Bad Zell, Bezirk Freistadt: Vielfältige Kreislaufwirtschaft im Fokus
Elfriede und Hans Mairböck haben
den Hof 1993 übernommen,
als sie dann den Hof auf biologische
Wirtschaftsweise umgestellt
haben. Elfriede hat 1985
eine landwirtschaftliche Lehre
mit der Facharbeiterprüfung abgeschlossen,
Hans ist ausgebildeter
Landmaschinenmechaniker,
Heizungsbauer, Schlosser und
Maschinenschlosser, Fahrzeugfertiger
und Werkmeister für Maschinenbau
und Betriebstechnik.
Sie haben fünf Kinder, wobei
die mittlere Tochter Helene den
Hof gerne mit ihrem Mann Daniel
übernehmen möchte.
Der Hof wurde durch den
Kauf von Wald- und landwirtschaftlichen
Nutzflächen laufend
vergrößert. Auch die Betriebszweige
haben sich verändert.
Die Baumschule wurde
aufgelassen und die Milchlieferung
wurde beendet. Stattdessen
begannen die Mairböcks
mit der Kalbinnenaufzucht.
Der Hof in Bad Zell ist neben der
Kalbinnenmast im Nebenerwerb
mit Bienen, Obstbäumen
und Hühnern ein Selbstversorgungsbetrieb.
Am Hof werden
die meisten Grundnahrungsmittel
selbst erzeugt: Brot aus
eigenem Getreide, Milchprodukte,
Fleisch und Eier, Säfte,
Sirupe und Marmeladen. Am
Hof ist es auch wichtig, die
Energie aus der hauseigenen
PV-Anlage und dem Holz aus
dem Wald selbst zu nutzen. Sogar
das Abwasser wird über eine
eigene mehrstufige Pflanzenkläranlage
gereinigt. Im Mittelpunkt
steht eine vielfältige
Kreislaufwirtschaft.
Auch Weiterbildung ist der
ganzen Familie sehr wichtig.
Elfriede hat schon vor zehn
Jahren ihre Liebe zu Kräutern
und zur Grünen Kosmetik-Pädagogik
entdeckt. Verschiedenste
LFI-Kurse von der Milchverarbeitung
bis zur Herstellung
von Oxymel und Propolis hat
sie bereits absolviert.
Schwiegersohn Daniel absolvierte
die Ausbildung zum
landwirtschaftlichen Facharbeiter.
Als Quereinsteiger wollte
er noch mehr über die Zusammenhänge
der Lebensräume
wissen. Im vergangenen
Jahr besuchte er daher den Zertifikatslehrgang
„Natur am Hof
– Artenvielfalt und Biodiversität“
und erklärt: „Aus meiner
Sicht ist der Kurs sehr wichtig
für alle, denen eine naturnahe
Bewirtschaftung ihrer Flächen
am Herzen liegt.“ Darum
versuchen er und Helene Maßnahmen
umzusetzen, die sich
leicht in das Alltagsgeschehen
integrieren lassen. Sie haben
doppelt so viele Biodiversitätsflächen
wie gefordert, beteiligen
sich an einem Ackerbeikräuterprojekt
und erhalten
ihre Feucht- sowie Streuobstwiesen.
Und auch „dazwischen“
schaffen sie wichtige
Lebensräume. Steinmauern,
Raine, Trittsteinbiotope, Äste und
Ameisenhaufen sowie
Brutstellen bieten vielfältiges
Nahrungsangebot für die Vögel.
Der absolvierte Kurs ist für
die beiden wie eine Werkzeugkiste,
aus der sie Neues schaffen.
In einem ist sich jedenfalls
die ganze Familie einig: Ein Hof
soll nicht nur Arbeitsplatz sein,
sondern auch wertvoller Lebensraum.
Betriebsspiegel
- 8 ha landwirtschaftliche Nutzfläche
- 8 ha Wald
- ca. 10 bis 12 Kalbinnen
- 2 Pferde
- 5 bis 6 Legehennen & 1 Kuh für die Selbstversorgung
- 5 bis 6 Bienenstöcke
- ca. 100 Obstbäume