die bisher geäußerten Befürchtungen der Landwirtschaftskammer. „Eine Importreduktion dieser Größenordnung kann von der EU-Landwirtschaft nicht ohne größere wirtschaftliche Folgen bewältigt werden. Ohne Klärung der offenen Fragen zur Berechnung des CO2 Grenzausgleichs werden bisher bestehende Lieferketten weiter beeinträchtigt bleiben. „Die EU-Kommission und die EU-Verantwortungsträger sind daher gefordert, den CO2-Grenzausgleich gemeinsam mit den bestehenden EU-Mehrwertzöllen für Düngemittel vorläufig auszusetzen, bis diese Fragen auf EU-Ebene geklärt sind. Es kann nicht sein, dass die U-Schutzmaßnahmen für die Düngemittelindustrie ausschließlich zu Lasten der EU-Landwirtschaft umgesetzt werden“, warnt LK-Präsident Franz Waldenberger.
Mit dem Inkrafttreten des CO2-Grenzausgleichsystems (CBAM) im Jänner sind die Importkosten spürbar gestiegen. Vor allem Harnstoff bleibt für Europa ein Importprodukt und hier verteuerten sich die Lieferungen je nach Herkunft um 45 bis 55 Euro pro Tonne. Bei Nitratdünger ist die EU hingegen gut versorgt, was die extremen Preissprünge etwas dämpfen kann. Empfindlicher sind die Aufschläge bei Ammoniumsulfat aus China mit 75 Euro je Tonne und bei Mehr-Nährstoffdünger (Nitrat, Phosphor und Kali) aus Russland und Marokko mit etwa 60 Euro je Tonne.