Ackerbau in ständigem wirtschaftlichen Krisenmodus
Das Jahr 2025/26 brachte weltweit Rekordernten bei Weizen, Mais, Sojabohnen und Raps und die noch vollen Lager drücken die Preise bei den Ackerkulturen. Schon vor Beginn des Nahostkonflikts sahen sich die Ackerbauern wegen zu hoher Produktionskosten mit zu geringen Erlösen konfrontiert. Seit dem Kriegsbeginn im Iran verteuerten sich die Produktionsmittel für die Ackerbauern bei einer gängigen Fruchtfolge um durchschnittlich 150 Euro je Hektar, davon entfallen zwei Drittel auf höhere Düngerkosten und ein Drittel auf höhere Dieselkosten.
„Bei düngeintensiven Kulturen wie Weizen oder Mais beträgt derzeit die Kostensteigerung sogar bis zu 180 Euro je Hektar. Der Deckungsbeitrag betrug bei acht Tonnen guter Mahlweizenqualität zuletzt 340 Euro je Hektar und zeigt so die Dimension der Kostensteigerung auf. Für viele Getreidebauern rechnet sich so die Produktion nicht mehr“, rechnet Franz Waldenberger, der Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ, vor.
Gute pflanzenbauliche Bedingungen zum Frühjahrsanbau
Die Getreidekulturen sind gut über den Winter gekommen und zeigen bisher eine relativ gute Blattgesundheit. Ein sechswöchiger tiefer Frost von Ende Dezember bis Anfang Februar konnte Weizen, Gerste und Raps nichts anhaben. Bis in den November letzten Jahres waren die Böden gut mit Regen versorgt. Dezember und Jänner waren mit nur einem Drittel der langjährigen Niederschläge viel zu trocken. Der Februar brachte wieder reichlich Regen und bereits höhere Temperaturen. „Ein sehr trockener März mit für die Jahreszeit warmen Temperaturen, die etwa 2,5 Grad über dem langjährigen Mittel liegen, sorgte für die notwendige Abtrocknung der Böden. So erfolgte bereits in der ersten Märzhälfte der erste Anbau von Zuckerrüben, Ackerbohne und Sommergetreide. Erst nach der aktuellen Kältephase folgt – ab Anfang April bis Mitte Mai – großflächig die Aussaat von Mais, Sojabohnen und zuletzt Ölkürbis“, erläutert Helmut Feitzlmayer, Leiter der Abteilung Pflanzenbau in der Landwirtschaftskammer OÖ.