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Aktuelle Pflanzenschutzinformationen Nr. 18/2026

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17.08.2026 | von DI Hubert Köppl

17.08.2026

Raps

Raps-Vogelmiere, Kamille Herbst 2017.jpg © LK OÖ/Köppl
Vogelmiere wird am besten im Vorauflauf erfasst. © LK OÖ/Köppl
Unkrautbekämpfung
Sollten die prognostizierten Niederschläge tatsächlich fallen, so kann die Unkrautbekämpfung wie in den letzten Jahren im Vorauflauf oder frühem Nachauflauf mit vorwiegend bodenaktiven Produkten erfolgen. Sollte es weiterhin trocken bleiben, so wird die Behandlung im frühen Nachauflauf mit einer starken Komponente mit Blattwirkung (z.B. Belkar) und einem blatt- und bodenaktiven Partner (z.B. Tanaris) empfohlen. Trotz der widrigen Umstände sollte die Behandlung im Herbst durchgeführt werden, da im Frühjahr wenige Produkte zur Verfügung stehen und deren Einsatz oft sehr kurzfristig erfolgen muss.
Grundsätzlich wird empfohlen, den Herbizideinsatz ohne die Wirkstoffe Metazachlor (Butisan- bzw. Fuego-Produkte) und Dimethachlor (z.B. Colzor Trio) durchzuführen. Die beiden Wirkstoffe dürfen generell in Wasserschutz- und Schongebieten und bei der Teilnahme am ÖPUL-Programm Vorbeugender Grundwasserschutz-Acker nicht eingesetzt werden. Auf Flächen mit starkem Vogelmiere-Druck sollen clomazonehältige Produkte im Vorauflaufverfahren verwendet werden (z.B. Conaxis, Nero, etc.).
Raps-Sommer-Unkraut-KB.jpg © LK OÖ/Köppl
Sommerkeimer sterben über den Winter ab. © LK OÖ/Köppl
Allgemein ist für die Wirkung der im Vorauflauf bzw. frühen Nachauflauf einsetzbaren Produkte ein feinkrümeliger, feuchter Boden von Vorteil. Raps sollte mit ca. 2 cm Erde abge-deckt sein. Bei sehr hohen Temperaturen besteht v.a. beim Wirkstoff Clomazone die Gefahr der Abdrift auf Nichtzielflächen.
Rapsanbau ist mit leistungsfähigen Hybrid-Sorten auch noch bis in die ersten zehn Tage im September möglich, es hat sich jedoch bezüglich Rapserdfloh gezeigt, dass ein Anbau im August die Widerstandskraft des Rapses gegen die Schädlinge erhöht. Bei frühem Anbau kann es auch sein, dass wärmeliebende Unkräuter wie Amaranth, Weißer Gänsefuß, Hirsen stärker auflaufen, diese frieren aber über den Winter ab. Lediglich Belkar erfasst diese, Vorauflaufprodukte haben keine Wirkung.
Durch die Trockenheit ist sehr wenig Ausfallgetreide aufgelaufen. Es könnte sein, dass eine eigene Behandlung notwendig wird.
In den letzten Jahren hat sich leider gezeigt, dass bei grobscholligem Saatbett und sehr langer Vegetationsperiode (die Unkräuter laufen bis in den Winter hinein auf) es im Frühjahr noch zu Problemen mit Klettenlabkraut, Vogelmiere und Kamille kommen kann.
 
Bei Begleitsaaten im Raps haben sich in der Praxis Tanaris, Conaxis, Nero und Butisan Gold AT bewährt.
 
Detaillierte Informationen zu den jeweiligen Strategien gibt es hier.
Rapserdfloh 2 (2).jpg © LK OÖ/Köppl
Der Rapserdfloh ist der Hauptschädling in Oberösterreich. © LK OÖ/Köppl
Erdflöhe
Erdflöhe haben sich in den letzten Jahren zum Hauptschädling beim Rapsanbau entwickelt. Leider haben Analysen ergeben, dass erste Populationen bereits resistent gegen synthetische Pyrethroide sind. Damit wird die Behandlung der Tiere schwieriger. Gute Wirkung v.a. gegen die Larven zeigen Carnadine (Wirkstoff Acetamiprid) und das per Notfallzulassung zur Verfügung stehende Benevia (Wirkstoff Cyantraniliprole). Wo es in den letzten Jahren Probleme bei der Behandlung der Tiere gegeben hat, wird unbedingt empfohlen, mit Buteo Start gebeizten Raps anzubauen. Damit ist der Raps bis zum 2-3-Blattstadium geschützt. Der Schutz von Lumiposa-gebeiztem Raps gegen Erdflöhe ist schwächer, dafür besteht ein guter Schutz gegen Kleine Kohlfliege. Unterschiedliche Erfahrungen gibt es mit Begleitsaaten, diese können die Erdflöhe etwas ablenken. Auch mit 8-10 kg/ha Kristallkalk als Beigabe zu Insektiziden gibt es durch die weiße Farbe eine gewisse Verwirrung der Tiere.
In den letzten beiden Jahren hat sich gezeigt, dass ein Anbau im August bei normal feuchten Bedingungen, wo der Raps rasch auflaufen kann, die Fraßschäden durch Rapserdflöhe geringer waren als bei einem Anbau im September. Zu bedenken ist jedoch, dass bei üppiger Entwicklung im Herbst ein Wachstumsreglereinsatz unbedingt notwendig ist. Die Krankheit Kohlhernie kann bei sehr warmen Bedingungen im August und niedrigem pH-Wert stärker auftreten. Branntkalk (ca. 1000 kg/ha) vor dem Anbau kann hier vorbeugend wirken.
Raps-Gelbschale eingegraben.jpg © LK OÖ/Köppl
Unmittelbar nach dem Anbau Gelbschale aufstellen. © LK OÖ/Köppl
Unmittelbar nach dem Anbau sind unbedingt Gelbschalen aufzustellen. Für eine bessere Fängigkeit wird empfohlen, diese ebenerdig einzugraben. Die Bekämpfungsschwelle sind 25-35 Käfer/Gelbschale innerhalb von 3 Wochen. In der Phase des Auflaufes bis zum 2-4 Blattstadium ist jedoch der Blattflächenverlust durch die Erdflöhe die größte Gefahr. Als Schwelle gelten 10 % Blattflächenverlust. Diese Schwellen sind unbedingt einzuhalten, damit das „Pulver“ (synthetische Pyrethroide) nicht zu früh verschossen wird. In der Auflaufphase können auch die etwas kleineren, manchmal gelb-gestreiften Kohlerdflöhe besonders gefährlich werden. Die größere Gefahr geht aber vom Rapserdfloh (Kennzeichen: 3-5 mm groß, schwarz-blau, kräftige Hinterbeine) aus, dessen Larven im Herbst auch noch den Vegetationskegel schädigen. Der Rapserdfloh ist auch noch bei kühleren Temperaturen aktiv. Ab Ende August gibt es auch auf www.warndienst.at Informationen über das Auftreten der Schädlinge.
 
Zur Bekämpfung stehen hauptsächlich synthetische Pyrethroide zur Verfügung (siehe Tabelle im Download). Erfasst werden mit diesen Kontaktinsektiziden nur die Käfer und die Larven dann, wenn sie sich noch nicht in den Blattstiel eingebohrt haben bzw. den Blattstiel kurz verlassen. Die Beimengung eines guten Netzmittels wird unbedingt empfohlen. Nach deutschen Versuchen hat der Wirkstoff lamda-Cyhalothrin (z.B. in Karate Zeon) die beste Wirkung. Da die Käfer eher am späten Nachmittag bis in die Abendstunden aktiv sind, wird auch zu diesen Zeitpunkten eine Behandlung empfohlen. Bei Temperaturen über 25 °C soll keine Ausbringung erfolgen. Bei warmer Witterung über 20°C ist die Wirksamkeit der Pyrethroide maximal drei bis vier Tage.
 
Mit dem neonicotinoiden Wirkstoff Acetamiprid ist nur mehr das Produkt Carnadine (0,2 l/ha) im Herbst registriert, dieses ist bienengefährlich und darf bei blühenden Unkräutern im Bestand oder bei Bienenbeflug nicht eingesetzt werden. Das Produkt ist systemisch und wird daher in späterer Phase ab dem Larvenschlupf empfohlen. Es darf aber nur einmal gegen Rapsschädlinge in der Vegetationsperiode eingesetzt werden. Per Notfallzulassung genehmigt wurde das Produkt Benevia (0,193 l/ha, Wirkstoff Cyantraniliprole). Es ist auch systemisch und wird eher gegen die Larven empfohlen.
 
Raps-Span. Wegschnecke 2.jpg © LK OÖ/Köppl
Schnecken werden bei feuchter Witterung wieder rasch aktiv. © LK OÖ/Köppl

Raps – Schnecken

Durch die Hitze und Trockenheit haben sich Schnecken in tiefere Erdschichten oder sonnengeschützte Bereiche verkrochen. Bei einsetzenden feuchteren Bedingungen werden sie jedoch wieder aktiv. Vor und besonders ab Anbau des Rapses ist das Zuwandern oder Auftreten der Schnecken zu beobachten. Die Kontrolle soll mit leicht mit Erde bedeckten Jutesäcken oder feuchten Brettern (mit etwas Schneckenkorn darunter) erfolgen. Auch auf die Zuwanderung v.a. der Wegschnecken von Straßenrändern, Böschungen aber auch Maisfeldern ist zu achten.
Ein grobscholliges Saatbett bietet beste Unterschlupfmöglichkeiten während kurzer Trockenphasen. Besondere Vorsicht ist auch bei Anbau des Rapses ohne Pflug geboten.
 
Bei Vorhandensein von Schnecken soll unmittelbar bis wenige Tage nach der Saat eine Be-handlung erfolgen. Zugelassen sind metaldehydhältige Produkte wie z.B. Allowin (5 kg/ha), Schnecken-Linsen (3 kg/ha), Luma Gold 5 % (4 kg/ha) oder Metarex Inov (5 kg/ha). Für eine gute Wirkung sind eine ausreichende Kornzahl pro m2 (mind. 35) und eine gleichmäßige Verteilung wichtig. Als biologisches Produkt ist Sluxx HP (7 kg/ha) mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat auf dem Markt.
 

Downloads zum Thema

  • Raps-Insektizide PDF 331,05 kB
  • Raps-Herbizide PDF 278,50 kB

Links zum Thema

  • Herbizideinsatz im Raps Durch die Zulassung von einigen auch im Nachauflauf einsetzbaren Herbstherbiziden ist die Produktpalette im Raps erweitert worden. Vor allem für Betriebe, deren Flächen in Wasserschutz- und Schongebieten liegen, oder die am ÖPUL-Programm Vorbeugender Grundwasserschutz Acker teilnehmen, haben sich die Möglichkeiten deutlich erweitert. Seit einiger Zeit gibt es ein breit wirksames Produkt (Korvetto) im Frühjahr, trotzdem soll einem Herbsttermin der Vorzug gegeben werden.
  • Warndienst der Landwirtschaftskammern
  • Rapserdflöhe konsequent kontrollieren Die Rapserdflöhe haben sich zu einem wesentlichen Knackpunkt für einen erfolgreichen Rapsanbau entwickelt. Das Auftreten muss ab Auflaufen der Kultur bis Vegetationsende im Auge behalten werden. Der Warndienst der Landwirtschaftskammer unterstützt dabei. Mit Benevia gibt es ein neues systemisches Produkt zur Bekämpfung.
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Rapserdfloh 2 (2).jpg © LK OÖ/Köppl

Der Rapserdfloh ist der Hauptschädling in Oberösterreich. © LK OÖ/Köppl

Raps-Gelbschale eingegraben.jpg © LK OÖ/Köppl

Unmittelbar nach dem Anbau Gelbschale aufstellen. © LK OÖ/Köppl

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