Bäuerinnen sichtbar machen – Zukunft sichern
Als Bäuerin erlebe ich jeden Tag, wie viel Einsatz hinter unserer Arbeit steckt. Wir tragen Verantwortung für Tiere und Umwelt – und letztlich auch für die Gesundheit der Menschen, die unsere Lebensmittel konsumieren. Die hohe Qualität unserer Produkte ist keine Selbstverständlichkeit. Gerade deshalb sehe ich die gute landwirtschaftliche Ausbildung als besonders wichtig. Landwirtschaft entwickelt sich ständig weiter, Standards und Anforderungen wachsen.
Ein besonderes Anliegen ist mir auch die Förderung von Frauen in den landwirtschaftlichen Strukturen. Sie leisten auf den Höfen unglaubliches und übernehmen Verantwortung – als Betriebsführerinnen, in der Interessenvertretung und in anderen Bereichen. Diese Leistungen müssen gesehen und in Entscheidungspositionen stärker berücksichtigt werden.
Ein großes Anliegen ist mir die Kommunikation zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. Viele Menschen kommen nur noch beim Einkauf mit der Landwirtschaft in Berührung. Umso wichtiger ist ein offener Dialog. In der Region gibt es zahlreiche Initiativen, die diese Brücke schaffen. Angebote wie „Schule am Bauernhof“, „Urlaub am Bauernhof“, Schulworkshops, die Seminarbäuerinnen oder die Aktionstage der Bäuerinnen ermöglichen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einen realistischen Einblick in die Landwirtschaft.
Besonders wichtig ist mir auch das Zusammenleben am Hof. Für viele Familien ist der Hof weit mehr als ein Arbeitsplatz, er ist Lebensmittelpunkt, Zuhause und oft auch generationsübergreifendes Familienprojekt. Die Verbindung von Familie und Betrieb bietet zahlreiche Chancen: kurze Wege, gemeinsames Arbeiten und einen starken familiären Zusammenhalt.
Gleichzeitig bringt diese enge Verknüpfung Herausforderungen mit sich. Arbeits- und Freizeit lassen sich nicht immer klar trennen, Entscheidungen sind oft gemeinsam zu treffen. Dennoch sehe ich darin eine große Stärke der bäuerlichen Familien. Mit Respekt, Offenheit, guter Kommunikation und ab und wann einem Augenzwinkern gelingt es vielen Betrieben, Tradition und Innovation zu verbinden.
Ich bin überzeugt: Unsere Landwirtschaft hat allen Grund, selbstbewusst aufzutreten. Wenn wir unsere Arbeit präsentieren, miteinander reden und uns laufend weiterentwickeln, schaffen wir die großen Herausforderungen, damit auch kommende Generationen eine starke Landwirtschaft vorfinden und den Mut haben in diesem Bereich weiterzuarbeiten.
Zur Person
Monika Rendl, Vorsitzende des Bäuerinnen-Beirates, Bezirk Ried
- verheiratet, Mutter von drei Kindern
- Bewirtschafterin eines Milchschafbetriebes mit 190 Stück Milchschafen in Mehrnbach
- Vorsitzende des Bäuerinnenbeirats Ried seit Juli 2020
- Im Aufsichtsrat der Raiba Region Ried
- Feuerwehr