Wildschäden und die österreichische Waldinventur
Wildschadensbericht
Gemäß Forstgesetz hat der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft jährlich einen Bericht über Art und Ausmaß der Waldverwüstungen und insbesondere der flächenhaften Gefährdungen des Bewuchses durch Wild, die Gutachtertätigkeit der Forstbehörden und die Maßnahmen der Jagdbehörden sowie deren Erfolg, gegliedert nach Bundesländern, im Internet zu veröffentlichen. Der Wildschadensbericht stützt sich auf die österreichische Waldinventur, das Wildeinflussmonitoring und die Meldungen der Forstbehörde.
Waldinventur - Methodik
Die Waldinventur hat als Großraummonitoring das Ziel, Informationen über den Zustand und die Veränderung des Ökosystems Wald und zu den Ressourcen des Rohstoffes Holz zu liefern. Die ÖWI-Ergebnisse dienen als Entscheidungsgrundlage für die Wald- und Umweltpolitik und bieten eine reiche Datenbasis für eine Vielzahl wissenschaftlicher Projekte. Die Waldinventur wird seit 1960 in regelmäßigen Zeitabständen durchgeführt. Seit 2016 erfolgen jährlich auf einem Sechstel der rund 11.000 Probeflächen die umfangreichen Messungen und Ansprachen durch Expertenteams. Die derzeit aktuellen Auswertungen der ÖWI umfassen die Erhebungen der Jahre 2018 - 2023. Ein Teil der Waldinventur beschäftigt sich auch mit Wildschäden.
Waldinventur - Ergebnis
Die aktuellen Auswertungen der österreichischen Waldinventur zeigen gegenüber dem Vorjahr keine nennenswerten Änderungen der Entwicklung der Verbiss- und Schälschäden im österreichischen Wald. Vergleicht man jedoch die Ergebnisse der Waldinventur 2019 - 2024 hinsichtlich Wildverbiss mit denen der Inventurperiode 2007 - 2009, zeigt sich noch immer eine Verschlechterung der Schadenssituation. Der Anteil verjüngungsnotwendiger Waldflächen mit Wildschäden ist von 37% auf 40% angestiegen, wobei der Anteil im Schutzwald deutlich stärker als im Wirtschaftswald zugenommen hat.
Die Schälschäden befinden sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Sie beinträchtigen im Schutzwald die Stabilität und Schutzwirkung des Waldes. Im Ertragswald zeigt sich ein Rückgang der von Schälschäden betroffenen Bäume. Eine Erklärung dafür ist, dass im Zuge von Durchforstungen vermehrt geschälte Stämme entnommen werden.
Die Schälschäden befinden sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Sie beinträchtigen im Schutzwald die Stabilität und Schutzwirkung des Waldes. Im Ertragswald zeigt sich ein Rückgang der von Schälschäden betroffenen Bäume. Eine Erklärung dafür ist, dass im Zuge von Durchforstungen vermehrt geschälte Stämme entnommen werden.
Wildschadensbericht - Kurzfassung
"Die partiellen Verbesserungen sind jedoch zu relativieren, da das Schadensniveau in Österreichs Wäldern nach wie vor zu hoch ist. Die rechtzeitige Verjüngung, die Wiederherstellung geschädigter Wälder, die Erhaltung der Funktionalität der Wälder und ihre notwendige Anpassung an den Klimawandel bedürfen weiterer Anstrengungen. Um eine nachhaltige Verbesserung der Verbiss- und Schälschadenssituation in Österreichs Wäldern zu erreichen, sind noch weitere zielgerichtete Aktionen zu entwickeln und umzusetzen. Ein nachhaltiger Erfolg wird nicht zuletzt davon abhängen, inwieweit es auf lokaler Ebene gelingt, in partnerschaftlicher Zusammenarbeit Lösungen für ausgeglichene Wald-Wild-Verhältnisse zu finden.“, so die Kurzfassung des Ministeriums im Wildschadensbericht.
In der kommenden Ausgabe des "Bauer" wird das Wildeinflussmonitoring dargestellt.
In der kommenden Ausgabe des "Bauer" wird das Wildeinflussmonitoring dargestellt.