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Aktuelle Pflanzenschutzinformationen Nr. 16/2026

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01.06.2026 | von DI Hubert Köppl

1. Juni 2026.

WW-Maisreste zur Blüte 2.jpg © LK OÖ/Köppl
Maisreste am Boden und Niederschläge können zu Fusariuminfektionen führen © LK OÖ/Köppl

Winterweizen

Viele Weizen sind bereits in der Blüte. Durch die gewittrigen Niederschläge steigt die Gefahr durch Fusariuminfektionen und Braunrost.
 
Gefährdet für Fusarium sind vor allem Flächen mit viel Maisstrohresten an der Bodenoberfläche. Auch die Sorten sind unterschiedlich anfällig, besonders gefährdet sind z.B. Aurelius, Thalamus, WBP Calgary, Chevignon. Optimale Witterungsbedingungen für eine Infektion sind Temperaturen über 16 °C, mind. 3 - 4 mm Niederschläge und wenn die Ähren länger nicht abtrocknen können. Die bisher sehr trockenen Witterungsbedingungen waren ungünstig für Infektionen, die warmen Gewitterregen des Wochenendes haben das Risiko deutlich erhöht. Sporen der Fusariumpilze können direkt in die Ährchen gelangen oder über die heraushängenden Staubbeutel wachsen die Pilze in die Ähre hinein.
 
Bei Infektionsgefahr kann mit wirksamen Azolfungiziden eine Behandlung durchgeführt werden. Das Einsatzfenster der Produkte reicht von 2 - 3 Tage vorbeugender Wirkung und 2 - 3 Tage heilender Wirkung - die Zeit vor/nach dem infektionsauslösenden Niederschlag ist also relativ kurz. Hat eine Infektion aber bereits stattgefunden, bildet der Pilz Toxine, das Gewebe stirbt ab. Azole haben dann keine heilende Wirkung mehr, sie können die Krankheit nur stoppen.
Ährenfusariumx.jpg © LK OÖ/Köppl
Lachsfarbene Ährchen sind die Symptome einer Fusariuminfektion. © LK OÖ/Köppl
Zur Verfügung stehen z.B. 0,8 - 1,0 l/ha Prosaro/Protendo Extra, 1,5 l/ha Delaro Forte, 1,0 l/ha Siltra Xpro, 1,0 l/ha Magnello oder 1,0 l/ha Input Classic. Die zu behandelnde Zielfläche ist die Ähre, d.h. der Spritzbalken muss dementsprechend hochstellbar sein. Gute Erfolge sind mit Doppelflachstrahl-Injektordüsen zu erzielen, wo die Ähre von zwei Seiten benetzt werden kann. Sollen nur die Ähren benetzt werden können, dann genügen 200 l/ha Wasser, ist auch noch eine Wirkung auf den Blattapparat (z.B. wegen Braunrost) nötig, so soll man eher auf 250 l/ha gehen. Bei Temperaturen über 25°C ist die Behandlung in den späten Abendstunden oder am Morgen in den abgehenden Tau durchzuführen.
 
Bei der Ausbringung sollen die Temperaturen unter 25°C sein und der Wind soll deutlich unter 5 m/s wehen (18 km/h).
WW-Braunrost 2018.jpg © LK OÖ/Köppl
Warme Witterung und taureiche Nächte begünstigen Braunrost. © LK OÖ/Köppl
Besteht keine Fusarium-Infektionsgefahr können zur Absicherung der Wirkung gegen Braunrost z.B. 1,0 l/ha eines zugelassenen tebuconazolehältigen Produktes (z.B. Folicur, Mystic 250 EW) oder Produkte auf Basis Metconazol (z.B. Metfin, Sirena) in Betracht gezogen werden.
 
Die warme Witterung bisher hat zu einer stärkeren Aktivität der Getreidehähnchen geführt. Eine Behandlung soll aber nur bei Überschreiten der Schadschwelle, d.s. 10% Fahnenblattverlust erfolgen.
Soja-Hirse, Gf., Taubnessel.jpg © LK OÖ/Köppl
Hirsen in Soja. © LK OÖ/Köppl

Soja-Unkrautbekämpfung

Hirsen sind auch schon vielfach aufgelaufen und in den früh gesäten Beständen schon gut entwickelt. Ab dem 3-Blattstadium der Gräser kann eine Bekämpfung erfolgen. Zu einer Kombination aus Pulsar Plus/Pulsar 40 und Harmony SX und Netzmittel soll kein Gräsermittel mehr beigemengt werden. Pulsar 40 (0,75 l/ha) kann aber alleine z.B. mit Focus Ultra (1,25 - 1,5 l/ha) ohne Netzmittelzusatz ausgebracht werden, Harmony SX mit Netzmittel und Gräserpartner ist ebenfalls möglich. Herbizide gegen Ungräser (siehe Download) erfassen diese ab ca. 3 - 5 Blätter bei warmer, wüchsiger Witterung optimal. Auch größere Pflanzen sind, sofern sie noch genügend benetzt werden können, gut bekämpfbar. Bei spätem Einsatz sind die Wartefristen zu beachten (Agil-S/Zetrola: 90 Tage; Focus Ultra: 56 Tage; Fusilade Max: Einsatz bis ES 51 zugelassen, erste Blütenknospen sichtbar; Targa Super/Maceta 100: 77 Tage, bis ES 59, erste Blütenblätter sichtbar).
Gegen Unkräuter kann in früh gesäten Beständen bei Auflaufen der zweiten Welle eine weitere Behandlung erfolgen. Je mehr Blattmasse vorhanden ist, desto eher kann es Blattverbrennungen durch Pulsar 40/ Pulsar Plus bzw. Harmony SX geben. Nach den Niederschlägen soll ein Tag ohne Regen abgewartet werden. Auch bei starker Sonneneinstrahlung sind Blattaufhellungen und Blattnekrosen möglich. In den Versuchen der letzten Jahre gab es dadurch nur in Ausnahmefällen leichte Ertragseinbußen.
AB-Schwarze Bohnenlaus 2015.jpg © LK OÖ/Köppl
Blattläuse in Ackerbohne können das Nanovirus übertragen. © LK OÖ/Köppl

Ackerbohne, Erbse

Die feucht schwüle Witterung könnte auch die Ausbreitung von Blattläusen begünstigen. In Ackerbohne tritt vor allem die Schwarze Bohnenlaus auf, in Erbse die Grüne Erbsenblattlaus. Sobald an den jungen Triebspitzen auf 10% der Pflanzen Blattläuse zu finden sind, soll mit einer Behandlung nicht mehr zugewartet werden.
Da diese Läuse in Leguminosen auch Nanoviren übertragen können. Zugelassen sind z.B. 50 ml/ha Cymbigon Forte oder 75 ml/ha Karate Zeon sowie 375 ml/ha Sivanto Prime und per Notfallzulassung heuer auch 0,3 kg/ha Pirimor Granulat. (Eine Übersicht dazu gibt es im Download.) Auf den Bienenschutz ist zu achten, Cymbigon forte darf in blühenden Kulturen nicht eingesetzt werde, Karate Zeon und Pirimor Granulat nur außerhalb der Bienenflugzeit, Sivanto Prime darf in Mischung mit Azolfungiziden (z.B: Folicur) nur außerhalb der Bienenflugzeit eingesetzt werden.
AB-Schokoladeflecken.jpg © LK OÖ/Köppl
Wechselfeuchte, warme Witterung begünstigt Schokoladeflecken. © LK OÖ/Köppl
Die Witterung in Ackerbohne ist aktuell günstig für Schokoladeflecken. Bei beginnendem Befall ist z.B. eine Behandlung mit 0,5 l/ha Folicur + 0,5 l/ha Ortiva möglich. Neu zugelassen gegen Schokoladenfleckenkrankheit sind 0,66 l/ha Elatus Era und 1,3 l/ha Revyona.

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  • Sojaherbizide PDF 334,96 kB
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