Agrar-Hotspot Wintertagung: „Schnäppchenjagd im Feinkostladen“
Unter diesem Titel wurde die
Wintertagung 2026 Ende Jänner
in Wien eröffnet. Eine
hohe Anzahl interessierter Besucherinnen
und Besucher aus
dem agrarischen Bereich folgten
der Einladung des Ökosozialen
Forums ins Austria Center.
Hochkarätige Referenten, wie
Gabriel Felbermayr vom Österreichischen
Institut für Wirtschaftsforschung,
die bayerische
Staatsministerin Michaela
Kaniber, der Linzer Universitätsprofessor
Christoph Teller
und Bundesminister Norbert
Totschnig, um nur einige der
Podiumsredner zu erwähnen,
behandelten brisante Themen.
Über die Kaufkraft und die wahren Gewinner
Dargelegt wurde unter anderem,
dass die Kaufkraft der
Konsumenten von 2019 erst
im Jahr 2030 wieder erreicht
werden wird. Ebenso wurde
einmal mehr aufgezeigt, dass
nicht die Lebensmittelproduzenten
die Gewinne erzielten,
sondern der Handel. Die
Thematik rund um die Mehrwertsteuersenkung
bei Grundnahrungsmitteln
und die kritische
Frage, ob diese dann
an die Konsumentinnen und
Konsumenten in entsprechender
Form weitergegeben wird,
stand ebenso im Raum wie der
Aufruf nach weniger Bürokratie
auf unseren Höfen.
Die bayerische Staatsministerin
erhielt für ihre brennende
Ansprache großen Publikumsapplaus.
Sie tritt für ein
starkes Agrarbudget ein und
betonte, dass die Versorgungssicherheit
nur gewährleistet
werden kann, wenn auch die
Produktion entsprechend erhalten
bleibt und kritisierte die
überzogenen Aufschläge des
Lebensmittelhandels. Sie gibt
auch zu bedenken, dass europaweit
nur zwölf Prozent der
Bauernschaft unter 40 Jahre
alt sei. Österreichweit liegt die
Zahl bei 23 Prozent. Bundesminister
Totschnig erhält von den
vielen Besucherinnen großen
Applaus für seinen Dank an
die Bäuerinnen – denn „ohne
sie hätten 36 Prozent der österreichischen
Höfe keinen
Chef und 100 Prozent keine
Zukunft“. Betont wurde auch,
dass die Diversifizierung der
kleinstrukturierten österreichischen
Landwirtschaft nach wie
vor zur Stärkung unserer Betriebe
beiträgt. Die Debatten rund
um die steigenden Lebensmittelpreise,
die tatsächlichen
Kaufentscheidungen – welche
die Konsumentinnen und
Konsumenten letztendlich vor
dem Verkaufsregal treffen – sowie
der Wert unserer Lebensmittel
wurden besonders hervorgehoben.
Dass die enorm
gestiegenen Energiekosten im
Vergleich kaum diskutiert und
angesprochen wurden, wird
auf die Zahlungsmodalität zurückgeführt.
Vom österreichischen
Krisensicherheitsberater
Peter Vorhofer wurde deutlich
aufgezeigt, welche bedeutende
Rolle der österreichischen
Landwirtschaft im Fall einer
Krise zukommt. Eine enorme
Anzahl unserer Bauernhöfe ist
autark und kann sich somit
selbst versorgen und hat somit
einen klaren Vorteil gegenüber
der übrigen Bevölkerung.
In den höchst interessanten
anschließenden Diskussionsrunden
wurden Publikumsanfragen
behandelt und erläutert.
Die Veranstaltung gilt als
Österreichs größte agrarische
Informations- und Diskussionsveranstaltung
und fokussiert
sich auf die aktuellen Herausforderungen
der Landwirtschaft.