Ackerbau in Oberösterreich braucht Zukunftsperspektiven
Der oberösterreichische Ackerbau ist leistungsfähig, innovationsbereit und regional verankert. Rund 5.000 Betriebe leisten einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit Österreichs und Europas. Gleichzeitig stehen die Ackerbaubetriebe unter massivem wirtschaftlichem Druck. Besonders die Entwicklung bei Düngemitteln, Energie und Pflanzenschutzmitteln belastet die Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig eröffnen sich durch die steigende Nachfrage nach regionalen Rohstoffen, pflanzlichen Proteinen und erneuerbaren Energieträgern neue Chancen für den heimischen Ackerbau. Damit diese Potenziale genutzt werden können, braucht es entsprechende politische Rahmenbedingungen. Die Landwirtschafts-kammer Oberösterreich fordert daher ein rasches Gegensteuern auf europäischer und nationaler Ebene.
„Die Umsetzung des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus für Düngemittel muss ausgesetzt werden, solange europäische Ackerbaubetriebe beim Absatz ihrer Produkte weiterhin mit Importen aus Drittstaaten konkurrieren müssen, die unter niedrigeren Klima- und Umweltstandards erzeugt werden. Gleichzeitig müssen neue Absatzchancen für heimische Ackerkulturen geschaffen, Investitionen in moderne Produktionstechnik gestärkt und faire Wettbewerbsbedingungen im internationalen Handel sichergestellt werden. Der oberösterreichische Ackerbau ist leistungsfähig und zukunftsorientiert. Unsere Betriebe brauchen keine Sonderbehandlung, sondern Rahmenbedingungen, die wirtschaftliches Arbeiten ermöglichen“, betont LK-Präsident Franz Waldenberger.
Zukünftige GAP muss Wettbewerbsfähigkeit absichern und Investitionen ermöglichen
Die Verhandlungen über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2028 und den neuen Mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union werden maßgeblich darüber entscheiden, unter welchen Rahmenbedingungen die heimischen Ackerbaubetriebe in den kommenden Jahren wirtschaften können. Die von der Europäischen Kommission vorgelegten Vorschläge sehen trotz steigender Anforderungen an Umwelt-, Klima- und Biodiversitätsleistungen deutliche Kürzungen im Agrarbudget vor.
„Die GAP-Finanzierung zu kürzen und gleichzeitig immer höhere Anforderungen an die Betriebe zu stellen, passt nicht zusammen. Wer Innovation, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit will, muss auch die notwendigen Investitionen ermöglichen. Gerade der Ackerbau braucht auch eine wirksame Investitionsförderung“, erklärt Kammerdirektor Karl Dietachmair.